Dream Pop • Shoegaze • Indie Folk
(28:15; CD, Digital; Dischi Sotterranei; 30.10.2026)
„Have You Ever Been In Love?" Mit dieser Frage beginnt die Geschichte zu dieser Platte. Edoardo Elia und Costanza Delle Rose sind Yuma Birch – ein freches, frisches, liebenswert melancholisches Duo-Debüt aus Italien. Yuma Birch besingen die Liebe, ihren Schmerz, ihre toxischen Elemente, Sehnsucht und Wahnsinn und tun dies auf unbekümmerte, eindringliche Art und Weise. Was mir gerade eben bei der neuen DIIV viel zu kalkuliert erschien, machen die beiden Musiker mit ihrem kurzen, bittersüß-ätherischen Indie Pop genau richtig.
Es finden sich Elemente aus Folk Pop, Post Punk, Shoegaze und Dream Pop zusammen. Das Ergebnis sind eindringliche Songs voller Herzschmerz und verzweifelt romantischer Brüche, vorgetragen mit dieser besonderen Form südeuropäischer Emotion. Nichts klingt glatt oder poliert, dafür hymnisch und bewegt wie im Opener 'Emotional Devotion' – voller Fuzz in den Gitarren und mit dieser sehr intensiven Form des Duett-Gesangs.
Wavige Melodien, Post Punk und 80s sind hier ein ganz direkter Griff ins Eingemachte. 'Valentine's' groovt minimal, mit schönen Wave- und Post-Punk-Melodien, absolut catchy und auf den Punkt. Das ist intim, immer etwas berauscht, sexy und ein klein wenig kaputt … so muss das! Perfekter Dream Pop, entspannte Melancholie und sommerliche Wehmut durchströmen 'Seven Souvenirs', das mich auf kongeniale Weise an die Ausnahmescheibe von On Dead Waves aus dem Jahre 2016 erinnert. Ähnlich wie bei den kongenialen Amis, dem Projekt von Polly Scattergood und James Chapman von Maps, mit ihrem damaligen selbstbetitelten Kleinod findet man hier lauter kleine "perfekte" Melancholie-Pop-Songs über die Not des Verliebtseins, laue Sommerabende voller Sehnsucht und all die wehmütigen Nuancen eben dieser Kollisionen. Die schmerzlich aufgeladene Ballade 'Sailor' berührt mit purem, fragilem Female-Gesang – leidvoll, sehnsuchtsvoll, liebend, dazu Streicher und akustische Gitarren … wunderschön allemal.
Mit nicht mal 30 Minuten natürlich viel zu kurz, aber irgendwie so wahnsinnig gut auf den Punkt geherzschmerzt. Ich bin zu dieser Rille per Rad durch den Sommer gecruist – Wolken, See und Sonne passten zum musikalischen Szenario auf fast unheimlich perfekte Art und Weise. Ein teilweise intimes, dann wieder dramatisches Kleinod – ganz und gar nicht perfekt, dafür romantisch, melancholisch, verträumt, akustisch, hymnisch und einfach nur liebenswert.
Bewertung: 13/15 Punkten
Tracklist:
- 'Emotional Devotional' (03:09)
- 'Valentine's' (03:11)
- 'Seven Souvenirs' (03:26)
- 'Mother's Son' (02:43)
- 'Sailor' (03:55)
- 'Some Other Place' (01:57)
- 'I Wanna Tell You' (03:26)
- 'No Other One' (02:10)
- 'Dòbhran' (04:16)
Besetzung:
Edoardo Elia
Costanza Delle Rose
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Sozius PR zur Verfügung gestellt.


