
Rock 'n' Roll • Punk Rock • Glam Rock
(39:20; Vinyl, CD, Digital; Steamhammer/OPEN ; 16.01.2026)
Was für ein Albumtitel. 21 Jahre Abstinenz, und dann genau das: ""Same Drug New High. Ehrlicher, selbstironischer und glueciferiger kann ein Comeback kaum heißen. Die norwegischen Kings of Rock liefern nämlich genau das, was sie schon in den 90ern zur Speerspitze des skandinavischen Schweinerocks gemacht hat – neben Hellacopters, Backyard Babies und Turbonegro: rotzigen Rock 'n' Roll, der unmittelbar ins volle trifft, mitreißt und keine falschen Versprechungen macht.
Überraschungen gibt es dabei zunächst kaum – und das ist ausdrücklich positiv gemeint. Singles wie 'The Idiot' oder das apokalyptisch polternde 'Armadas' ballern mit Hochgeschwindigkeit durch die Gehörgänge, Punkattitüde, Glam-Schmierfilm und stadiontaugliche Refrains inklusive. Die Produktion klingt herrlich organisch, als hätte man sie mit ölverschmierten Fingern direkt in Oslo zusammengeschraubt – leichte Dreckreste unter den Fingernägeln ausdrücklich erwünscht.
Erst gegen Ende verlassen Gluecifer ihr angestammtes Terrain – und genau hier wird es spannend und für engstirnige Fans ein wenig fordernd. 'Another Night, Another City' gibt sich erstaunlich sleazig, fast schon zu geschniegelt für Osloer Verhältnisse, bleibt dabei aber irgendwie unfertig. 'On the Wire' wiederum verströmt Post-Punk-Atmosphäre mit Kraut- und Spacerock-Versatzstücken – interessant, ja, aber im Albumkontext ein kleiner Fremdkörper. Für eine stilistische Weiterentwicklung zu wenig, für ein Comebackalbum vielleicht schon zu viel. Was des einen Leid ist, ist des anderen Freud.
Und doch: Selbst wenn Biff Malibu stimmlich nicht mehr ganz so viel Ausdruck hat wie einst, klingen Gluecifer über weite Strecken so, als wären sie nie weggewesen. Es ist der gleiche Scheiß wie früher – aber eben auch auf dem gleichen verdammt guten Niveau. Same Drug. Und der High funktioniert immer noch.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Besetzung:
• Biff Malibu - Gesang
• Captain Poon - Gitarre
• Raldo Useless - Gitarre
• Danny Young - Schlagzeug
• Peter Larsson - Bass
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

