Autor: Rajko Baers

75er Jahrgang...Musik-Junkie seit ich denken kann-die Nischen zwischen Post/Prog/Athmo/Metal/Shoegaze sind´s irgendwie!

11.0
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Postrock • New Artrock • Instrumental (49:41; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 07.02.2026) Ein instrumentales Postrock-Album über das Hier und Jetzt, den schimmernden Moment gleich dem Farbspiel einer Seifenblase. Ein Album, welches die Schönheit des Augenblicks feiert, jeden Bruch, jeden Flow und jede Vibration. Die Ludwigsburger stellen mit "Interferences" ihr zweites Album vor und wer sich instrumentale Musik zwischen den Schweizern von Leech, Crippled Black Phoenix, etwas metallische Schwere, viel ausladende Postrock-Melancholie vorstellen kann – sich aber auch elektronischen Einflüssen nicht verschließt – wird mit dieser Rille keine Zeit verschenken. Mit 'Into The Void' steigt man behutsam düster und doomig ein,…

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11.0
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Dream Rock (37:43; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 23.01.2026) Shamrain, The Gathering, Pale Forest, Velvet Belly, Arise From Thorns, The Moon Seven Times, All About Eve, Brave und Stille Öpprør sind so Namen von teilweise vergessenen Bands, die mir hier immer wieder beim Hören einfallen. All diese Bands waren Schattenspieler, wollten nie Metal, Goth oder Ähnliches sein – spielten aber mit Melancholie, Sehnsucht und dem progressiv/atmosphärischen Sound zwischen den Stühlen. Farewood aus Meriden/Connecticut haben mit Leah Booker Lorenzo eine Frontfrau, die mit Sanftmut, Seele, Wärme und einem großen Herzen in der Stimme berührt. Dies war gerade in den späten 90s bei…

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9.0
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Blackgaze • Shoegaze • Modern Metal (42:45; Vinyl, Digital, CD; Nuclear Blast; 30.01.2026) Für manch extremen Sound bin ich entweder zu alt, es erscheint mir alles zu gewollt oder gewisse melodisch-moderne Metal-Elemente schrecken mich einfach ab. Diese symphatischen Dänen durfte ich bereits im Vorprogramm der geliebten Crippled Black Phoenix erleben und fand den strangen Mix aus Raserei, Kreisch-Vocals und Kaugummi-artiger Catchiness live ganz unterhaltend. Møl machen mit ihrem hymnisch-eingängigen Sound nicht wirklich viel falsch, aber diese seltsame Pop-Affinität und der nervig fauchige Kreischgesang kommen bei mir nicht richtig an. Was spannenderweise bei einer Band wie Violet Cold mit ähnlicher Ausrichtung…

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12.0
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Atmospheric Cinematic Folk • Ritual Music • Alternative Pop  (42:07; Vinyl, CD, Digital; Season Of Mist; 30.01.2026) Wow, wäre die Band aus den tiefsten Tiefen Finnlands oder dem entlegensten nördlichsten Punkt Norwegens, es hätte mich bei dieser Art von Klängen nicht verwundert. Versuche Dir bitte Elemente der pastoralen Folk Songs der Swans, Tenhi, Whispering Void, The Devil's Trade, Woven Hand, die rituelle Seite der frühen Seigmen, Wardruna und die Melancholie von Piano Magic in einer rituell verschwörenden Variante vorzustellen, dann kommst Du der Band aus Gdansk zumindest in Spuren auf die Fährte. Ich bin begeistert, wie hier mit Intuition, Experimentierfreude…

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10.0
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Postrock • Slowcore • Blackgaze (19:48; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records; 30.01.2026) Knapp 20 Minuten bietet diese EP der beiden Musiker Jake Woodruff (Defeater) und Ex-Explosions Of The Sky Mitbegründer Carlos Torres. Sieben Songs mit eher kurzer Laufzeit, angedeuteten Math-Rock und Slowcore-Fragmenten, aber auch mal mit drückender Heavyness – nah am Blackgaze – machen diesen hoffentlich als Appetizer rangierenden Kurzfilm sehr unterhaltsam. Während '(Don't Dream It's Over)' noch wie ein klassisches Slowcore Intermezzo der Jahrtausendwende hinein träumt, wird im folgenden 'Imaginäre Lines' ganz traditionell nah am typischen Postrock Kern musiziert – alles perlt und driftet mit schönsten melancholischen Gitarren ohne…

