Autor: flohfish

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

11.0
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Electro-Acoustic • Dark Ambient • Avantgarde • Post Rock • Arabic Experimental (43:26; Vinyl, CD, Digital; Constellation Records; 03.04..2026) Man muss sich das ja erstmal auf der Zunge zergehen lassen: Jerusalem In My Heart trifft auf Oiseaux-Tempête – also kontrollierte Eskalation trifft auf kontrollierte Eskalation. Was soll da schon schiefgehen? Richtig: nicht viel. Und tatsächlich passiert hier auch mehr, als der erste, leicht skeptische Eindruck vermuten lässt. Denn "Eternal Life No End" (oder, mit angemessenem Pathos: „eine verfluchte, dunkle Nacht, so unerquicklich wie ihre Suchenden“) macht zunächst genau das, was man erwartet – und das auf beachtlichem Niveau: Es wabert,…

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14.0
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Crossover • Industrial • Alternative • Hip-Hop • Post Metal • Wave • Sludge • Noise Rock • Hardcore • Pop • Electronica (38:49; Vinyl, CD, Digital; 45 Records/Rough Trade, 03.04.2026) Wenn "Year Two" schon BÄNG! war, dann ist "The Change Is Me" ein KABOOM! – ein Album, das musikalisch noch extremer, gleichzeitig aber um ein Vielfaches zugänglicher ist. Doodseskader liefern hier eine vermeintliche Irrfahrt durch ein Potpourri von Genres: Man weiß nie, was hinter der nächsten Ecke wartet. Hier ein Schuss Amenra, dort Nine Inch Nails, dann Depeche Mode, gewürzt mit Clubsounds, Trap und Hip-Hop – ein wildes, überraschendes…

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13.0
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Progressive Metal • Post Metal • Mathcore • Progressive Hardcore • Black Metal • Deathcore • Post Rock • Experimental (42:04; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 13.03.2026) Monosphere zeigen sich auf "Amnesia" von einer deutlich gereiften Seite. Hat Rodney Fuchs seine Ausarbeitung darüber, wie man ein Konzeptalbum schreibt, noch einmal überarbeitet, oder warum klappt es diesmal so viel besser als beim Erstling "The Puppeteer"? Das Ergebnis ist jedenfalls beeindruckend. Natürlich ist "Amnesia" wieder ein ziemlicher Brocken, was bei der stilistischen Spannweite und Kevin Ernsts tief grollenden Growls kaum verwundert. Und doch: Das Album geht erstaunlich geschmeidig runter. Fast schon irritierend geschmeidig,…

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12.0
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Progressive Rock • Alternative Rock • Progressive Metal • Grunge (44:40; Vinyl, CD, Digital; Kscope/Edel, 27.03.2026) Godsticks haben sich wieder zurückgezogen – diesmal ins "VOiD". Klingt dramatisch? Ist es auch. Das siebte Album der Waliser ist tatsächlich ihr bisher härtestes, düsterstes und kompromisslosestes Werk. Das Album erinnert mich phasenweise an System of a Down, nur eben in einem progressiven Paralleluniversum, in dem Math-Rock-Rhythmen die ohnehin kantigen Riffs noch komplizierter und überraschender machen. Vielleicht liegt es an bestimmten Nuancen in Darran Charles’ Stimme – die sonst eher an Chris Cornell erinnert –, die in den verzerrten, aggressiven Passagen fast theatralische Dramatik…

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8.0
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Metalcore • Djent • Industrial • Techno • Konzeptalbum (38:26; Digital; Blood Blast - Fateful Records/Believe; 27.03.2026) Ach Berlin. Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten – solange diese Möglichkeiten zwischen 120 und 140 BPM liegen und ein Türsteher entscheidet, ob du existieren darfst. Dass ausgerechnet HEAVEN.EXE genau dort ihre Identität zusammenlöten, ist also ungefähr so überraschend wie ein 48-Stunden-Rave mit „spiritueller Katharsis“ im Pressetext. "Erase Me" ist dann auch genau das, was passiert, wenn Konzeptalbum auf Metalcore, Djent und Techno trifft – und keiner bereit ist, Kompromisse zu machen. Oder anders: Wenn der Pit plötzlich im Club steht und sich fragt, warum…

