Desert Pop • Chill Out
(28:17; Vinyl, Digital; Fun In The Church/Bertus; 16.10.2026)
Was für einen Sampler mit Berliner Straßenmusik geplant war, der dann hinsichtlich geplatzter Förderungen doch nicht realisiert wurde, entwickelt jetzt ein relatives Eigenleben. Produzent war dermaßen fasziniert von der Musik, die der derzeit in Berlin lebende argentinische Straßenmusiker in den U-Bahnhöfen der Hauptstadt inszenierte, dass er diesen kurzerhand zu sich ins Studio holte und den Dingen, die sich darauf entwickelten, ihren vorbestimmten Lauf ließ.
Mit Gitarre und Drumcomputer kreierte der Musiker hier sein eigenes Schlafzimmer, seinen 'Interstellar Bedroom', welcher hier von einer Flut anheimelnder, aus Desert Pop, Reggae, Cosmic Blues und Balearen Folk zusammengesetzter Sounds geflutet wird. Mit somnambuler Leichtigkeit entführt uns Sergio Torales in faszinierende Klangstuben mit transzendentem und leicht psychoaktivem Habitus und einerseits sonnenverwöhnter, andererseits leicht schummriger Aura. Luftig, verträumt und mit mächtig positiven Vibrations behaftet, semi-rockt sich der Musiker durch Kleinode wie eben 'Interstellar Bedroom' und 'It’s About Love', zündet mit den 'Soul Encounters' dezente Reggae-Vibes und reitet schließlich mit den 'Fire Keepers' Richtung Sonnenuntergang, um letztendlich mit 'Justice Is Peace' noch ein ultralässiges Statement zu setzen. Und dass die halbe Stunde wie im Flug zu vergehen scheint, lag dieses Mal sicherlich nicht an eventuellen Substanzen.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Abbildungen: Sergio Torales/Bandcamp

