Autor: Rajko Baers

75er Jahrgang...Musik-Junkie seit ich denken kann-die Nischen zwischen Post/Prog/Athmo/Metal/Shoegaze sind´s irgendwie!

10.0
Reviews

Experimental Doom Rock • Post Rock (41:30; Vinyl, CD, Digital; Argonaut Records/Octopus Rising; 09.10.2026) "Onar" steht für Traum oder Vision, somit steht hier jeder Song für spirituelle Transformation, Veränderung, Introspektion und Weiterentwicklung. Ein Album, welches wie eine Reise konzipiert ist, ein Bandname, der auf schamanische, indianische Praktiken zurückgreift. Der fast durchgehend im Downbeat angesiedelte Mix aus Post Rock, Experimental und Stoner-/Grunge-Elementen ist atmosphärisch dicht, eigenwillig arrangiert und spielt seinen komplett eigenen Film, was ich erstmal als positiv wahrnehme. Die oft instrumental gehaltenen Songs haben etwas Driftendes, Psychedelisches, dicht Arrangiertea, sind allesamt grau schattiert, trist und irgendwie anders. Dunkel und mystisch…

Weiterlesen
10.0
Reviews

Experimental Rock (41:15; Digital; Rocket Recordings; 09.10.2026) Mit Monotonie, Wiederholung, Noise, rauen Vocals und mehr Kante ist dieser zweite Teil nach "Vol.1" ein durchaus zäherer Happen geworden. Der Vorgänger nutzte zwar auch einiges an repetitiven Abschnitten, Psych und Folk, aber diese Fortsetzung ist kaputter, verdrehter, schräger und experimenteller. Die aktuelle, dissonante, unkommerzielle Swans-Variante, Fugazi in langsam, surreal-verstörende Sound-Collagen und immer wieder dieser Slo-Mo-Noise-Rock, der phasenweise ordentlich düster aus den Boxen schwappt, fordern die Bereitschaft des Hörers um ein Vielfaches mehr. Tracks wie 'Old Gold' schleppen und scheppern sich mit allerhand klirrenden Geräuschfetzen im Hintergrund durch acht Minuten – musste selbst…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Electronica • Space Rock • Chill Out (43:53; Digital; Eigenveröffentlichung; 02.10.2026) Dieses Berliner Projekt um Mathias Rosmann verfolge ich seit vielen Jahren. Die ein oder andere Vinyl steht auch hier, und Sleeping Pandora stehen einfach schon immer für gemütlichen, abgehobenen Wohlfühl-Sound. Freunde der Floydschen Gitarren, des melancholischen Space Rock, der meist harmonisch und traumartig fließt und ohne viele Ecken und Kanten, gar Brüche daherkommt, werden die vielen atmosphärischen Releases längst zu schätzen wissen. Waren früher eher epische, teils dynamischere, prog-nahe Space-Rock-Elemente das Ding des Berliners, so überrascht "Trails" mit radiokompatibleren Längen und einer irgendwie electronica-lastigeren Ausrichtung, was mich letztlich überhaupt…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Progressive Cinematic Metal • Oriental Rock (1:12:12; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 08.10.2026) Die Geschichte des Alten Testaments, Moses auf dem Cover beim Durchschreiten des geteilten Roten Meeres, ein pralles Konzeptwerk – und somit ahnt man als Hörer, wohin die Reise gehen könnte. Der zweite Teil dieses ambitionierten, geplanten Dreiteilers handelt vom Auszug der Kinder Israels aus Ägypten und endet mit dem Empfang der Zehn Gebote durch Moses auf dem Berg Sinai. Hm, ich bin nicht so fit in der Thematik, aber eines ist klar: Der epische Brocken orientalischen Metals verdient eine tiefe konzeptionelle Ebene, ist dieses weit über eine Stunde…

Weiterlesen
10.0
Reviews

Vintage Hard Rock (38:26; Vinyl, CD, Digital; Nuclear Blast; 09.10.2026) Als die Vintage-Rock-Mania in den frühen Jahren des neuen Jahrtausends Einzug hielt, u. a. Rival Sons, Witchcraft, Siena Root, Kadavar neben den Schweden von Graveyard ordentlich Laune verbreiteten, gereichte es für mich zur Initialzündung, nach Jahren des Vinyl-Verdrusses endlich wieder einen neuen Player anzuschließen, um der liebevollen Sucht zu frönen. Mit "Hisingen Blues" oder "Lights Out" hatten die Nordlichter gehörigen Anteil am Comeback der Schlaghosen und fuzzigen Retro-Grooves. Die zwischenzeitliche Auflösung der Band und die dann eher unspektakuläre Rückkehr vor einigen Jahren führen nun zur neuen Platte "Fever". Hm, was…

