
Cinematic Chamber Folk • Electronica • Experimental
(39:10; Vinyl, Digital; AD 93; 10.10.2025)
Heute ist ein ganz grauer Wintertag, der Schnee fällt unaufhörlich und es liegt eine bleierne, seltsam schöne Schwere in diesem frühen Januar-Moment. feeo kommen mir da wie gerufen, weil mit diesem sehr speziellen Sound fühlt sich etwas Leere gleich so richtig nach dem größten schwarzen Loch überhaupt an. Die Stille, die Enge in den kargen tristen Räumen dieser Veröffentlichung hat teilweise arg klaustrophobische Züge.
2.AM, eine zermürbende Schlaflosigkeit, welche unaufhörlich an Dir nagt. Alles an diesen 40 Minuten saugt, zerrt und spricht mit Dir. Es ist, als würdest Du einer verschollenen, verwaisten Schwester von Beth Gibbons, Björk oder Emma Ruth Rundle zuhören, die man auf einer verlassenen Raumstation auf dem Mars unwiderruflich zurückgelassen hat. Für "Goodness" sollte man die innere und äußere Kulisse mitbringen, ist es doch wie mit einem filmischen Meisterwerk von David Lynch – wer kann die schon zu jeder Tageszeit goutieren?
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Langsam, schwermütig, abstrakt, trotzdem einfühlsam-liebenswert und partiell eingängig will diese Musik im richtigen Mindset, vor allem unter Kopfhörern, mit Dir in Kommunikation treten. Abstrakte elektronische Strukturen vibrieren monoton in noir – ein extrem trister Hauch von Songwriter Folk – dunkle, schemenhafte Bilder, die an die innere Wand gekritzelt werden. Man öffnet kleine Schachteln, die wie in einem Lynch-Epos wieder neue düstere Räume offerieren. Blut, Albträume, kaputte Love-Songs mit einsamem Piano wie 'Sandpit' berühren einfach mit ihrer zerbrechlichen Anmut.
'The Mountain' klingt wie eine avantgardistisch dronige Night-Version von Velvet Belly. Diese permanente Schwärze bleibt durchgehendes Fundament und trotzdem gefallen mir die Echos im Sound, sind so manch melodische Fragmente nicht zu weit entfernt von Lieblings-Bands wie The 3rd and the Mortal zu angejazzten Noir/Trip Hop Zeiten von "In This Room".
'Here' ist mit seinen pechschwarzen sieben Minuten ein schmerzhafter Schritt in die Stille. Dunkle Ambient-Fäden, ein wirklich trauriger Gesang – Late Night Atmosphäre aus einem verwaisten dunklen Raum, dem sich ein Paar simple, sehr melancholische Gitarren-Akkorde anschließen, die einen Rest Wärme aus der Glut holen. Hier musiziert feeo ähnlich der letzten Beth Gibbons-Veröffentlichung und fördert all die kleinen Verletzungen ans Tageslicht.
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Ätherisch-schwebend holt das fragile 'The Hammer Strikes the Bell' kleinste Fünkchen Licht zurück ins Setting, wissen die melodischen Synths an Angelo Badalamenti-Soundtracks zu erinnern. Etwaige hintergründige Drums/Percussion geben der Soundkulisse trotz der Statik und Stille immer einen Hauch Organisches, Lebendiges und jedes Detail wird zu einem unverzichtbaren Puzzle-Stück fürs große Ganze.
"Goodness" ist ein besonderes Kleinod – auf alle Fälle nichts für nebenbei und schon gar nicht für jede Tageszeit. Bilder in Noir, Stille, Tristesse, Isolation und surreale Schönheit treffen auf einen Hauch von Pop, Electronica, Ambient, Folk und Post-everything. Verstehst Du diese Art Dunkelheit, weiß Dich diese langsame, unruhige Musik auf bizarre Weise zu umarmen.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Abbildungen: feeo/Bandcamp

