
Post Rock
(33:23; Vinyl, Digital; Noise Appeal Records; 16.10.2026)
Mit seinen gerade einmal etwas mehr als dreißig Minuten wirkt "Split Split", das mithin schon sechste Album der Wiener Postrockfraktion, wie ein Augenblick oder wie, um beim Thema zu bleiben, ein 'Split Second'. Dabei ist das Essentielle an dem Album der Gehalt an postrockmusikalischen Ballaststoffen, auf welche man hier äußersten Wert legt. Alles dreht sich um Spaltung, womit das Konzept hinter "Split Split" schon ein dringliches ist.
Eine verträumte Pianophrase eröffnet dabei meistens die Szenerien, die schon in dem Opener 'Split It' mit der Gigantomanie und dem Klirrfaktor postrockender Ekstase glänzen. 'Split The Rich', 'Splitsville', 'Split Brain' – das konzeptionell Trennende ist offensichtlich, derweil in musikalischer Hinsicht eine Gesamtheit in Sound, Stimmung und Atmosphäre angestrebt wird.
Der 'Splitter!' kommt als Singleauskopplung anfangs reichlich übermotiviert metallisch, fängt sich dann aber und gleitet als groovender Shoegaze ins Nirgendwo, wobei man es sich erlauben kann, am Ende noch einmal in die Vollen zu greifen. Die 'Split Tongue' gebärdet sich tatsächlich als eben eine solche, da sie am Anfang süßlich säuselt und später den Berserker mimt. 'One Third Split Second' führt die Vorzüge der Band aus melancholischer Stille und mächtigen Ausbrüchen noch einmal zu einem großen Ganzen zusammen. Womit das zugrunde liegende Konzept von le_mol selbst relativiert wird.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Abbildunge: le_mol/Bandcamp