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12.0
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Art Pop • Singer/Songwriter • Progressive Rock • Chamber Pop (17:32; Vinyl (RSD-Release), Digital; Label Mates, 27.03.2026/18.04.2026) Auf das Leben folgt bekanntlich der Tod. Ein gutes Jahr nach "La Vie" folgt nun "La Mort" – der zweite Teil von Anneke van Giersbergens EP-Trilogie, die einmal zusammengefasst als "La Vie, La Mort, L'Amour" erscheinen soll. Musikalisch und thematisch schließt sie nahtlos an, wo "La Vie" aufgehört hat. Vier Songs, 17:32 Minuten, inspiriert vom Verlust beider Eltern. Die EP reflektiert Vergänglichkeit, Trauer und Erinnerung, ohne je ins Schwere abzugleiten – Annekes Stimme verwandelt Schmerz stets in Leichtigkeit. 'Fade In Fade Out' startet…

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12.0
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Ambient • Drone • Psychedelic • Dub • Avantgarte • Electronic • Folk • Tribal (43:54, 47:03, 44:58; Vinyl, CD, Digital; Neurot Recordings; 23.04., 21.07., 17.10.2024 ) Wer denkt, man könne bei Steve Von Till einfach mal „Ambient hören“ und dann weitergehen, hat "Triptych" noch nicht erlebt. Die dreiteilige Serie aus 2024, die sich wie ein bewusstseinserweiterndes Marathon-Event über drei Vollmonde erstreckt, entführt in kosmische Nebel, in denen Dub, keltische Folklore, seismische Basswellen und droneartige Eskapaden aufeinandertreffen. "Part One – Pink Moon" 'Psilosynth' eröffnet das Triptychon wie ein Uhrwerk, das durch eine psychedelische Nebelwolke rotiert. Al Cisneros’ Bass wirkt dabei…

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12.0
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Progressive Rock • Fusion • Funk • , Jazz • Synth Rock • Konzeptalbum (42:56; Vinyl, CD, Digital; Cave & Canary Goods (Eigenveröffentlichung); 20.03.2026) Vier Jahre ist es mittlerweile her, seit "Antimai" erschienen ist – jenes erste vollwertige Kapitel in der Geschichte um „The Indigo Child“, das bereits 2021 im gleichnamigen Soundtrack-Album vorgestellt worden war. Vier Jahre mögen sich zunächst nach einer beachtlichen Wartezeit anfühlen, gerade wenn man wissen will, wie es mit dieser dystopischen Welt weitergeht. Doch gemessen an anderen popkulturellen Geduldsproben – man denke nur an George R. R. Martins "A Song of Ice and Fire" – relativiert…

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10.0
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Progressive Power Metal • Oriental Metal (46:52; Vinyl, CD, Digital; earMUSIC/;Edel; 27.03.2026) Man stelle sich kurz vor, Walt Disney Company würde nach "Aladdin" tatsächlich noch einmal tief in Tausendundeine Nacht greifen – aber diesmal nicht für fliegende Teppiche, Sidekicks und gute Laune, sondern für maximalen Seelenschmerz in Cinemascope. Dann wäre "Wilderness Of Mirrors" der fertige Soundtrack. Und zwar nicht für irgendein Märchen, sondern für die Geschichte von Qamar al-Zamân und Budûr: zwei Liebende, die sich verlieren, suchen, zerbrechen, wiederfinden – und dabei jede emotionale Regung in Großbuchstaben ausformulieren. Willkommen im Myrath-Kosmos. Wer meine Beziehung zu "Karma" kennt, weiß: Respekt? Ja.…

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11.0
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Progressive Metal • Djent • Existential Prog (40:32; Vinyl, CD, Digital; Season Of Mist; 27.03.2026) Frischer Wind weht im Modern Prog Metal – und zwar aus Nord-Nordost, genauer gesagt aus Kopenhagen. Und nein, das ist nicht dieses übliche laue Lüftchen, das dir drei Djent-Riffs ins Gesicht pustet und sich dann wieder verzieht. Only Human schicken mit "Planned Obsolescence" eher einen kleinen Sturm ins Rennen. Einen, der noch nicht alles plattwalzt – aber durchaus das Potenzial hat, sich mittelfristig zum Orkan hochzuschaukeln. Musikalisch ist das Ganze erwartbar modern, technisch, angenehm unterkühlt. Also genau das, was man bekommt, wenn man Prog Metal,…

