Autor: Rajko Baers

75er Jahrgang...Musik-Junkie seit ich denken kann-die Nischen zwischen Post/Prog/Athmo/Metal/Shoegaze sind´s irgendwie!

13.0
Reviews

Cinematic Post Rock • Atmospheric Pop (53:07; Vinyl, Dunk!Records; 14.05.2026) Stell dir vor, Du bist irgendwo komplett lost im nördlichsten Kaff von Schweden oder auf Island, hast die Liebe deines Lebens verloren, treibst und driftest ziellos durch die Zeit. Immanu El spielen für diese Art Lebensgefühl den passenden Soundtrack – irgendwo zwischen schimmernden, verwaschenen Blautönen, Hammock'scher Post-Rock-Romantik, dem nicht greifbaren Habitus von Sigur Rós und einem Hauch von sanftmütig-ambientem Shoegaze. Verwobenes Licht … die Schweden sind zart besaitet, hauchen die Vocals, wollen mehr berühren als lauthals begeistern, und Krach oder Lautstärke findet nur in vorsichtigen Wallungen Richtung Post Rock statt.…

Weiterlesen

Progressive Metal • New Artrock • Symphonic Rock • Pop (44:41; Vinyl, CD, Digital; ViciSolum Records; 11.09.2026) Ein Album, ein Statement in Zeiten des Krieges, eine Ode an die Schwachen, die Opfer dieser Gewalten. Die Vorgänger dieser griechischen Band waren ausnahmslos starke Releases, sodass "T" ein mit Spannung erwartetes Album war. Beseelt, leidenschaftlich und emotional – all das trifft auf "T" zu, die Dringlichkeit, gehört zu werden, ist aus jeder Pore dieser Rille zu spüren. Kreativ, mit allerhand melodisch-traditionellen Gimmicks aus dem Heimatland, speist man seinen progressiv/modernen Metal. Tighte Rhythmik, viel Dynamik zwischen vorpreschendem Midtempo und verschachtelt-progressiven Grooves, alles zusammengehalten…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Progressive Folk • Atmospheric Psych Pop (30:49; Vinyl, Digital; Tiger Records; 04.09.2026) Die Norweger um Filip Zenon Ramberg und Sängerin Michelle Uller sind nach dem entspannten "Arve" aus 2024 mit "Syn" zurück und auch hier weiß man mit ganz viel meditativem Flow eine behutsame und entspannte Stimmung zu erzeugen. Michelle hat eine sanfte, fast ätherische Stimme, die mich sogar an manch lieblich-romantische Dream-Pop-/Wave-Veröffentlichung aus den guten alten 80/90s erinnert. Die Spielzeit ist leider auch diesmal eher übersichtlich, hat mehr EP-Länge, was ich ehrlich gesagt bei dieser feinen Melange aus folkigem Prog, Indie, Jazz und sanftem Psych ein wenig schade finde.…

