
Occult Rock • Psychedelic Doom
(75:10; Vinyl, CD, Digital; Consouling Sounds; 17.10.2025)
Die Belgier passen hervorragend mit ihrem düster-okkulten Nischensound zwischen die angesagten Dool, Messa, Jex Thoth und Co. Das letzte Studio-Album "The Dark Path To The Light" fühlt sich noch frisch und warm an, da legt man im Oktober mit "Procession" eben mal knapp 80 Minuten neue Musik nach.
Qualitativ auf weiterhin höchstem Niveau weiß man auch mit diesem siebten Album verschiedenste Genres zu einem hypnotisch düsteren Cocktail zu vermengen, sodass sogar Einflüsse aus psychedelischem Goth Rock à la Fields of The Nephilim wie in 'Burial' einfach temporäre Sahnehäubchen zum eh schon sehr präsenten, modernen Occult Doom Rock darstellen. Sängerin Shazzula hat die passende Aura und Stimme, trägt das dichte und vor allem episch lange Album erneut spielerisch, ohne sich künstlich in den Vordergrund zu spielen.
Stattdessen ist alles ein pechschwarzes Massiv – ihre Stimme ein mehr als perfektes Zahnrad im eh schon sehr massiven Bollwerk zwischen Psychedelic, Black Metal, Doom, Occult Rock mit latenten Goth-und Wave Einflüssen. Ein Song wie 'Famadihana' braucht einfach neun Minuten Zeit – schleppt sich mit schleifenden Echos aus psychedelisch-driftenden Gitarren, finsteren Goth-Chorälen durch eine Art Vorhölle und dank der ausufernden Laufzeit ist ein tiefer Atemzug in dieses schwarze Etwas unumgänglich.
Unheilvoll, dramatisch und mit aller stoischen Ruhe wird in meist schleppenden Variationen halluziniert, Hypnose proklamiert und viele gelungene Gitarren-Fragmente schälen sich nach und nach mit Liebe zum Detail heraus und lassen diese Rille wie bereits die Vorgänger wachsen und gedeihen.
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Der überschaubare, dann aber sehr gezielte Black Metal-Einfluss wirkt dank morbider Riffs und auch mal derben Vocals wie in 'Hunters' als gelungenes Momentum, schafft ähnlich wie die temporären Goth-Momente gezielte Punktlandungen. All dies sind längst Trademarks des Bandsounds und machen am Ende die besondere Würze von Wolvennest aus. Rituelle Percussion, Avantgarde und Gothic mit Unterstützung von Hekte Zaren in 'Tarantism' sind erfrischend strange und andersartig.
Hier und da spacige Synths, ambientes Zurücklehnen sorgt im richtigen Moment für Dynamik-Verschiebung, lässt die dann aufkommende Massivität um so mehr ihre Sogwirkung erzielen. Starke Platte erneut – ohne jeglichen Ausfall, aber auch ohne den totalen Hit. Diesen braucht es auch nicht, die knapp 75 Minuten sind wie Lava, erzählen eine Geschichte und es lässt sich gut in dieser Schwärze treiben.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Abbildungen: Wolvennest/Bandcamp