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10.0
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Progressive Rock • Jazz • Alternative (37:50; Vinyl, CD, Digital; Apollon Records; 12.09.2025) So verrückt hatte ich dieses norwegische Trio nicht in Erinnerung und ich habe selbst einige Vorläufer im Vinyl-Schrank stehen. Ein bisschen mehr an Freak Out, Wahnsinn und Kreativität hat man auf diesem überbordendem Album mit vier Longtracks definitiv mit einfließen lassen. Grenzen sind somit relativ, fast egal – Jazziges, Noisiges und viele schöne Melodien durchkreuzen hier verschiedenste Pfade – sodass Freunde von Motorpsycho, Kronstad 23 und all den jazzig angehauchten Vertretern unter den norwegisch-progressiven Wilden hier die nächste Wundertüte öffnen dürfen. War man innerhalb der Vorgänger definitiv…

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10.0
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New Artrock • Progressive Rock • Doom Rock (41:20; Digital; Eigenveröffentlichung; 23.01.2026) Konzeptionelle Musik für die Tage nach dem Ende der Welt. Mal sehen, wie viel Zeit wir noch bekommen auf dieser Erde und mit dem konsequent melancholischen Artrock des Litauer Musikers kann man sich ohne Umschweife gut fallen lassen. Ich habe sofortige Deja Vus an das seinerzeit wundervolle Debüt "Sol29" des Italieners Giancarlo Erra mit seinem Projekt Nosound, welches ähnliche Vibes wie gedrosseltes Tempo, Schwermut und diese nicht zu leugnende Pink Floyd-Schlagseite mit sich führte im Sound. Alles ist von Zurückhaltung, Atmosphäre und Innerlichkeit angenehm umhüllt, federt langsam, kosmisch…

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11.0
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Krautrock • Instrumental Stoner/Jam Rock • Space Rock (37:26; Digital; Urskog Records; 30.12.2025) Auch bei diesen Schweden kann ich ohne viel Aufwärmübungen sofort rein ins Geschehen und drei Songs in knapp 40 Minuten geben schon mal klar die Richtung vor. Trippy, handwerklich top und mit vielen dynamischen Auf-und Abs wühlt und schraubt man sich durch einen richtig feinen, organischen Instrumental-Film. Auch hier gibt es ein Saxophon (hm) und auch diesmal gelingt es der Band, mir dieses gewieft im Gesamtsound hinlänglichst gut zu verkaufen. Orgel-artige Synth-Sequenzen – ein dicht, nach vorne treibender Krautrock-Flow - generell sehr intensive Tempo-Wechsel, unendlich-ausufernde Gitarren-Soli und…

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12.0
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Cinematic Postrock • Ambient • Drone Rock (41:10; Vinyl, Digital; Beacon Sound; 21.02.2025) Auch wenn diese Platte bereits in den frühen Tagen des letzten Jahres erschien, stolpere ich immer wieder gern über diese ätherischen, angenehm Score-affinen Drone/Postrock/Ambient-Kaskaden. Leise, still – hauchzart bis gelegentlich den Rausch andeutend – werden hier die Freunde des leisen Postrock angesprochen. Wenn Du Dich gern von Hammock, der ruhigen Variante von This Will Destroy You massieren lässt, dann sind Amulets eine willkommene, qualitativ ebenbürtige Alternative. "Not Around But Through" bietet Kopfkino – dicht ineinander verschachtelt – provoziert mit durchgehend flimmernd-uneindeutigen, statisch-melancholischen Drone-Frequenzen winterlich einsame Standbilder. Ich…

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12.0
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Psychedelic Blues Rock  (43:03; Vinyl, Digital; Exile On Mainstream Records; 23.01.2026) Manchmal bringt ein neuer Bassist wichtige neue Impulse, hier und da Graduierungen im Bandsound und fertig ist die neue Rille des bluesig-psychedelischen Rock-Gespanns aus dem Dreieck Leipzig/Dresden/Berlin. Aktuelle politisch/gesellschaftliche Themen fließen energetisch in den Sound von Gavial und der Plattentitel darf wohl als Statement für sich sprechen. Als Fan solcher Bands wie Mad Season, Rival Sons, Child oder Mount Carmel geht der entspannt fuzzige Blues Rock mit Stoner/Psych-Schlagseite richtig gut in die Ohren und weiß sich mit entsprechenden Song-Ideen ordentlich festzukrallen. Die Platte wächst von Mal zu Mal –…