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Artrock • Emo • Progressive Rock • Post Punk • Stoner • Math Rock • Post Hardcore (48:47; CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 27.03.2026/04.09.2026) Die Jungs von Orange Utan sind einen weiten Weg gekommen. Hört man sich "JETZT MACHT!" (2014) an, trifft man auf eine ganz andere Welt: Stoner-Riffs dominieren das Album, irgendwo zwischen Kyuss und Monster Magnet, aber mit deutschsprachigem Gesang, Grunge-Atmosphäre, Punk-Attitude und nur zarten progressiven Untertönen. Damals war das Ganze noch eine wilde, ungestüme Mischung – charmant, roh, aber noch nicht so recht erwachsen. Vier Jahre später folgte "Katastrophil", und die Band hatte sich hörbar weiterentwickelt. Klaus Heuschkel lobte…

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9.0
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Atmospheric Black Metal • Dark Ambient • Paegan Nordic Folk • Lo-Fi (50:14; Vinyl, CD, MC, Digital; Sacred Bones Records; 27.03.2026) Bei Këkht Aräkh ist das ja immer so eine Sache mit den Erwartungen. Black Metal steht drauf, Black Metal ist… na ja… irgendwo bestimmt auch drin. Wahrscheinlich. Vielleicht im Kleingedruckten. Ursprünglich in Mykolaiv gegründet und inzwischen zwischen Berlin und Stockholm verortet, bastelt Mastermind Dmitry Marchenko (aka Crying Orc) weiterhin an seiner sehr eigenen Version von Genreverweigerung. Unterstützung kommt diesmal u. a. von Drummer J.S. sowie Gästen, wie etwa Bladee – bekannt aus der Cloud-Rap-/Sad-Rap-Szene und dem Kollektiv Drain Gang –…

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11.0
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Experimental Metal • Noise Rock • Post Metal • Industrial • Techno • Free Jazz • Gospel • Post Hardcore (1:04:29; Vinyl (2LP), CD, MC, Digital; Empty Tape/Virkelighedsfjern; 03.10.2025) Manchmal sind es ja genau diese Platten, die man nicht einfach „hört“, sondern eher über sich ergehen lässt. Oder überlebt. Oder zwischendurch kurz hasst, nur um sie danach wieder ein bisschen zu lieben. "Control Your Soul's Desire For Freedom" von Heathe ist so ein Kandidat – ein Doppelalbum, das sich weniger wie Musik und mehr wie eine leicht überambitionierte Selbstfindungsmaßnahme anfühlt. Die Presse spricht da gerne von „Tanz am Abgrund“, von…

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11.0
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Psychedelic Rock • Space Rock • Retro Rock • Hard Rock • Proto-Metal (36:28; Vinyl, CD, MC, Digital; Det Nordenfjeldske Grammofonselskab; 27.03.2026) Ich hatte mal einen Mitbewohner aus dem Saarland. Der hatte weniger Lebensmittel im Schrank als ich Kräuter und Gewürze – und kommentierte das mit einem trockenen „Wozu das alles? Es gibt doch Maggi™.“ Eine Weltsicht, reduziert auf das Wesentliche. Oder auf das Nötigste. Je nach Perspektive. Ähnlich funktioniert das Prinzip Motorpsycho. Während manche ihre Plattensammlung wie ein musikalisches Feinkostgeschäft kuratieren, gibt es auch die Fraktion „Warum eigentlich?“ – schließlich haben die Norweger in ihren inzwischen mehr als 36…

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11.0
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Progressive Rock • Psychedelic Rock • Electronica • Konzeptalbum (1:03:42; CD, Digital; Electric Bush Project; 07.03.2026) Man muss es Electric Bush Project ja lassen: Während andere Bands krampfhaft versuchen, sich neu zu erfinden, reicht bei Johannes Neu ein einziger Ton – und man weiß sofort, wer hier am Werk ist. Diese Stimme, die noch immer so charmant nach Fischer-Z klingt, ist Fluch und Segen zugleich. Wiedererkennungswert? Absolut. Überraschung? Konsequent verweigert. Gemeinsam mit Matthias Steuert, der mit seinem Gitarrenspiel einmal mehr den eigentlichen emotionalen Unterbau liefert, wird "The Loss Of Truth" zum bislang geschlossensten Werk des Projekts. Ein Konzeptalbum – ja,…

