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    Du bist hier:Home»Reviews»NDV - Invisible

    NDV - Invisible

    0
    By Kristian Selm on 8. Juli 2020 Reviews

    NDV - Invisible (English Electric, 29.5.20)(69:13, CD, Vinyl, English Electric Recordings, 2020)
    Nach seinem Ausstieg bei Spock's Beard und dem langjährigen Engagement beim Cirque du Soleil verschwand Nick D'Virgilio etwas aus der allgemeinen Wahrnehmung. Als Mitglied von Big Big Train kehrte er dann wieder etwas vermehrt ins progressive Blickfeld zurück, weswegen auch deren Label als Plattform für diese Veröffentlichung dient. So packt der umtriebige Multi-Instrumentalist und Sänger wieder mal sein Alter Ego NDV aus und wandelt nach längerer Pause auf Solopfaden.

    Der Albumtitel "Invisible" ist dabei programmatisch zu sehen. Doch geht es nicht um die temporäre Unsichtbarkeit des Künstlers, sondern vielmehr um Menschen, die einen harten Job ausüben, aber innerhalb der allgemeinen Wahrnehmung nicht präsent sind. Passt aktuell bestens zur veränderten Anerkennung bestimmter "systemkritischer" Berufe, die zuvor unter dem gesellschaftlichen Radar liefen. Letztendlich handelt das Konzept davon, dass wir alle einen Platz und eine Bestimmung auf dieser Welt haben, egal wie bedeutend oder unbedeutend wir uns selbst finden.

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    Musikalisch ist dabei eine stilistische Mixtur herausgekommen, wie man sie von NDV erwarten durfte, sofern man dessen Historie mit den unterschiedlichsten Projekten und Beteiligungen verfolgt: anspruchsvoller Rock/Pop, ein gehöriger Prog Touch, aber genauso orchestrale Elemente mit Streichern, versehen und vereint durch hymnische Melodik und groovigen Punch in typisch lässiger amerikanischer Ausprägung. Oder einfach von der Facebook Seite des Künstlers ztitiert "A rock, pop, progressive, groovy, heavy, jammin good time".

    Dabei führt NDV teilweise den musikalischen Geist von Kevin Gilbert fort, als dessen adäquater Nachlassverwalter er bereits in der Vergangenheit teilweise in Erscheinung trat: als treibende Kraft hinter Kevin Gilberts nicht mehr zu dessen Lebzeiten vollendeten Werks "The Shaming Of True" oder auch mit der interessanten Neuaufnahme von "The Lamb Lies Down On Broadway" unter dem Projektnamen Rewiring Genesis im Jahr 2008.

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    Bei den 14 Tracks wird bewusst auf ausufernde Epen verzichtet. Dennoch bietet der songorientierte Ansatz ein sehr breites Spektrum an Stimmungen und inhaltlichen Ausgestaltungen. Das reicht von sanften Balladen, mal zurückhaltend ('Waiting For No One'), mal von Streichern begleitet ('Invisible'), wuchtigem, proggigem Bombast ('Turn Your Life Around', 'Mercy'), treibendem Elektro-Rock ('Wrong Place Wrong Time') über opulenten Art Pop / Rock ('Where's The Passion') bis hin zu funkigen Nummern ('I'm Gone'). Die vor allem durch die Beatles bekannte Coverversion 'Money (That's What I Want)' bekommt lässiges Bluesflair und düstere, teils floydige Stimmungstiefe verpasst.

    Wer hier ausschließlich Retro Prog im Fahrwasser von Spock's Beard oder Big Big Train bzw. ein typisches Schlagzeuger Soloalbum erwartet und das bisherige Solomaterial von NDV bzw. seine anderen Projekte nicht kannte, wird eventuell enttäuscht oder überrascht sein, da der Amerikaner bei seinem Material einen anderen, meist geradlinigeren, vor allem hymnisch-melodischen geprägten Weg wählt.

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    Begleitet wird Nick D'Virgilio, der selbst Gesang, sowie Schlagzeug, Bass, Gitarre, Bass Synth, Loops und Piano übernimmt von diversen, teils namhaften Gastmusikern, als da wären:
    Carl Verheyen  - Gitarre
    Paul Gilbert - Gitarre
    Rick Nielsen - Gitarre
    Randy McStine - Gitarre
    Tom Hemby - Gitarre
    Don Carr - Gitarre
    Stan Cotey - Gitarre
    Jonas Reingold - Bass
    Tony Levin - Bass, Chapman Stick
    Dave Martin - Bass
    Jordan Rudess - Piano, Synthesizer
    Jem Godfrey - Synthesizer
    Phil Naish - Keyboards
    Ed Goldfarb - Keyboards
    Jacob Dupre - Keyboards
    Michael Omartian - Piano
    Mark Douthit - Saxophon
    Sam Levine  - Saxophon
    Doug Moffat - Saxophon
    Kat Bowser - Background Gesang
    Beth Cohen - Background Gesang
    Nathan Heironimus - Background Gesang
    Sophia D'Virgilio - Background Gesang
    Jason Eskridge - Background Gesang
    Orchestra at Abbey Road

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    Trotz unterschiedlicher Stilelemente fühlt und hört sich alles irgendwie vertraut und "Nach-zu-Hause-kommen" an, hat das Gesamtpaket eine gewohnt hohe musikalische Qualität. Einfach gute Unterhaltung mit der richtigen Einstellung, die Spaß und Freude macht.
    Bewertung: 12/15 Punkten (KR 10, KS 12)

    Surftipps zu Nick D'Virgilio:
    Homepage
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    Twitter
    YouTube
    Spotify

    Abbildungen: NDV / English Electric Recordings

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    Art Rock Beth Cohen CD Carl Verheyen Chapman Stick Dave Martin Don Carr Doug Moffat Ed Goldfarb English Electric Recordings Funk Groove Jacob Dupre Jason Eskridge Jem Godfrey Jonas Reingold Jordan Rudess Kat Bowser Konzept Konzeptalbum Mark Douthit Melodien Michael Omartian NDV Nathan Heironimus Nick D'Virgilio Orchester Paul Gilbert Phil Naish Pop Progressive Rock Randy McStine Rick Nielsen Rock Sam Levine Saxophon Sophia D'Virgilio Stan Cotey Tom Hemby Tony Levin USA Vinyl transparent Vinyl
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    Kristian Selm

    Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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