Weiterlesen
10.0
Reviews

Dream Pop • Neo Psychedelia (40:55; Vinyl, Digital; "Papercup Records; 04.09.2026) Auf diesem dritten Album der Kölner Indie-Popper geht es geschmeidig, luftig, organisch mit vielen Synth-Effekten zur Sache. Schwebend-groovige alternative Sounds, prägnante Rhythmen und gut pointierte Melodien sorgen für Kurzweil – die steten elektronischen Sprenkel halten den fluffigen Sound leichtfüßig und beweglich, teils weibliche Vocals geben dem gesamten Setting die nötigen Kontrastpunkte. 'Fearing And Facing The World' ist so ein gutes Beispiel für die emotional-groovig-lockere Gangart, bei der sich mehrstimmige Vocals zu einer packenden Melodie vereinen, die im Ohr hängen bleibt. Immer wieder lassen kleine verquere Rhythmen, zurückhaltend-atmosphärische Experimente wie…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Experimental Post Folk • Instrumental (38:28; Vinyl, CD, Digital; Western Vinyl; 02.10.2026) Allison de Groot, kanadische, mehrfach ausgezeichnete Banjo-Spielerin, kehrt in Nashville bei Michael Ruth ein, um ein neues Album aufzunehmen. Der Multi-Instrumentalist und experimentierfreudige Ruth hat sich innerhalb des einjährigen Aufnahmeprozesses schnell mit de Groot dank einer Vielzahl von Loops, Delays und Synthesizern an Ideen gewagt, traditionelle und experimentelle Klänge in eine Art harmonischen Schwebezustand zu transformieren. Tja, so entsteht schnell mal statt eines Solo-Albums ein sehr schönes atmosphärisches Album in Kollaboration, bei dem sich innerhalb der instrumentalen Welt einiges an kreativen Ideen zusammenbringen ließ. Unter Mithilfe von Patrick…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Atmospheric Dark Folk (37:01; MC, Digital; Eigenveröffentlichung; 23.09.2026) Wenn Black Metaller hier und da konsequent zur Akustischen greifen, kommen, wie im Falle Grift oder Ofdrykkja, so einige fantastische Kleinode um die Ecke. Mit den Bulgaren von Hajduk verhält es sich ähnlich, und wer generell Bands wie Of The Wand and The Moon, Tenhi oder slawischem Neo Folk wie Scivias oder Cawatana seine Ohren schenkt bzw. lieh, der bekommt gerade eine vorsichtige Vorstellung davon, was ihn bei den stimmungsvollen Bulgaren so erwartet. Der stolze slawische Gesang, ein Album-Titel, der das Wort Frieden nutzt (so glaube ich jedenfalls), ein sehr pastoraler, herbstlicher…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Space Rock • Psychedelic Rock (44:40; Vinyl, Digital; Rocket Recordings; 25.09.2026) Mit maximal offenem Visier, verrückten kosmischen Abfahrten und auch mal schrillen Bläsern offerieren die Schweden mit ihrer neuen Rille Mut zur Lücke. Ein verrückter Parcours aus wildem Space Rock, unruhigen Jams, psychedelischen Tänzen und krautiger Hypnotik weiß auch hier, ähnlich The Cosmic Dead, Nepal Death oder Kungens Män, bei mir direkt in die offenen Arme zu fallen. Der Gesamtsound ist very organisch, kratzbürstig, voller schriller Flöten, fast ritueller Harmonien und klingt schwer nach Zusatzstoffen. Zu ruhig wird es nie, irgendetwas ist immer am Köcheln. Ich liebe diesen wilden psychedelischen…