Weiterlesen
9.0
Reviews

Vintage Hard Rock • Occult Rock • Retro Metal (41:28; Vinyl, CD, Digital; Nuclear Blast; 11.09.2026) Ein von Tom Dalgety (Opeth, Ghost) produziertes Album, welches knietief im alten Heavy Metal der Siebziger fußt, mit schmierigen Orgeln, überdrehten Riffs und passend dazu thematisch in düsteren viktorianischen Gefilden unterwegs ist. Grundsätzlich ein Setting, mit dem ich selten viel Anlauf benötige, aber: Kommst du mit der an traditionellen Metal/Hardrock erinnernden Stimme einfach nicht auf Du, dann wird es bei jedem Album schwierig. Eine knochentrockene Produktion, dynamische Sounds voller Irrungen und Wirrungen, spooky Oldschool Metal, goth-like Atmosphären – ich werde letztlich nicht warm mit…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Chamber Prog Folk • Instrumental (1:03:20; Digital; Eigenveröffentlichung; 11.09.2026) Ja, der Vorgänger "Lost Maps & Long Barrows" traf im letzten Jahr mit seiner entspannten, unaufgeregten Gangart einen Nerv bei mir. Gemütlichkeit, ein vorsichtiger Hauch Wehmut und Melancholie, aber nur ganz sanft. Diese sanftmütige, folkloristische Musikalität, die in jedem Fall progressive, verspielte Strukturen offeriert und am Ende trotzdem eher wie ein durchgehender, fließender Strom mit vielen kleinen Details und Wiedererkennungsmomenten ein Netz spinnt, bei dem man schnell die Zeit vergisst. Diesmal ein Album in drei Bänden, jeweils vier Songs, die auch immer Zeit bekommen, sich zu entfalten. Musikalische Ideen, die dank…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Nordic Art Pop (47:10; Vinyl, CD, Digital; Apollon Records; 28.08.2026) Den Norweger kennt man von seiner Arbeit bei Zeromancer und Ljungblut (Seigmen), und mit dem persönlichen "Change" präsentiert dieser erstmalig eigene Solo-Songs. Im meist getragenen Ambiente – zwischen Singer/Songwriter, skandinavischem Slow-Pop und synthetischen New-Wave-Einflüssen – treiben die meist ruhigen, emotionalen Songs durch ein Meer aus Melancholie, ohne in den großen Schmerz zu gehen. Mit dem wunderschönen, zerbrechlichen 'Are You All Right' steigt der Norweger zünftig ein, berührt mit sensiblem Refrain und schöner Melodie. Der dann folgende Titelsong erinnert mich auf liebliche Weise an die Arbeiten von Kim Ljung (Seigmen) mit…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Psychedelic Rock • Pop • Chamber Cabaret Folk (35:30; Vinyl, CD, Digital; Prophecy Productions; 04.09.2026) 'Fire', die weltberühmte Hymne des selbsternannten God Of Hellfire, Arthur Brown, ist bald 60 Jahre alt. So verrückt – und dieser umtriebige 84-jährige Poet steht bis zuletzt noch auf der Bühne, um seine Shows zwischen Rock, Theater und fast rituellem Zirkus zu zelebrieren. Ich hatte im letzten September das Vergnügen, diesem Spuk live beizuwohnen, und wahrlich: Respekt, Arthur Brown, was dieser Mann energetisch nebst maskierter Band auf die Bühne brachte, ist wahrlich jeden nötigen Respekt wert. Brown spricht von "Nature" als seinem Meisterwerk, führten ihn…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Alternative Rock • Grunge Pop • Noise Pop (42:204; Vinyl, CD, Digital; Jagjaguwar/Cargo Records; 28.08.2026) Ach kommt, wir drehen einfach kurz die Uhr knapp über 30 Jahre zurück, Grunge und Alternative sind auf dem Zenit und zwischen all den Seattle-Bands gibt es die etwas anderen Bands wie die kauzigen Dinosaur Jr. um den sympathisch eigenwilligen Freak J. Mascis. Ich war nie ein Fan von schrammeligen Gitarren-Pop/Rock, aber 'Out There' seinerzeit mit seiner sehnsüchtigen Melodie, den treibenden, sehr intensiven Gitarren – und schon hatte mich die Band vollumfänglich nebst Album im Netz. Leader J. Mascis hat zusätzlich in den vielen Solo-Alben…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Post