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    Du bist hier:Home»Reviews»Atlas - Sunder

    Atlas - Sunder

    0
    By flohfish on 18. März 2026 Reviews

    Atlas - Sunder (Odyssey Music Network, 20.02.2026)
    Modern Metal • Metalcore • Djent • Northcore
    (28:43; Vinyl, CD, Digital; Odyssey Music Network; 20.02.2026)
    Manchmal hilft es ja, wenn man die eigenen großen Worte gleich zu Beginn ein wenig relativiert. "Sunder" eröffnet mit 'Sermon To The Dying Light“ jedenfalls so, als wolle man direkt den nordischen Nebelwald beschwören: Streicherflächen, nervös zuckender Rhythmus, dazu tribalartige Vokal-Andeutungen. Düster, ja. Atmosphärisch, auch. Aber als Einstieg ungefähr so richtungsweisend wie ein Kompass im Magnetfeld – vorbereitet wird man auf das, was folgt, eher nicht.

    Und das folgt dann mit 'Tower' in Form einer bleischweren Djent-/Deathcore-Walze. Genau hier sind Atlas wieder ganz in ihrem Element: massiv, drückend, mit diesen folkloristischen Einsprengseln, die verhindern, dass das Ganze komplett im Genre-Sumpf versackt.

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    'Salt And Sulfur' zieht die gleiche Schneise, wirkt dabei aber etwas stärker im Metalcore verankert und vor allem: spürbar emotionaler. Mehr Schmachterei, weniger stumpfes Zermalmen – was dem Album durchaus gut zu Gesicht steht.

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    Dann 'I Whisper Your Name' – der obligatorische Gang runter vom Gaspedal. Atmosphäre über alles, Post Metal trifft auf weichgespülten Metalcore, und irgendwo im Hintergrund winkt der Pop. Kann man machen. Muss man mögen. Mir persönlich ist das eine Spur zu kitschig geraten, vor allem durch die doch sehr großzügig eingesetzten Stimmeffekte. Gefühl ja, aber bitte nicht gleich in Zuckerguss ertränkt.

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    Deutlich spannender wird’s mit ,'Coven Of Two'. Schon das Intro wirft Fragen auf („Ist das… eine verstimmte Akustikgitarre?“), danach entfaltet sich eine angenehm kontrastreiche Nummer, die endlich wieder Ecken und Kanten zeigt. Bis hierhin eines der Highlights.

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    'Altar Of Your Love' wiederum erinnert an die experimentellen Phasen von Paradise Lost und Tiamat Ende der 90er, mit einem emotionalen Feinschliff, der von HIM übernommen worden ist. Das ist charmant nostalgisch, ohne komplett in Retro zu kippen.

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    'Anodyne' schleppt sich angenehm düster und leicht industriell voran, experimentiert mehr mit Klangfarben und Gesang und entwickelt dabei eine eigenwillige, aber schöne Melodik.

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    Und der Titeltrack 'Sunder' selbst? Überraschend sanft, fast schon zärtlich, dabei aber von dieser typischen dunklen Aura durchzogen, die Atlas nach wie vor am besten beherrschen.

    Und hier liegt auch der Knackpunkt: Während die erste Hälfte noch recht bemüht versucht, das „erdrückende Rhythmik trifft cineastische Größe“-Versprechen aus dem Pressetext einzulösen, findet die zweite Hälfte endlich ihren eigenen Flow. Die letzten Stücke wirken geschlossener, stimmiger, schlicht interessanter.

    Unterm Strich bleibt also ein Album, das seine Stärken kennt, ihnen aber nicht immer traut. Weniger „monumental“ hätte "Sunder" gutgetan – dafür etwas mehr von diesen schrägen, unberechenbaren Momenten, die schon "Ukko" ausgezeichnet haben. Denn genau dort, wo Atlas aufhören, große Worte illustrieren zu wollen, und einfach Musik machen, sind sie immer noch am besten.
    Bewertung: 9/15 Punkten


    Tracklist:
    1. 'Sermon Of The Dying Light' (1:00)
    2. 'Tower' (2:51)
    3. 'Salt And Sulfur' (3:59)
    4. 'I Whisper Your Name Like A Curse' (3:55)
    5. 'Coven Of Two' (3:31)
    6. 'Altar Of Your Love' (5:04)
    7. 'Anodyne' (4:17)
    8. 'Sunder' (4:06)

    Besetzung:
    • Patrik Nuorteva
    • Leevi Luoto
    • Kevin Apostol
    • Tuomas Kurikka
    • Aku Karjalainen

    Surftipps:
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    Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Head Of PR zur Verfügung gestellt.

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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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