Weiterlesen
9.0
Reviews

Psychedelic Pop • Synth Pop • Singer/Songwriter (40:02; Vinyl, CD, Digital; Papercup Records; 25.09.2026) Dieser junge Künstler aus Köln präsentiert auf "Hi Hopes" eine Melange aus elektronischem Pop, sanfter moderner Psychedelia und Singer-/Songwriter-Elementen. Wenn Du Dir als Hörer einen Stilmix zwischen Air, den Pet Shop Boys, Chill Out und den glorreichen Mercury Rev ausmalen möchtest, dann bist Du eventuell nicht zu weit weg vom mal seichten, dann auch wieder emotionalen Habitus von Andrew Collberg. Der Einstieg mit der Single 'Love Ain't Free' ist mir persönlich zu cheesy, dafür holt mich im Folgenden der Titelsong und das leider viel zu kurze…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Dark Atmospheric Post Rock (44:50; Vinyl, CD, Digital; Argonauta Records; 02.10.2026) Als die Post-Rocker-Ösis sich zu ihrer 2017er Rille den Dominik Dörfler am Gesang hinzuzogen, konnte man schon von einem musikalischen Break-up sprechen. Diese Platte hat mich seinerzeit durch viele seltsame emotionale Kurven begleitet, zugegebenermaßen. Die dunklen, oft rauen/emotionalen Vocals, die mich mehr als einmal positiv an End Of Green und auch die vergessenen schwedischen Goth-Rock-Helden von Bay Laurel erinnern, berührten seinerzeit beim ersten Take, und ich freue mich, nach fast zehn Jahren wieder endlich etwas Neues auf die Ohren zu bekommen. Kompakt, mit einem Fuß im Radio-Format/Mainstream, schreibt die…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Spiritual Folk (47:39; Vinyl, MC, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 25.09.2026) Ich verehre die folkloristischen Empyrium, vergöttere die "Forest Sessions" des Schweden Jonathan Hultén, habe mich intensiv mit der letzten Iskandr beschäftigt und freue mich umso mehr, die dazu passende neue Andy Aquarius zu besprechen. Der Deutsch-Kroate spielte im letzten Jahr, ebenso wie Iskandr, auf dem wundervollen Ancient Echoes Festival in der Kirchenruine Wachau, und ja, beide passten perfekt an diesen mystischen Ort mit ihren spirituellen Klängen. Mit dem "Tal der Tränen" geleitet Dich der mittlerweile in Berlin ansässige Musiker weit hinaus an stille, entlegene Plätze, fernab von Zivilisation, sinnentleerter Kommunikation und…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Nordic Folk • Progressive Rock • Atmospheric Metal (36:53; Vinyl, CD, Digital; Season Of Mist; 25.09.2026) Die Norweger von Gåte hatten 2024 Norwegen beim Eurovision Song Contest vertreten, dies wild und farbenfroh. Das brachte natürlich einiges an Aufmerksamkeit, führte zu mehr Popularität, der Wechsel zu Season Of Mist als größerem Label ist somit mehr als naheliegend. Ihr poppiger Mix aus wilder Optik, traditionellen Einflüssen, Folk, Metal und orchestralen Rock-Klängen geht aber auch immer gut ins Ohr. Ob fette Metal-Riffs, Dramatik, theatralischer Symphonic Rock – dynamische Strukturen zuhauf garantieren absolute Kurzweil beim Hören von "Sigil". Sängerin Gunnhild Sundli hat die perfekte…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Nordic Chamber Pop • Modern Classical • Electronica (52:21; Vinyl, CD, Digital; Deutsche Grammophon/Universal; 18.09.2026) Die Schwangerschaft der in Berlin lebenden Dänin Agnes Obel brachte diese lange Album-Pause von sechs Jahren mit sich, die selbst für die Künstlerin viele persönliche Dinge, Wahrnehmungen und ihre Einstellung zum Leben komplett auf den Kopf zu stellen wusste. Sie beschreibt ihr Mutterwerden als bewusstseinserweiternde Grenzerfahrung, schaut auf's Leben nun mit neuen Augen, integriert Philosophie (Hannah Arendt), Natur und Literatur mit völlig neu aufgestellten Blickwinkeln. Die Metamorphose, die Verbindung, die eine Mutterschaft herzustellen weiß, bringt komplett neue emotionale Verästelungen und Perspektiven ins Leben, und diese…