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11.0
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Postrock • Post Metal (46:25; CD, Digital; Dunk!Records; 19.09.2025) Wenn Du Postrock lieber massiv, mit ordentlich Riffs, Heavyness, Drive nah am Metal liebst, dann solltest Du dieses dritte Release der Griechen probieren. Nach einem M83-Song benannt, dürfte dieses dicht ineinander greifende Kraftpaket im richtigen Moment einige Energien freisetzen. Irgendwo zwischen Tides From Nebula, den live wesentlich tighter agierenden P.G Lost und The Ocean wirbelt "In Your Absence" einigen Staub auf und 'The Urge To Prey' kommt nach kurzem Intro mit viel Atmosphäre und sphärischen Gitarren-Riffs gleich ordentlich auf den Punkt. 'Monolith' folgt mit fast schon Djent-affinen, sehr prallem Riffing, weiß…

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11.0
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Krautrock • Space Rock   (75:37; CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 09.01.2026) Es muss in Skandinavien ein Nest für Metaller, aber vor allem für Retro und Psychedelic Rock existieren, anders ist die bald wöchentliche Schwemme an starken Releases nicht erklärbar. Irgendwo zwischen The Doors, Nepal Death, Spids Nøgenhat, Papir, Kungens Män, Oresund Space Collective uvm. spielen sich Neon Heart durch ihren ganz eigenen Sound-Wald. Very trippy, sehr lebendig und fließend, ist man die ganze Zeit in Bewegung. Die Songs/Melodien rennen gleichzeitig in jede Richtung – Flöten, kosmische Synths und ein eigenwillig theatralischer Gesang halten sich in diesem strangen Flow auf seltsam eigenwillige,…

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14.0
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Cinematic Ambient • Modern Classical • Art Pop (52:13; Digital; Eigenveröffentlichung; 01.11.2025) Any fool can be happy. It takes a man with real heart to make beauty out of the stuff that makes us weep. - Clive Barker Mit dem Albumtitel hätte es nicht besser und schöner formuliert werden können. Zerbrechliche Klänge, spiritueller Rückzug in wirren, konfusen Zeiten. Pieter Nooten – ehemaliger Musiker im einstigen 4AD-Wave-Pop-Ensemble Clan Of Xymox, auf deren beiden frühen Romantic-Wave-Klassikern, dem selbstbetitelten und der unendlich wundervollen "Medusa" eben dieser Mitte der Achtziger seine musikalischen Anteile hatte. Diese beiden Alben gehören aus meiner Sicht in jede Sammlung…

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11.0
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Art Pop • Indie Rock • Atmospheric Pop (45:27; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 16.01.2026) Die hier involvierten Musiker sind alle bekannte Veteranen der deutschen alternativen Szene (u.a. Kante, Kreisler, Coloma) und durch viele vergangene Projekte miteinander bekannt und verdrahtet. Also trifft man sich auf dem Geburtstag von Sebastian Vogel (Drums) und schnell wird eine neue Band aus dem freundschaftlichen Stelldichein. Der auf "A Hymn Without A Sound" mal experimentelle, dann wieder sphärische Indie/Kraut Pop spiegelt im Querschnitt den gemeinsamen Nenner der Genannten hervorragend wieder. Mit einem richtig feinen, sehr transparenten Soundbild fällt es einem sehr leicht, sich in das feingliedrige…

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11.0
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Dark Metal • Atmospheric Doom • Progressive Rock (27:50; CD, Digital; Reigning Phoenix Music; 16.01.2026) Diese melodische Doom/Dark-Metal-Band aus Australien ist bereits seit Jahren mit doch eigenwilligen Nuancen innerhalb der festgelegten düsteren Terrains unterwegs. Rockig schmissige Parts, ein manchmal orientalischer Einfluss – der mich hier und da an die Kanadier von The Tea Party erinnerte – haben stets eine sehr melodisch-atmosphärische Schlagseite und geben dem Sound von The Eternal seither diese individuelle Note. Internationale Unterstützung von Seiten einiger Musiker aus dem Amorphis-Umfeld machen das qualitative Treiben natürlich nur noch spannender.  Diese latent symphonische Seite der Finnen spielt natürlich auf dieser…

