Progressive Cinematic Metal • Oriental Rock
(1:12:12; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 08.10.2026)
Die Geschichte des Alten Testaments, Moses auf dem Cover beim Durchschreiten des geteilten Roten Meeres, ein pralles Konzeptwerk – und somit ahnt man als Hörer, wohin die Reise gehen könnte. Der zweite Teil dieses ambitionierten, geplanten Dreiteilers handelt vom Auszug der Kinder Israels aus Ägypten und endet mit dem Empfang der Zehn Gebote durch Moses auf dem Berg Sinai.
Hm, ich bin nicht so fit in der Thematik, aber eines ist klar: Der epische Brocken orientalischen Metals verdient eine tiefe konzeptionelle Ebene, ist dieses weit über eine Stunde konzipierte Stück Musik dank vieler Gastmusiker, Chöre und haufenweise orchestraler Mittel ein mehr als üppiges Festmahl für Entdecker.
Streicher, Sprechgesang, weibliche Vocals, Synths, soundtrackartige Frequenzen, symphonischer Metal, progressive Dynamiken – für Freunde der opulent-symphonischen Materie passiert hier unendlich viel.
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Die beiden Macher Erez Yohanan und Yuval Kramer wissen dank der Vielzahl und Unterstützung all der betagten Musiker dieses epische Werk auf höchstem Niveau durch die Weite des Orients zu musizieren – atmosphärisch-melancholische Balladen, stürmisch-bombastische Passagen werden mit hoher Präzision, steter Dynamik und viel Dramatik und Feingefühl, häufig mit mehrstimmigen Chören, veredelt. Dies könnte für manchen Hörer gegebenenfalls in Sachen Pathos hier und da eine Schippe zu viel des Guten sein.
Eine dunkle Erzählerstimme, Gewitter-Samples, surreale Sound-Kulissen, folkloristische Passagen bieten epische Stücke wie 'Stardust Harvesters'. Dank ausufernder Epik, brillanter Soli und filmreifer Background-Kulisse schafft das Kollektiv massig Kopfkino-Momente. Die vielen, selbstverständlich orientalisch anmutenden Melodien gibt es natürlich in formvollendeter Qualität und Quantität, die Herkunft wird stolz und musikalisch leidenschaftlich intoniert.
Die Stücke pendeln durchgehend zwischen fünf und zehn Minuten, und ja, es passt natürlich so einiges hinein, und die biblische Geschichte treibt und wogt durch unruhige wie auch wunderschön balladeske Arrangements. Satter Pomp, sogar harscher Metal in 'Lady Of Slaughter', schaffen wilde Kontraste, Musiker wie Kobi Farhi (Orphaned Land) passen somit ohne wirkliche Überraschung ins bunte Set. Ich stoße immer mal temporär an meine Grenzen, ist es doch ähnlich wie bei Leprous oder den späteren Saviour Machine, dass die orchestrale Theatralik gern mal 'ne Schippe zu viel ist.
Schöne balladeske Highlights mit beidseitigen, mehrstimmigen Vocals wie 'Miriam' wissen sanft und ätherisch zu berühren, dies wird Freunde theatralischer Klänge zwischen Saviour Machine und Orphaned Land hoffentlich begeistern können. Ein richtig üppiges, vollmundiges Gesamtwerk, bei dem man aber offen sein muss für 'ne dicke Portion filmischen Pathos und Epik im Übermaß.
Bewertung: 12/15 Punkten
Besetzung:
• Erez Yohanan: Drums, Percussion, Programming, Vocals
• Yadin Moyal: Guitars, Bass
• Yuval Kramer: Additional Guitars
• Hanan Avramovich: Additional Guitars
• Inbal Avni: Piano, Backing Vocals
• Sharon Cohen: Oriental Violins, Woodwinds
• Gil Tzemach: Oud
• Lukky Sparxx: Lead Vocals, Backing Vocals
• Jessica Mercy: Lead Vocals, Backing Vocals
• Phillip Freeman: Narration
• Kobi Farhi: Vocals, Spoken Words
• Ela Kuebler: Sekhmet Spoken Words, Growls
• Roman Northey: Child Praying
• Mats Leven: Backing Vocals
• Yotam Avni: Growling
• Alex Wazmo: Backing Vocals, Screams
• Ravid Avni: Backing Vocals
• Shalom Yonahan: Backing Vocals
Surftipps:
• Bandcamp
• YouTube
• Wikipedia
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Bad Dog Promotion zur Verfügung gestellt.