Weiterlesen
13.0
Reviews

Progressive Rock • Nordic Artrock (45:28; Vinyl, CD, Digital; Sycophantastic Records/Just For Kicks; 24.07.2026) So, nun kommen die beiden spannenden EPs der Norweger Sykofant als Gesamtwerk mit LP-Länge. Das ist schön, weil es einfach hervorragend zueinander passt und man so noch mehr am Stück schwelgen darf. Die "Red Sun" (EP) habe ich genau wie den ersten selbstbetitelten Longplayer bereits sehr zu schätzen gewusst, und mit dem jetzigen Zuwachs der "Leaves" (EP) und ihren eher atmosphärisch-ausladenden Strukturen wird's ja nur noch wohliger beim Hören. Wie bereits besprochen, sind hier die ersten drei Tracks der "Red Sun" zu hören, und hier ist…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Doom Folk • Progressive Rock • Artrock (33:20; CD, MC, Digital; House Of Incantation; 28.08.2026) Ach, wie gemütlich dieser waldig-kauzige Sound von Thomas Helm und Markus Stock (Empyrium). Immer stets herbstlich und mit diesem Hauch surrealer Atmosphäre geistert Helm mit seiner einzigartigen Stimme durch den nächtlichen Wald, sieht den Eulen und Raben bei ihrem selbstvergessenen Spiel zu. Akustische Elemente zuhauf, sehr dicht und nah produziert, eine Art Doom Folk mit progressiver Artrock-Schlagseite. Das ist wohlig, wenn Flöten, etwas elektrische Gitarren und dieser vorsichtige Ansatz von dunklem Rock Texte von Heinrich Heine in Töne verarbeiten, das innere Auge ständig Laub, Äste…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Progressive Doom Metal • Atmospheric Rock (47:07; Vinyl, CD, Digital; Reigning Phoenix Music; 18.09.2026) Die "Celestial"-EP war ein feiner Wink Richtung Zukunft, und mit "Obscured Horizons" setzen The Eternal genau an dieser Schnittstelle zu weiteren Hochmomenten an. Düstere Themen sind natürlich weiterhin das Fundament der Band. In einer Welt voller Schatten, Masken und ständiger emotionaler Erosion versucht die Band trotzig, ins Licht zu gehen, und diese offenen Nuancen finden sich in einem deutlich erweiterten Dynamik-Spektrum wieder. Einiges mehr an rockigen Parts und melodisch-hymnischen Einflüssen wird man auf dieser neuen Rille gewahr, und nach einigen Durchgängen entpuppt sich die Platte als…

Weiterlesen
12.0
Reviews

Heavy Shoegaze • Post Rock • Psychedelic Doom Rock (38:05; Vinyl, CD, Digital; Magnetic Eye Records; 18.09.2026) Mit "Aion" hatte man vor knapp drei Jahren einen epischen, 80-minütigen Brocken serviert, der dank seiner vielen Stilistika und Stimmungen ein üppiges Mahl für Nischen-Freunde versprach. "In Between Strides" kommt diesmal mit der Hälfte an Songs und Laufzeit an den Start, birgt aber, so viel vorweg, ähnlich stimmungsvolle Qualitäten. Die Schwaben treiben gerne zwischen den Stilen, und wenn man so nach und nach tiefer und tiefer in das Album steigt, wirkt die Schlagseite Richtung Shoegaze/Psych fürs Erste präsenter und hätte aus meiner Sicht…

Weiterlesen
14.0
Reviews

Post Doom • Progressive Epic Metal (41:20; Vinyl, CD, Digital; Prophecy Productions; 18.09.2026) Was für ein Granit von einem Album! Mit Sänger Søren Sol Koldsen-Zederkof (auch bekannt durch die Nordic Folk Band Krauka) und weiteren erfahrenen Members aus Bands wie Ironguard und Encyrcle hat sich unter der Flagge von Maunah ein schweres Manifest nordischer Leidenschaft formiert. Maunah steht für den Klang der Verzweiflung und des weiten Himmels, die Kraft der Jahreszeiten, die Echos aus alten Zeiten, performt durch eine Stimme, die keine traditionelle Sprache verwendet, sondern durch lautmalerische Klang-Phrasierungen ganz spezielle emotionale Kammern in eine verloren geglaubte Vergangenheit öffnet. Ich…

Weiterlesen
11.0
Reviews

Post Metal • New Artrock • Doom (36:37; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records; 18.09.2026) Wer die aktuellen Katatonia, Riverside, Vola und Anathema zu seinen Favoriten zählt, könnte mit "A Flower To Water" eine gute Zeit haben. Moderner, angenehm düsterer, progressiver Sound zwischen gemäßigt modernem Metal und New Artrock findet sich hier in gut auf den Punkt gespielten Songs wieder. Die griechische Band, mittlerweile in Rotterdam angesiedelt, erhielt für diese neue Veröffentlichung klangliche Unterstützung in Sachen Mix durch C. Cederberg (Leprous, Anathema) sowie George Tanderø (Madrugada, Satyricon), der das Mastering hierfür übernahm. Intensive Touren mit den Label-Mates von The Ocean und…

Weiterlesen