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    Du bist hier:Home»Reviews»Björk - Cornucopia Live

    Björk - Cornucopia Live

    0
    By Ralf Schweikart on 26. Januar 2026 Reviews

    Björk - Cornucopia LiveAvantgarde • Ambient • Experimenal Pop/Rock • Neo-Klassik
    (1:30:45; 3 LP-Vinyl, 2 CDs, 2 CD/DVD, DVD, Blu-ray, Ultra HD Blue-ray; One Little Independent; 24.10.2025)
    Björk, oder mit ganzem Namen Björk Guðmundsdóttir, feierte am 21.11.2025 ihren 60. Geburtstag. Vor 38 Jahren und mit dem Song 'Birthday', damals noch mit ihrer Band "Sugarcubes", gelang ihr der internationale Durchbruch. Seit 1993 ist sie nun solo unterwegs. Waren die ersten Alben in den 1990er Jahren noch stärker in der elektronischen Musik und im Trip Hop verankert, wurde es nach und nach experimenteller, und ihre Musik stand mehr und mehr unter einem ganzheitlichen multimedial-künstlerischen Ansatz mit viel Bohei bei jeder neuen Veröffentlichung. Warum diese Vorrede? Weil "Cornucopia" – der Begriff bedeutet Füllhorn und ist mythologisch ein Symbol des Glücks und des Überflusses – eine genau choreografierte und verfilmte konzertante Aufführung ist, also weit mehr als nur ein Live-Konzert. Das bemerkt man auch an mitten in den Songs aufbrandendem Applaus, der sich nicht auf das musikalische Geschehen, sondern auf visuelle Ereignisse auf der Bühne bezieht. Wer sich "Cornucopia" mit allem drum und dran geben will, der nimmt sich die DVD oder Blue-ray vor und braucht eine überdimensionale Heimkino-Ausstattung, um zumindest eine Ahnung von der in Lissabon aufgezeichneten Show mit ihren Videoprojektionen und der Bühnenausstattung mit allerlei durchsichtigen Vorhängen zu bekommen. Und muss mit einer der alemannischen Fastnacht nicht unähnlichen Maskerade von Björk klarkommen, die sie das Konzert über samt allerlei Kostümen trägt.

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    Aber die Musik gibt es auch ohne Bild. Funktioniert das - nur für die Ohren? Es gibt eine große Besetzung, gemäß dem Motto: Björk geht flöten: Es sind seltsame und eigens konstruierte Instrumente mit dabei wie eine Magnetharfe, eine Rundflöte, ein Aluphone und eine Hallkammer, es gibt die Harfenistin Katie Buckley sowie den Hamrahlid-Chor und das Flötenseptett Viibra aus Island, die alle die Bühne bevölkern. Sie alle waren schon auf den letzten beiden Studioalben dabei:"Utopia", das fast vollständig gespielt wird, und "Fossora", immerhin noch mit drei Songs vertreten. Was bei den Stücken zu einer sehr studioähnlichen Inszenierung führt. Klar im Vordergrund steht aber Björks Stimme, die die Melodien trägt, vor den Flöten, sphärischen Soundteppichen und dem ein oder anderen Field Recording mit zwitschernden Vögeln und allerlei Naturgeräuschen.

    In dieses "Korsett" werden auch die früheren elektronischeren Songs wie 'Isobel' und 'Hidden Place', 'Mouth‘s Cradle' und 'Pagan Poetry' gezwängt, die in der Flötenversion neu und durchaus anders, organischer klingen und einen wirklichen Mehrwert bieten – für den Fan.

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    Es bleibt über die gesamte Spielzeit eher elegisch und getragen, mal minimalistischer, mal orchestraler, mal chorlastiger, aber immer gefühlt kammermusikartig und flötig – mit wenigen kurzen Ausflügen in als Kontrast eingesetzte Industrial-Sounds. Dem ordnet sich auch die tatsächlich vorhandene Percussion unter, die öfter mal Pause hat und wenn, dann nur Akzente setzt. Also nichts von der unbändigen Polit-Power von 'Declare Independence' von der "Volta"-Tour. Wer sich aber auf Ruhe und Gelassenheit und eine gereifte Björk-Stimme einlässt, der ist mit der reinen Live-Aufnahme als Überblick über die neueren Songs bestens bedient.
    Bewertung: 11/15 Punkten


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    Aluphone Björk Björk Guðmundsdóttir Elektronik Experimental Pop Field Recordings Flöte Hamrahlid Chor Harfe Island Katie Buckley Lissabon Live-Aufnahme One Little Independent Portugal Viibra
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    Ralf Schweikart
    • Website

    Aufgewachsen mit "Sounds" als Lektüre, Eskimo von den Residents im Zündfunk auf Bayern 2 und Punk und New Wave. Seitdem musikalisch bei allem dabei, was gefällt und nicht dudelt, von A wie Rosalia bis Z wie Zappa, wenn auch nur in überschaubaren Dosen. Darüber hinaus seit dem Studium der Kinderliteratur verpflichtet, als Lektor, Juror, Sachbuchautor und vor allem journalistisch.

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