Symphonic Rock • Canterbury
(52:39; CD, Digital; Eigenveröffentlichung/Bad Dog Promotions; 15.10.2026)
Der schwedische Musiker Johan Steensland war bisher für den Rezensenten ein völlig unbeschriebenes Blatt. Was sich nach dem Kennenlernen des aktuellen Albums "The Triphant" massiv geändert hat, da dieses Werk deutlich Eindruck hinterlassen hat. Der Protagonist beherrscht nicht nur diverse Instrumente und ist auch als Sänger unterwegs, sondern hat auch schon in diversen Stilrichtungen gearbeitet. Nach Pop und Soul entschloss er sich schließlich, in den Prog Bereich vorzustoßen.
Dabei ist das vorliegende Album nicht sein erster Versuch in dieser Richtung, das war nämlich "Crossfade" aus 2024, dem ein Jahr später "Duality" folgte, und nun also "The Triphant". Drei Alben in drei Jahren, Respekt!
Es geht gleich sehr sympho-proggig mit mächtigem, aber leider recht kurzem Instrumentaltitel los, der sinnigerweise mit 'Intro' betitelt ist und gleich zeigt, dass der Multiinstrumentalist mit Gitarren und Tasten gleichermaßen gut umzugehen vermag. Ein (kurzes) Fest für Sympho-Prog Fans. Danach kommt Kirmesstimmung auf in der ebenfalls recht kurzen 'The Parade Of Dancing Toddlers'.
Was anfangs noch fehlte, spielt im weiteren Verlauf dann eine wesentliche Rolle, nämlich der Gesang. Und da hält sich der Protagonist (übrigens tatsächlich mit dem in der RIO-Szene bekannten Simon Steensland verwandt) nicht zurück, sondern geht in die Vollen. Sein Gesangsvortrag ist ausgesprochen intensiv und war für den Schreiberling anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Doch die vielen interessanten und mit der Zeit sich in den Gehörgängen festsetzenden Gesangsmelodien sorgten nach einigen Hördurchgängen für wachsende Begeisterung. An manchen Stellen erinnern die Gesangsarrangements ein wenig an Peter Hammill, ohne dass jedoch seine Stimme genauso klingen würde.
Sehr schön ist zum Beispiel die Klavierbegleitung bei 'The Lab Rat’s Escape', eine eher ruhige Nummer mit feiner Melodie und seinem typischen ausdrucksvollen Gesang, der allerdings durchaus Spaltpotenzial besitzt und möglicherweise nicht jedermanns Sache ist.
'Nothing’s Wrong' erinnert auch mal an Genesis zu "Duke" Zeiten oder durch die feine Gitarre auch an Roine Stolt. Ein bemerkenswertes Element seiner Musik ist auch das geschickte Einbinden von Flöte und Oboe in seine Musik. Er zeigt zudem seine Stärken in ruhigen Kompositionen wie beispielsweise im instrumentalen 'The Sitting' mit auch hier wunderbarem Klavierspiel und eben jenen Holzbläsern. 'Give it to me!' hat leichte Canterbury Tendenzen und erinnert ein wenig an die deutschen Argos. Das abschließende 'Layers Of Skin' startet mit Piano und die Gitarre greift ein Thema ähnlich zum Opener auf. Elegische Gitarrenparts und gefühlvolle Tastenarbeit sowie erneut diese schönen Bläserarrangements machen das Stück zu einem Highlight des Albums.
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In der Gästeliste tauchen Namen auf, die in der Prog-Szene schon gefallen sind, nämlich Bassist Owe Eriksson, der auf Tomas Bodins Solo-Debüt dabei war sowie Jonathan Lundberg, der auch in der Band von Jonas Lindberg (The Other Side) spielt.
Das Album ist in die beiden Abschnitte 'Act 1' und 'Act 2' unterteilt, klappt man das Digipack auf, steht auf der linken eine Geschichte mit dem Titel 'Dennis And The Storm' und rechts 'Anika' (dabei geht es allerdings nicht um eine herausragende Schlagzeugerin). Wer mehr über die dem Album zugrunde liegende Geschichte wissen möchte, wird auf des Künstlers Homepage bestens informiert, denn es gibt dazu eine Art Lesung von ihm zu hören.
"The Triphant" ist ein eigenwilliges Album, bei dem es viel zu entdecken gibt. Für den Rezensenten bedeutete dies auch, dass es folgerichtig auch seine ersten beiden Alben zu entdecken galt (die übrigens ebenfalls auf Kurzgeschichten basieren). Der Künstler betont übrigens, dass er bewusst altmodisch arbeitet. AI kommt nicht in Frage (recht so!) und auch kein auto-tuning oder auto-editing. Fehler werden ganz bewusst in Kauf genommen.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Besetzung:
• Johan Steensland - vocals / bass / guitars / keyboards
• Jonathan Lundberg - drums
• Ture Trygger - flute / oboe
• Owe Eriksson - fretless bass (4)
• Emily Francis - keyboard solo (9)
• Ingemar Brandt - piano (10, 11)
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Abbildungen: Johan Steensland


