
Symphonic Progressive Rock • Instrumental Space Rock
(44:50; CD, Digital; Just For Kicks/Vertrieb; 05.12.2025)
Die Review zum Vorgänger "Void Weaver" liegt erst einige Monate zurück, in der die Band zusätzlich im Juli den Tod ihres Haupt-Songwriters Vesa zu verkraften hatte. Somit atmet "Memoria" damit nochmal eine ganz besondere Aura, obwohl die Songs bereits zwischen 2021 und 2025 entstanden sind.
Wie bereits auf dem stimmigen Vorgänger spielt man eine wundervolle Stilmenge aus nordischem Prog Rock, der mit Space Rock-Elementen, Folk, Ambient und gelegentlich hintergründigen Female-Chören, weich-federnd, angenehm groovigen Sounds und viel Abwechslung den Hörer mit auf eine Reise nimmt.
Stell Dir "Moongoose" der legendären Camel vor – gerade in den weich-fließenden, von Flöten getragen Melancholie-Parts – dazu die Schweden von Paatos sowie den verspielt, nordischen Sound der Landsleute von Malady und dann kommt man Hadal Sherpa zumindest auf die Spur.
Die Produktion ist erneut top in Szene gesetzt für diese Art Sound. Ein butterweicher, sehr warmer Bandsound macht es dem Hörer leicht, die melodisch verspielte Seite der Finnen zu entdecken. Viele schöne orchestrale Retro-Melodien, die omnipräsente Flöte und ein stets kosmisch weiter Bogen geben der Musik diese Vitalität, die auch die langen Songs wie im Flug vergehen lassen. 'Caligo' rockt mit subtiler Dynamik – 'Omina' treibt und wogt mit Sanftmut und sehnsüchtigen Flöten. 'Insomnia' klingt auch so und driftet mit fast postrockiger Anmut und später dramatisch-proggiger Attitude durch seine fast neun Minuten. Schön oldschoolig flächige Synths-Abfahrten lassen den Hörer in die frühen Siebziger zurückgleiten.
Harmonie, Melancholie, Weite und handwerklich-formvollendete Kompositionen bringen alles Nötige mit, ohne dass die Band das Rad neu erfinden muss. 'Maeror' ist verhältnismäßig kurz – hat liebevoll-tragische Hooks – der Bass wippt verspielt und sanfte, sehr wehmütige Chöre im Hintergrund geben augenscheinlich einem kleinen, bitteren Schmerz Raum. Im abschließenden, episch langen Titelsong wird diese Melancholie nebst tragischem Folk-Outro natürlich nochmal omnipräsent dramatisch ausgerollt. Abwechslung, sehr gelungene Gitarren-Arrangements und ein weich-bettender Nostalgie-Sound machen auch "Memoria" zusätzlich zum entstandenen Verlust wieder zu einem schönen, mal unaufgeregten, dann wieder intensiven Trip in die kosmische Weite des Progressive/Space Rock.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Besetzung:
• Vesa Pasanen - lead guitar, rhythm guitar, bass, synth, percussion
• Ville Kainulainen - rhythm guitar
• Ilja Juutilainen - drums, percussion
• Pi Viana - vocals, flute
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Abbildungen: Hadal Sherpa/Bandcamp

