Trip Rock • Psychedelic • Instrumental • Post Rock (1:03:53; Digital; Eigenveröffentlichung; 02.10.2026) Instrumentaler Trip Rock aus Chile, ganz nach meinem Geschmack. Und ja, die Chilenen haben ja auch hier und da seit vielen Jahren starke Vertreter innerhalb ihrer psychedelischen Prog-Szene. Fünf epische Songs zwischen sechs und zwanzig Minuten sind erst mal eine Ansage, bürgen aber natürlich noch lange nicht für Qualität. Irgendwo zwischen den Tiefen der frühen Godspeed-You!-Black-Emperor-Aufnahmen und weitläufigen psychedelischen Nebelfeldern passiert hier einiges, um so richtig schön ins Träumen und Driften zu kommen. Spannende Auf-und-ab-Momente, Piano, Ambient, Stille und dann wieder diese wabernd-trippigen Klangmalereien, die dank guter…
Autor: Rajko Baers
Vintage Rock • Psychedelic • Stoner Rock (36:30; Vinyl, CD, Digital; Sound Of Liberation; 23.10.2026) Mit "Paranoia Pilgrimage" war diese junge Band aus Aschaffenburg bereits gut im Rennen. Mit "Echoes Of Unfortunate Times" merkt man eine Steigerung im Songwriting, in den Arrangements und in der Attitüde. Ich habe die vier Musiker 2025 beim Blue Moon live erlebt, und ja, das hat schon Laune gemacht. Anno 2026 sitzen die Zutaten aus Psych, Stoner, Fuzz und Kraut stimmig zusammen. Ich finde die Band auf der neuen Rille durchgehend unterhaltsam. Mit Power und Abwechslung wird ordentlich Drive erzeugt. Der absolute Knaller bleibt aus,…
Atmospheric Trip Rock (42:12; CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 24.10.2026) Dieses Projekt um Multiinstrumentalist/Producer Wolfram Zarnack aus Hamburg nebst Sängerin Josefine Winter spielt schwebenden Trip Rock, meist melancholisch, etwas nächtlich, und wird für Freunde der späteren Inkarnation von The Gathering, Midas Fall oder Archive ohne Weiteres zu empfehlen sein. Ich habe mich schnell in den butterweichen, stets etwas dunklen Trip-Sound reingefunden, machen Flöten, langsame Rhythmik, Female Vocals und viele Post-/Nischen-Elemente den Zugang doch sehr leicht. Alles ist dicht, einen Hauch schwermütig, vorsichtig progressiv, ätherisch und voller kleiner subtiler Dynamiken. Die Musiker schaffen genügend Räume und Abwechslung, Passagen ohne Gesang und wiederum die…
Nordic Female Pop • Trip Hop • Electronica (41:51; Vinyl, CD, Digital; Nuclear Blast Records; 16.10.2026) "Tungl" steht auf den Färöern für "Mond", und so wie der Mond verschiedene Phasen durchläuft, steht er auf der neuen, sehr atmosphärischen Rille von Eivør für Veränderung, Reflexion, Erinnerungen und Neuorientierung, also für die ebenso durchdringenden Phasen im Leben eines Menschen. Weit weg vom traditionellen, oft folkbasierten Sound geht es hier hin zu einer kühlen Variante des synthetischen Nordic Pop. Mystisch, andersartig und märchenhaft bleibt das Besondere der Künstlerin in jeder Faser dieses Albums präsent. Um einiges düsterer, orchestraler und wesentlich elektronischer präsentiert die…
Epic Post Rock (38:40; Vinyl, CD, Digital; Wax Bodega; 16.10.2026) Sechs Jahre pausierten Caspian, kehren jetzt mit ihrer selbstbetitelten Rille maximal selbstbewusst, klar und atmosphärisch auf der Bildfläche zurück. Ich bin die Tage durch die herbstlichen Alleen gecruist – Farben satt, die Sonne nahm mir fast die Sicht beim Fahren und dazu die Klänge der Amis. Ein breiter Teppich, den die Post-Rock-Veteranen hier ausfahren, übervolle Pinselstriche, epische Melodien, eine satte, tiefe, kraftmeierische Produktion. Vollmundige Gitarren, pastorale Tunes, braune, grüne, herbstliche Farbtöne mit diesem Hauch Americana, Slowcore und Folk in den Melodien, vor allem in den sanften, ruhigen Abschnitten. So steigt…
