Dark Atmospheric Rock • Progressive Singer/Songwriter
(45:31; CD, Digital; Widowbird Records; 18.09.2026)
Ja, die Welt ist Kriegsgebiet! Auf früheren Releases fand der Brite noch auf Prophecy Records statt und ich habe gerade den Vorgänger sehr gern und oft gehört. Ein eigenwilliger Charme, eine gewisse balladeske, progressiv-melancholische Kauzigkeit ist der Kunst des Briten eigen.
Pathos, Theatralik und britischer Humor, Ironie und Zynismus machen die Songs von Duncan schon zu was Eigenem ähnlich eines Paul Roland. British Folk, dunkler Rock, viel Balladeskes und fertig ist die strange, aber stets einladende Welt des Duncan Evans.
Ich mochte seine Vorgänger sehr, weiß seine Art des Vortrags zu schätzen. Irgendwo grob zwischen frühen Autumnblaze, neuen Marillion und Gazpacho wogt der immer etwas düstere Mix mit Anleihen an Singer/Songwriter, Wave und Artrock. Die manchmal grüblerisch-weinerlichen Tunes muss man mögen, aber Hörer mit Affinität zu melancholischem Artrock sollten Zugang zu den Klängen finden.
Dan Swanö (Edge Of Sanity) hat seinerzeit mit Nightingale ein ähnlich individuelles Baby gehabt, wo sich dunkler Wave und Melancholic Prog auf spezielle Weise umarmen durften. Die omnipräsente Melancholie, die stets einnehmenden Melodien haben was Warmes, Gemütliches und kleine schräge, avantgardistische Momente fallen nie störend ins Gewicht.
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Die ganze Chose klingt in jedem Fall erdig produziert, die wavig-traurigen Gitarren wissen hier und da gezielt schöne I-Tüpfelchen zu setzen. Ein meist eher stiller, atmosphärischer Rock-Sound (die Band-Konstellation ist definitiv ein Zugewinn) bettet die stets flehende Stimme des Briten – das Songwriting ist am Ende nie zu komplex, zu progressiv, aber dank variabler Drums, stimmungsvoller Arrangements weit weg von simpel und Drei-Minuten-Format.
Kann man mit der pathetischen Stimme, dem immer präsenten Weltschmerz, dann findet man einen seltsam sogartigen Zugang zur irgendwie sehr britischen Musik. Ich mag die herbstliche Attitüde, den etwas trist perlenden Gitarrensound und werde "The World Is a Warzone" mit Sicherheit das ein oder andere Ohr weiterhin schenken.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Abbildungen: Duncan Evans/Bandcamp