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14.0
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Post Metal • Ambient • Sludge • Hardcore (1:03:30; Vinyl (2LP), CD, MC, Digital; Neurot Recordings/Evilgreed; 20.03.2026) Manchmal schreibt sich der Einstieg von selbst. Etwa dann, wenn Neurosis aus dem Nichts ein neues Album veröffentlichen – exakt an dem Tag, an dem der Tod von Chuck Norris verkündet wird. Reinkarnation? Kosmischer Ausgleich? Eher letzteres. Denn Neurosis sind nicht zurückgekehrt, weil Norris weg ist. Sie sind zurückgekehrt, weil das Universum sonst Gefahr gelaufen wäre, zu optimistisch zu werden. Und dann läuft dieses Ding genau einmal durch – und hat einen schon komplett verschlungen. Kein vorsichtiges Antesten, kein „wächst bestimmt noch“: "An…

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11.0
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Middle Eastern Music • Electronic • Rock • Pop (39:44; Vinyl, CD, Digital; World Circuit Records/BMG; 09.06.2023) Man stelle sich kurz vor, Jonny Greenwood (Radiohead, The Smile) hätte Lust auf etwas Abwechslung vom ewigen Gitarren-Understatement und denkt sich: „Warum nicht ein Album mit einem israelischen Rockstar aufnehmen, den hierzulande kaum jemand auf dem Zettel hat?“ Enter: Dudu Tassa – in seiner Heimat eine feste Größe, im hiesigen Feuilleton ungefähr so präsent wie die Charts von 1973. Knapp drei Jahre ist es her, dass ich "Jarak Qaribak" das erste Mal auf dem Schirm hatte. Damals war mir die Platte musikalisch noch…

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Prog, Hymnen, Gänsehaut Es gibt diese Momente, in denen man über eine Rezension stolpert und plötzlich weiß: Da ist was im Busch. In meinem Fall war es Carstens Besprechung zu Hällas' "Panorma". Ein paar Klicks später, ein paar Songs weiter – und ich war verloren. Diese Mischung aus Retro-Prog, Hard Rock und epischer Sci-Fi-Fantastik hatte mich sofort am Haken. Dass ich mich zufällig gerade in der Nähe von Frankfurt herumtrieb, machte die Sache nur noch einfacher: Konzertbesuch? Pflichtprogramm. Earth Tongue Das Zoom war schnell gefunden. Weniger schnell hingegen mein Timing. Offizieller Beginn für Earth Tongue sollte 20 Uhr sein –…

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13.0
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Hip-Hop • Industrial • Noise Rap • Cyberpunk (1:06:40; Vinyl, CD, MC, Digital; Sub Pop, 14.03.2025) Manchmal braucht es offenbar erst ein Roadburn Festival, um einem klarzumachen, dass die eigene musikalische Komfortzone ungefähr so flexibel ist wie ein Stahlträger aus dem Ruhrgebiet. Hip-Hop auf einem Metal-Festival? Klar. Und zwar nicht irgendwo zwischen Foodtruck und Dixie-Klo, sondern als Headliner im großen Saal. clipping. haben 2024 genau das gemacht – und damit das Motto „Heaviness Redefined“ nicht nur verstanden, sondern gleich in Großbuchstaben neu programmiert. Dass ich mich jetzt – ein Jahr nach Veröffentlichung von "Dead Channel Sky" und sechs Monate nach…

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Post Black Metal • Metalcore (46:01; Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music; 20.03.2026) Manchmal hat man ja das Gefühl, dass Maskenbands mittlerweile schneller aus dem Boden schießen als Festivalankündigungen im Frühjahr. Und irgendwo in dieser gepflegten Flut aus Mysterium, Sigillen und bedeutungsschwangeren Blicken stehen Gaerea – seit 2016 im Geschäft, also lange bevor Acts wie Sleep Token das große Geheimnis zur marktfähigen Kunstform erhoben haben. Und trotzdem wird man sich anhören müssen: „Noch so eine Band.“ Warum das überhaupt erwähnenswert ist? Weil "Loss" genau an diesem Punkt ansetzt. Nicht als trotziges „Wir sind anders!“, sondern eher als selbstbewusstes „Wir können…

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