New Artrock • Chamber Progressive Folk (33:57; Vinyl, CD, Digital; Imaginary Friend Records; 16.10.2026) Dieser Teil des Albumzyklus darf als Geschwisterchen zum gerade erschienenen, offiziell benannten "III" verstanden werden und vervollständigt die Perspektive des Norwegers musikalisch wie auch inhaltlich. Orchestraler, ruhiger, mit manchmal schon fast kitschnaher Romantik flirren die Streicher wie in einer imaginären Theateraufführung durch den Saal ('Ruin the Sunset'), und ich frage mich auch hier angesichts manch kurzer Laufzeit bei gleichzeitig wunderschöner Melodik, wieso der Musiker nicht noch viel ausschweifender agiert. Die luftig-leichtfüßigen Drums und Grooves schwirren sehnsüchtig und angenehm organisch dahin. Der bittersüße Tune des Sängers ist…
New Artrock • Progressive Pop • Folk (47:08; Vinyl, CD, Digital; Imaginary Friend Records; 02.10.2026) Ich halte den Norweger Erlend Viken (Soup) spätestens seit deren Album "Children Of E.L.B." aus dem Jahre 2010 für eines der verkanntesten Genies der Neuzeit. Moderner, vielseitiger Artrock, der nordisch-melancholisch zwischen Prog, Folk, Post und ätherischen Rockklängen hin und her wogt und treibt. Hier findet garantiert jeder Freund anspruchsvoll-atmosphärischer Sounds alles, was ihn glücklich, wahlweise melancholisch oder traurig machen sollte. Die letzten Alben seines Projektes Giantsky, im besonderen die Doppel-Rille Giant Sky II" beinhaltete alles, was Freunde des nordisch feingliedrigen Progressive Rock an eben selbigen…
Post Metal • Cinematic Post Rock (47:05; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records; 16.10.2026) Die Amis aus Virginia passen mit ihrem konfrontativ-progressiven Post Metal perfekt in den Stall von Pelagic. Flimmernde Elektronik, derbe Riffs, viele groovig-vertrackte Grooves/Schlenker und atmosphärische Tiefen – das sind Shy, Low. Ein ruhiges, eher kurzes cineastisches Stück wie 'Burning Fields' steht den Amis gut, nimmt etwas Fahrt aus der meist doch sehr intensiven, kraftvollen Schlagzahl. Die Platte drückt schon in den meisten Abständen mit Wucht, einem gesunden Maß an Progressivität und vielen dynamischen Details. Melancholische Parts, in denen man sich auch mal treiben lässt, gibt es so…
Cinematic Post Rock • Electronica (35:47; Vinyl, CD, Digital; Subsound Records; 16.10.2026) Hypnotisch und schön düster/trippy geht's hier auf der neuen Platte der Mailänder direkt zur Sache. Ein Album über den steten Wandel, über die Unberechenbarkeit von Beziehungen, Dingen, die wir als gegeben wahrnehmen. Auflösungsprozesse, permanente Veränderung, Transformationen – all dies findet sich im Vergleich zu früheren Releases in einer deutlich schwermütigeren, driftenden Form wieder. Der neu ausformulierte kreative Prozess schien den Italienern auf "Death Of Permanence" gehörig Tiefe zu verleihen. Die monotonen, von Gast-Beiträgen wie Conny Ochs oder der sardischen Sängerin Dalia Kayros kreativ-dynamisch unterstützten Stimmungsbilder erschaffen eine neue,…
Indie Rock • Alternative Pop (41:33; Vinyl, CD, Digital; Apollon Records; 16.10.2026) Ja, mal ein Konzept-Album der etwas anderen Sorte. Die Norweger (auferstanden aus der Asche von Sister Sonny, die witzigerweise auch hier noch im Regal stehen), Musiker etwas älteren Semesters, aufgewachsen mit Filmen, TV-Serien und generell amerikanischen Kultureinflüssen, haben es sich zur Aufgabe gemacht, jedem Song innerhalb des Titels einem US-Bundesstaat zuzuordnen. Strange, aber natürlich auch mit 'nem Hauch Augenzwinkern schippern und rocken die drei Norweger durch gut abgehangenen Indie Rock, der auch Folk, Blues, Alternative Rock und melancholischen Singer-/Songwriter-Pop als Einflüsse im entspannten Bandsound zulässt. Mehrstimmige Vocals, entspannte…
