Cinematic Post Rock • Ambient • Shoegaze • Instrumental
(42:48; Digital; Eigenveröffentlichung; 08.10.2026)
Wer den Post Rock gern verträumt, warm, melancholisch und cineastisch mag und Bands wie Hammock, Immanu El, Echodrone oder die ruhigen God Is An Astronaut zu schätzen weiß, kann hier eigentlich blind zugreifen. Dieses Einmann-Projekt zaubert tiefe, wohlklingende Schattierungen aufs leere Blatt, all dies mit eher verschwommenen Nuancen und Farben, die eher Blau und tiefes Rot vermischen, statt mit Grau oder Schwarz ins Triste oder Düsterere zu blicken.
Warme Frequenzen sind versprochen, welche wundervoll driften, hell leuchtend schimmern, den nächsten Morgen garantiert versprechen und eine Art seeligen Frieden suggerieren. Die Klänge beruhigen, gelegentliche Distortion wie im Abschluss 'As The Last Light Fades' gibt der Musik kleine Brüche und Kanten, die der cineastische Flow sonst fast durchgehend verweigert, und trotzdem garantieren kleine, durchgehend dynamische Wellen Spannung und Dramatik über die komplette Länge des Albums. Schwebende Electronica, glockenklare Akkorde, das butterweiche Drumming und der stoische Bass sind federleicht aufgestellt und schaffen maximalen Tauchgang.
Das "Unendliche Blühen" ist suggestiv mehr als ein passender Titel für diesen akustischen Wohlklang, ohne je in kantenlosem Chill-out zu verenden. Das Paket aus schönen Melodien, warmen Sequenzen und verschwommenen Landschaftsaufnahmen fühlt sich stark an Hammock und Co. angelehnt an, nur wird gelegentlich, wie im Opener 'Nova', auch mal die Gitarren-Wand aufgefahren.
Diese temporäre Power schafft die nötigen Schattierungen und Kontrastpunkte, damit der Film auf "Infinite Bloom" eine kleine Achterbahnfahrt ist, in der man sich emotional durch aufbrausende Wolkenbrüche nicht zu sicher im Sonnenlicht fühlt. Schöne meditative Flächen und diese Art von Akzentuierung sowie butterweiches Drumming geben dem Album einen sanften, vorsichtig aufbrausenden Flow, der den Ohren letztlich in jeder Sekunde schmeichelt. Eine absolute Oase des postrockigen Schönklangs: warm, melancholisch, episch, verträumt und vollmundig cineastisch.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Abbildungen: Monotronaut/Bandcamp


