Modern Progressive Metal • Post Metal • New Artrock
(41:19; Vinyl, CD, Digital; Teilchensturm; 16.10.2026)
Die Nordlichter sind zurück mit teils neuem Line-up, sprechen beim Selbstbetitelten von ihrer ambitioniertesten Arbeit überhaupt. Viele verschiedene persönliche Innenschau-Themen, ein dringlicher, kraftvoller Sound und ja, wahrlich hochmotiviert wirkt diese neue Rille beim ersten Zuhören.
Viele progressive Abfahrten – der Blick Richtung neuere Katatonia blieb erhalten – ein stetes Wechselspiel aus weichen, sanften Momenten, die diesmal gefühlt mit mehr aggressiven Schüben gekontert werden. Der kompakte Bandsound presst, drückt und federt ähnlich den schwedischen Vorbildern mit satter Heavyness, entspannten Grooves und den natürlich omnipräsenten melancholischen Melodien. Viele sehr auf den Punkt geformte Riffs, Leise-laut-Dynamik gibt dem Album eine sehr unruhige, fiebrige Klangfarbe. Harmonische, stets ins Licht groovende Refrains wie im mächtigen 'The Great Misgive' kommen richtig gut auf den Punkt.
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Ich nehme beim neuen Album der Deutschen immer wieder sowas wie "zu viel" wahr, habe hier und da den Eindruck, dass gewisse melodisch-hymnische Momente partiell verschenkt werden. Gerade die besonders einfühlsamen, ruhigen Momente funktionieren hervorragend ('Reflection Divide'). Wenn sich der Sound oftmals so passend in diese drückende Wand aus Gitarren und Melancholie hineinwindet, ist man in Sachen Dynamik stark und präsent. Nur finde ich die seltsamen Up-Tempo-Aggressionen komisch unausgegoren, was dem Album die Chance nimmt, richtig durch die Decke zu gehen.
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'A Light Of Autumn' berührt herbstlich-akustisch und 70's-lastig, badet in Melancholie wie die finnischen Helden von Swallow The Sun zu ihren besten Zeiten – die Schweden von Katatonia bleiben ebenfalls omnipräsente Größe am Wegesrand. Emotional, ausufernd, aber auch sperrig in den progressiven Dynamiken, empfinde ich die Qualität der Songs als manchmal widersprüchlich. Hätte aus mancher Idee ein konkreteres Ergebnis mehr Klarheit und auf den Punkt gespielte Melodien nach sich gezogen, wäre vielleicht noch mehr drin gewesen.
Ein ambitioniertes, komplex-progressives Melancholic-Metal-Album mit vielen leidenschaftlichen Nuancen, größeren, aber auch kleineren Momenten, die nicht immer vollumfänglich ineinandergreifen. Es fehlt trotz toller Produktion und handwerklicher Finesse einfach die ganz große Melodie, der übergroße Schwebe-Moment, den aber, seien wir mal ehrlich, meine alten Helden von Katatonia auch seit einigen Alben so nicht mehr finden.
Der raue, aggressive Vokal-Part innerhalb des Albums berührt mich einfach nicht, während die sanften Clean Vocals viel Melancholie/Gefühl zu transportieren wissen. Ein bisschen schade, sah ich die Sympathen von Rügen doch auf'm Sprung ins nächste Level. Für Freunde von Katatonia, Opeth und alternativem/progressivem Rock/Metal trotz der Kritikpunkte eine unbedingte Empfehlung zum Reinhören.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Sozius PR zur Verfügung gestellt.