Dark Metal • Doom Metal (45:49; Vinyl, CD, Digital; Profound Lore Records; 16.10.2026) Mit den Amis von Mother Of Graves ist man soundtechnisch schnell in der Hochzeit der Neunzigerjahre: Katatonia haben gerade "Brave Murder Day" veröffentlicht, Bands wie Opeth, Edge Of Sanity oder Novembers Doom zaubern immer mehr melodische, progressiv-düstere Nuancen in ihre Musik. Dieser Nostalgie-Aspekt ist hier immer ein Pluspunkt, muss ich ohne Weiteres zugeben. Dass im Opener die Chance genutzt wurde, die Produzenten-Ikone Dan Swanö für einen Gastbeitrag zu engagieren, passt somit hervorragend ins Setting. Die acht Songs auf "The Light That Keeps Us" agieren erneut, wie schon…
Atmospheric Blues • Art Pop • Post Rock (45:18; Vinyl, CD, Digital; Third Star Records; 15.10.2026) Die Geschichte der Band geht auch schon auf die Mitte der Neunzigerjahre zurück, veröffentlichte man damals doch sein Debüt in der Originalbesetzung unter Mithilfe von Bill Laswell. Mit nun neuem Drummer versucht die Band, den alten Sound nicht aufzuwärmen, stattdessen frische Akzente zu setzen. Ich bin jungfräulich an "Shapes Of Longing" herangegangen, suggerierte die Promotion-Info einen Sound zwischen Mojave 3, Red House Painters, Prog und Post Rock. Nee, nee, das würde ich komplett streichen und eher von einer Melange bluesig-emotionaler Halbballaden zwischen Tom Waits,…
Modern Progressive Metal • Post Metal • New Artrock (41:19; Vinyl, CD, Digital; Teilchensturm; 16.10.2026) Die Nordlichter sind zurück mit teils neuem Line-up, sprechen beim Selbstbetitelten von ihrer ambitioniertesten Arbeit überhaupt. Viele verschiedene persönliche Innenschau-Themen, ein dringlicher, kraftvoller Sound und ja, wahrlich hochmotiviert wirkt diese neue Rille beim ersten Zuhören. Viele progressive Abfahrten – der Blick Richtung neuere Katatonia blieb erhalten – ein stetes Wechselspiel aus weichen, sanften Momenten, die diesmal gefühlt mit mehr aggressiven Schüben gekontert werden. Der kompakte Bandsound presst, drückt und federt ähnlich den schwedischen Vorbildern mit satter Heavyness, entspannten Grooves und den natürlich omnipräsenten melancholischen Melodien.…
Cinematic Post Rock • Ambient • Shoegaze • Instrumental (42:48; Digital; Eigenveröffentlichung; 08.10.2026) Wer den Post Rock gern verträumt, warm, melancholisch und cineastisch mag, Bands wie Hammock, Immanu El, Echodrone oder die ruhigen God Is An Astronaut zu schätzen weiß, kann hier eigentlich blind zugreifen. Dieses Einmann-Projekt zaubert tiefe, wohlklingende Schattierungen aufs leere Blatt, all dies mit eher verschwommenen Nuancen und Farben, die eher Blau und tiefes Rot vermischen, statt mit Grau oder Schwarz ins Triste oder Düstere zu blicken. Warme Frequenzen sind versprochen, welche wundervoll driften, hell leuchtend schimmern, den nächsten Morgen garantiert versprechen und eine Art seeligen Frieden…
Cinematic Post Rock • Post Metal • Instrumental (41:15; Vinyl, Digital; Eigenveröffentlichung; 09.10.2026) "Siete" steht für Sieben, und mit dieser Anzahl an Releases beglücken die Spanier seit Jahren die Genrefreunde in Sachen kraftmeierischem Post Rock. Für mich gehört die Band kontinuierlich zu den starken Vertretern der Materie, müsste eigentlich ihre Alben auf Pelagic und Co. veröffentlichen – da passt das doch hervorragend ins Programm. Ohne zu viele Experimente schafft man es auch auf "Siete", erneut viele Verkaufsargumente zu kommunizieren und trifft mit satter Power, epischen Melodien und breit aufgestellter Dynamik meist ins Schwarze. Driftende Passagen, majestätisch-epische Abschnitte, Riffs und cineastische…