Punk • Wave Rock • Shoegaze • Neo Psych (54:53; Vinyl, Digital; Eigenveröffentlichung; 28.08.2026) "Insight" wurde bereits 2024 veröffentlicht und kommt nun mit fünf Bonus-Songs erneut auf den Markt. Ich kannte die Band bisher nicht, was bei dem Gemisch aus Sound und Herkunftsland fast wie ein Wunder erscheint. Viel geht grundsätzlich nicht schief beim Hören, der Sound ist transparent, sehr klar produziert. Die Melodien gehen gut ins Ohr, qualitativ gibt's keine großen Fehltritte, ohne einen ganz großen hymnischen Moment zu hinterlassen. Es bleibt eine dicht verzahnte Melange in Sachen schwebendem Shoegaze, dunklem Wave Rock, melodischem Post Punk mit gehöriger…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Dark Metal • Progressive Rock • Progressive Metal • Klassik (38:31; Vinyl, CD, Digital; Season Of Mist; 04.09.2026) "Light Of Day, Day Of Darkness" liegt lange zurück, setzte seinerzeit neben Bands wie In The Woods nachhaltige Maßstäbe in Sachen dunkler progressiver Metal-Klänge aus Norwegen. Konzeptionelle Alben sind des Machers Kjetil Nordhus Ding. Mit "A Dark Poem: The Messiah Complex" ist man nun bereits im dritten Teil angekommen und man muss konstatieren: Die Mannen wissen einfach, wie es geht. Inspiriert von Rimbauds tragischer Ode an Ophelia, treiben Green Carnation durch vier epische Partituren, die nach etwas Anlaufzeit wieder jede Pore anzapfen…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Extreme Post Doom (34:47; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 31.07.2026) Ein Album der Extreme, ein Album, für welches man als Hörer Aufmerksamkeit, Toleranz und genügend Schlaf mitbringen sollte. Derbe Growls, doomiger, extrem massiver Heavy Sound und gleichzeitig Stille, dunkle, abgründige Atmosphäre und lichtvolle, sakrale Clean-Passagen. Geigen, Ambient, Trauer und Wehmut, durchkreuzt von drückender Heavyness, die mit klarer Produktion einen postigen Anstrich genießt, nie zu dreckig und sludgig anmutet. Ein eher majestätisches Schleichen, bei dem das Wechselspiel aus pastoraler Melancholie, fast spirituell-kirchlichen Bildern und diesen schroffen Vocals, dem Hauch Funeral Doom plus Elementen von Sludge und Post Metal ein sehr eigenständiges Release…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Dark Art Pop • Post Pop (30:20; Vinyl, Digital; La Rubia; 28.08.2026) Im März 2025 – der Winter war noch sehr präsent zu der Zeit – verzauberte mich das Berliner Projekt Anchoress mit einem ersten sehr intensiven, hippen, dunklen Longplayer namens "Cockdust". Sängerin Anna Lucia Nissen – gesegnet mit einer unter die Haut performenden Stimme – bringt wirklich alles mit, was Freunde und Hörer von Anna von Hausswolff, Nico, Chelsea Wolfe, A.A. Williams und Jarboe in den Wahnsinn treiben lässt. Die dunkle, mahnende Art ihrer Vokal-Performance, der konsequent langsame, schleichende Lava-artige Sog hatte mich damals sofort vollumfänglich um den Finger…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Post Metal • Post Rock • Sludge • Instrumental (39:00; Vinyl, CD, Digital; Sargent House; 28.08.2026) Muss sich dieses Trio noch beweisen? Russian Circles gehören zum relevanten Inventar in Sachen instrumentalem Post Rock und Post Metal, addieren jederzeit im dreckig-atmosphärischen Gitarrensound einige Sludge- und Doom-Einflüsse, die Drums und Bassläufe sind um einiges aufgewühlter als im gepflegten, melancholischen Teil des Genres. Höre einen Song wie 'Empath' mit seinem Gitarrenspiel, nah am Death Metal, hymnische Black-Metal-Einflüsse in kleinen Dosen gibt's sogar noch obendrauf. Ein einziges Wühlen und Graben, massiv und unerbittlich, schwarz wie in einem Untertagebau voller riesiger Gerätschaften, die sich durch…

