
Melodic Death Metal • Doom Metal • Gothic Metal
(54:00; Vinyl, CD, CD, 2CD Artbook, Digital; Century Media/Sony Music; 16.10.2026)
Zehn Alben auf dem Buckel und kein zwingender Grund, die eigene Komfortzone einzureißen. Auf "Netherworlds" verbinden Insomnium hymnische Gitarrenmelodien, finnische Schwermut und etwas gezügelte Härte. Die Nähe zu Amorphis zieht sich durchs Album, gipfelt aber in 'The Hour Grows Late': Tomi Joutsen und Tomi Koivusaari ergänzen den Gesang, Santeri Kallio steuert Keyboards bei. Diese Zusammenarbeit ist mein persönliches Highlight und verleiht der epischen Nummer einen besonderen Reiz.
Ansonsten stehen die Melodien im Zentrum, während Niilo Sevänen mit seinen Growls einen rauen Kontrast setzt. Der gegenüber früheren Alben präsentere Klargesang erweitert das Spektrum. 'Remembrance' bringt mit recht progressiven Strukturen Bewegung ins vertraute Gefüge. Mit 'The Cold Song' wagt sich das Quintett erstmals an eine Coverversion und überträgt Henry Purcells barocke Todessehnsucht ins eigene Klangbild. 'Shadowlife' und 'Gleam In The Black' bedienen die melodische Seite, 'The Banished' sorgt für den nötigen Nachdruck.
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Stilistische Umbrüche bleiben aus, doch als reine Nostalgieveranstaltung geht "Netherworlds" nicht durch. Die angekündigten neuen Nuancen stecken eher im Detail; trotz atmosphärischer Geschlossenheit schrammt das Album gelegentlich an der Gleichförmigkeit entlang.
Das Finale 'Journey’s End' trifft mit reduzierter Instrumentierung, rauer Erzählstimme und tiefer Melancholie genau meinen Nerv. Die zurückgenommene Härte macht den Ausklang umso eindringlicher – auch wenn diese konsequente Abkehr vom Bombast für Diskussionen sorgen dürfte. Insomnium wissen, was sie können, und liefern zuverlässig. Solide bis stark, aber kein Anlass, die eigene Diskografie neu zu sortieren.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Besetzung:
• Niilo Sevänen - Gesang, Bass
• Markus Vanhala - Gitarre, Hintergrundgesang
• Tomy Laisto - Gitarre, Hintergrundgesang
• Ville Friman - Gitarre, Hintergrundgesang
• Markus Hirvonen - Schlagzeug
Gastmusiker:
Tomi Joutsen - Gesang (track 5)
Tomi Koivusaari - Gesang (track 5)
Santeri Kallio - Keyboards (track 5)
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