Experimental Doom Rock • Post Rock (41:30; Vinyl, CD, Digital; Argonaut Records/Octopus Rising; 09.10.2026) "Onar" steht für Traum oder Vision, somit steht hier jeder Song für spirituelle Transformation, Veränderung, Introspektion und Weiterentwicklung. Ein Album, welches wie eine Reise konzipiert ist, ein Bandname, der auf schamanische, indianische Praktiken zurückgreift. Der fast durchgehend im Downbeat angesiedelte Mix aus Post Rock, Experimental und Stoner-/Grunge-Elementen ist atmosphärisch dicht, eigenwillig arrangiert und spielt seinen komplett eigenen Film, was ich erstmal als positiv wahrnehme. Die oft instrumental gehaltenen Songs haben etwas Driftendes, Psychedelisches, dicht Arrangiertea, sind allesamt grau schattiert, trist und irgendwie anders. Dunkel und mystisch…
Experimental Rock (41:15; Digital; Rocket Recordings; 09.10.2026) Mit Monotonie, Wiederholung, Noise, rauen Vocals und mehr Kante ist dieser zweite Teil nach "Vol.1" ein durchaus zäherer Happen geworden. Der Vorgänger nutzte zwar auch einiges an repetitiven Abschnitten, Psych und Folk, aber diese Fortsetzung ist kaputter, verdrehter, schräger und experimenteller. Die aktuelle, dissonante, unkommerzielle Swans-Variante, Fugazi in langsam, surreal-verstörende Sound-Collagen und immer wieder dieser Slo-Mo-Noise-Rock, der phasenweise ordentlich düster aus den Boxen schwappt, fordern die Bereitschaft des Hörers um ein Vielfaches mehr. Tracks wie 'Old Gold' schleppen und scheppern sich mit allerhand klirrenden Geräuschfetzen im Hintergrund durch acht Minuten – musste selbst…
Electronica • Space Rock • Chill Out (43:53; Digital; Eigenveröffentlichung; 02.10.2026) Dieses Berliner Projekt um Mathias Rosmann verfolge ich seit vielen Jahren. Die ein oder andere Vinyl steht auch hier, und Sleeping Pandora stehen einfach schon immer für gemütlichen, abgehobenen Wohlfühl-Sound. Freunde der Floydschen Gitarren, des melancholischen Space Rock, der meist harmonisch und traumartig fließt und ohne viele Ecken und Kanten, gar Brüche daherkommt, werden die vielen atmosphärischen Releases längst zu schätzen wissen. Waren früher eher epische, teils dynamischere, prog-nahe Space-Rock-Elemente das Ding des Berliners, so überrascht "Trails" mit radiokompatibleren Längen und einer irgendwie electronica-lastigeren Ausrichtung, was mich letztlich überhaupt…
Progressive Cinematic Metal • Oriental Rock (1:12:12; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 08.10.2026) Die Geschichte des Alten Testaments, Moses auf dem Cover beim Durchschreiten des geteilten Roten Meeres, ein pralles Konzeptwerk – und somit ahnt man als Hörer, wohin die Reise gehen könnte. Der zweite Teil dieses ambitionierten, geplanten Dreiteilers handelt vom Auszug der Kinder Israels aus Ägypten und endet mit dem Empfang der Zehn Gebote durch Moses auf dem Berg Sinai. Hm, ich bin nicht so fit in der Thematik, aber eines ist klar: Der epische Brocken orientalischen Metals verdient eine tiefe konzeptionelle Ebene, ist dieses weit über eine Stunde…
Vintage Hard Rock (38:26; Vinyl, CD, Digital; Nuclear Blast; 09.10.2026) Als die Vintage-Rock-Mania in den frühen Jahren des neuen Jahrtausends Einzug hielt, u. a. Rival Sons, Witchcraft, Siena Root, Kadavar neben den Schweden von Graveyard ordentlich Laune verbreiteten, gereichte es für mich zur Initialzündung, nach Jahren des Vinyl-Verdrusses endlich wieder einen neuen Player anzuschließen, um der liebevollen Sucht zu frönen. Mit "Hisingen Blues" oder "Lights Out" hatten die Nordlichter gehörigen Anteil am Comeback der Schlaghosen und fuzzigen Retro-Grooves. Die zwischenzeitliche Auflösung der Band und die dann eher unspektakuläre Rückkehr vor einigen Jahren führen nun zur neuen Platte "Fever". Hm, was…