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Atmospheric Doom Metal (57:22; Vinyl, CD, Digital; Noble Demon Records; 16.01.2026) Finnland hat in Sachen melodisch dunklem Metal seit vielen Jahren seine kommerziell ausgewiesenen Hochkaräter. Die Doomster von Marianas Rest beobachte ich bereits seit ihrer Gründung in 2013. Die Band ist mittlerweile auch schon beim fünften Longplayer angekommen und gehört bisher aus meiner Sicht zu der erweiterten Anwärterschaft, um ganz nach oben Anschluss zu finden. Wertige, starke Alben stehen auf dem Konto der Finnen und mit "The Bereaved" nimmt man ein Paar Stufen nach oben gleichzeitig, steigt typisch finnisch in die Themen Tod, Vergänglichkeit und Abschied hinab. Zum absoluten Meisterwerk…

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Classic Rock • Neo Psychedelia • Progressive Rock (31:41; Digital; Eigenveröffentlichung; 10.10.2025) Diese beiden Nordschweden schweben und grooven auf ähnlich kosmische Weise wie die Landsleute von Gin Lady auf ihrem letzten Knaller-Album "Before The Dawn Of Time". Ein butterweicher, sehr warmer und organischer Classic Rock Sound – viele flirrende kosmische Synths und ein sanft-ätherischer Gesang, der auch die Nähe zur modernen Neo Psychedelia-Sparte sehr wohlwollend mit einbindet. Mir laufen ja beide Elemente gut rein und die kurzen, melodischen Tracks springen fast mit dem ersten Take direkt auf mich drauf. Die beiden Auftakt-Songs treiben mit offenen Armen durchs Sonnenlicht und hier…

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Funkadelic • Progressive Rock • Space Rock (43:26; CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 27.12.2025) Diese New Yorker haben aber mal so richtig schön den Groove. Stelle Dir bitte alte Porcupine Tree vor – gerade die frühen instrumentalen Elemente bis Mitte der Neunziger – der latente Freestyle aus Prog und Space Rock, dann sind Vaporeyes nicht ganz umspannend für Dich. Gleich im Opener 'Burgerwalker' gibt es funky Rhythmen – frisch-freie und butterweiche Drum-Grooves. Ein generell sehr fließendes Sound-Bett, dazu sanfte Vocals, welche auch gern mehrstimmig unterstützt werden, strahlen durchgehend Harmonie aus. Flächige Synths, etwas Easy-Listening und floydige Melancholie schmeicheln im darauffolgenden 'Take It…

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13.0
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Progressive Rock • Jazz  • Instrumental Psychedelic Rock (42:05; Vinyl, CD, Digital; El Paraiso Records; 18.11.2025) Diese junge norwegische Band passt ja wohl mal so richtig in die Veröffentlichungslandschaft von El Paraiso. Typisch für diese skandinavische Nische zwischen Prog Rock und Jazz wogt man in jeder Album-Sekunde spannend durch Raum und Zeit, mal sanft, mal wild. Kronstad 23 klingen trippy, schwer groovy und verspielt jazzy. In jedem Fall treibt man immer etwas düster durch strange, progressiv verschachtelte Räume, die für Freunde von Motorpsycho, Causa Sui, Papir, Elephant9 oder auch Tortoise einiges an kreativem Ohrenfutter bereitstellen. Ein Steven Wilson mit manch…

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Nordic Music • Post Classical • Progressive Rock (38:17; Vinyl, CD, Digital; Tutl Records; 19.09.2025) Und wieder habe ich das Glück, über so eine nordische Märchenplatte zu stolpern. Das Release liegt zwar schon einige Monate zurück, sollte hier aber unbedingte Erwähnung finden. Irgendwo zwischen der Melancholie von Giant Sky, den abgefahrenen Teil von Major Parkinson, Gisli Gunnarsson, Balkan Folk und dem verspielten Progressive/Jazz-Sound von Jaga Jazzist findet sich Afenginn, das Projekt vom Multi-Instrumentalisten Kim Rafael Nyberg aus Dänemark wieder. Keine 40 Minuten lang, dafür voll mit Emotionen, einem Füllhorn an Instrumenten und musikalischer Finesse, superbem Sound, einem ständigen Auf und…

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