Weiterlesen
14.0
Reviews

Cinematic Progressive Metal (39:51; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 08.08.2026) Bärenstark und absolut überraschend durchkreuzt diese Platte meine Pfade und schnell läuft sie im Dauer-Repeat. Emotional, kraftvoll, ausufernd, majestätisch finden die Briten einen leidenschaftlich wühlenden Ausdruck, der sich weit, erhaben, mächtig und voller Intensität ganz direkt ins Herz spielt. Ein schwerer, sehr verdichteter Klang, voller Dynamiken, Riffs, epischer Melodien und einer beseelten Stimme, die diese Akkorde über Berge und Klippen trägt. Ich sehe bei dieser Musik ohne viel Anstrengung die weiten, niemals endenden Küsten des Atlantiks in Irland vor mir, wie sie sich kilometerlang im Regen machtvoll aufstellen und Jahrtausende überdauern.…

Weiterlesen
10.0
Reviews

Freaky Progressive Alternative Rock (41:53; Vinyl, CD, Digital; Tonzonen Records, 24.07.2026) In den großen musikalischen Topf passte augenscheinlich 'ne Menge rein. Die verrückten Ösis toben sich auf "The Rift" ohne viele Grenzen kreativ aus, klingen trotzdem in jeder Sekunde schlüssig und melodisch, und nach und nach wirkt der zuerst sehr unruhige Kessel fast nachvollziehbar. Man hat auf strange Weise den Schlüssel gefunden, poppige Alternative-Melodien mit spannenden Synth-Momenten zu koppeln – klingt in einer Sekunde hymnisch, atmosphärisch, in der nächsten abgedreht, unter Strom funky, bisweilen fast etwas stressig. Im Opener 'Guerilla Nation' ist wahnsinnig viel drin. Progressiv darf sich die Band…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Space Rock • Krautrock • Psychedelic Jam Rock (45:48; MC, Digital; Eigenveröffentlichung; 16.07.2026) Dieses Trio aus Manchester spielt leidenschaftlichen, sehr stimmungsvollen/agilen Space Rock, gespeist aus treibenden Rhythmen, fuzzy Wah-Wah-Gitarren und eingängigen Melodien. Partielle Heavyness, bluesig-schwere Parts, gniedelige Gitarren-Soli und immer wieder dieser typisch britische Rave-/Neo-Psych-Einschlag, der dem Setting immer wieder diesen Hauch shoegaziger Pop Attitüde verpasst. Alte The Verve, moderne Psych-Bands aus dem Fuzz-Records-Umfeld, mit 'nem Schuss Krautrock versehen, ein stetes Wechselspiel aus leichtfüßig abgehobenem und massivem Psych Rock. Viele fließend-kosmische Passagen, intensive Grooves halten das Energielevel des Albums fast durchgehend auf Anschlag, der blubbernd-spacige Gesamtsound sollte jedem Freund moderner…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Alternative Rock • Soul • R&B • Pop (36:52; Vinyl, CD, Digital; Royal Cream/BMG/Universal; 21.08.2026) Ein Song wie 'Duvateen' vom neuen Album der Band aus Cincinnati ist symptomatisch für den Punkt, an dem Bandleader Greg Dulli steht. Das schwarze, samtene Material nutzte man bereits bei Filmen wie Star Trek, um die unendliche Schwärze/Leere des Universums zu porträtieren, schluckte es doch vortrefflich das Umgebungslicht und verhinderte damit unerwünschte Reflexionen. Der charismatische Frontmann (ich denke dabei gerne an sein Projekt Gutter Twins mit dem famosen Mark Lanegan (RIP) zurück) schaut auf dieser Rille einmal mehr zurück auf eine verrückte Zeit, gleichzeitig blickt…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Cinematic Post Rock (33:50; Digital; Eigenveröffentlichung; 24.07.2026) Der Protagonist im Cover schaut bereits ins Licht, nur sind da noch immer die gefährlichen toxischen Fänge, die ihn davon abhalten wollen, endlich wieder zum freien Atmen zurückzufinden. Eher kurze Songs – die typischen pastoralen, in die Höhe blickenden Post-Rock-Riffs –, ein hoffnungsvoller Klang und fertig ist ein nicht mal 40 Minuten langer Trip. Vorsichtig alternative Riffs und Melodien – die auch zu Bands wie The Appleseed Cast passen würden – geben dem Album den vorsichtigen Hauch des Individuellen – somit würde ich hier nicht mal von einem lupenreinen Genre-Werk sprechen. Den Glanz,…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Alternative Rock • Grunge Pop • Indie Rock (42:44; Vinyl, CD, Digital; Noisolution; 21.08.2026) Für dieses achte Studio-Album ging es für das Dortmunder Trio erneut nach Amiland, wo Tony Reed (Pentagram, Mos Generator) Hand anlegte und der Band gehörig amerikanische Alternative-/Grunge-Rock-Vibes verpasste. Ich durfte die drei mit ihrer Live-Power auf dem schönen Blue Moon in Cottbus 2025 feiern, und ja, das hatte Energie in jeder Sekunde. Ich bin mit Grunge, alternativem Rock ebenfalls gut sozialisiert worden in den frühen Neunzigerjahren, und innerhalb weniger Sekunden befeuert der Opener 'Heart Of Bones' mit seinen spröden Riffs und rockigen Tunes jedes nostalgische Déjà-vu.…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Cinematic Art Folk • Atmospheric Songwriter Pop (45:00; Vinyl, CD, Digital; Polyborus/Cargo; 31.07.2026) Neben seinem Musikerdasein ist Sänger Jonathan Meiburg auch noch Forscher (irgendwas mit Vögeln, soweit ich mich erinnere) und nach diesen Aufnahmen mal eben zu einer Antarktis-Expedition aufgebrochen. Dass Meiburg ein klassischer Fast-Misanthrop ist, lässt sich anhand seiner Alben/Texte nicht leugnen, ändert aber nichts daran, wie sehr er einen als Hörer an die Hand zu nehmen weiß. Mit Shearwater geht man irgendwie immer auf eine Reise. "The New World" klingt für mich wie ein Tag am Meer: einsam, neugierig, nachdenklich, entrückt und trotzdem voller sehnsüchtiger Blicke in eine…

Weiterlesen