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    Zatokrev - Bring Mirrors To The Surface

    0
    By Rajko Baers on 29. August 2025 Reviews

    (62:47; CD, Digital, Vinyl; Pelagic Records; 29.08.2025)
    Die Schweizer passen natürlich perfekt in den Pelagic-Stall, sind aber am Ende und vor allem mit dieser neuen Rille ihr ganz eigener Film. Dynamisch wirst Du von sanften, stillen Rückzügen in tiefe, hoffnungslose Abgründe gezerrt. Ich musste desöfteren an das Meisterwerk "An Empire" der Schweden A Swarm Of The Sun denken, bei dem auch gerade die Extreme in den Stimmungen, die verschiedensten Ausschläge und Stilmittel ein breit aufgestelltes Szenario definierten.

    "Bring Mirrors to the Surface" ist dunkel, abwartend, kathartisch, hat laut der Band einiges an Themen zu beackern und diese Bergmassive spürst Du an allen Ecken und Enden. Massiv und doomig steigt man ein, zerrt und zieht, schleicht dann immer wieder in finstere, richtig düstere ambiente Katakomben hinab. Den Jungs gelingt es hervorragend, diese fiesen, kalten Atmosphären herauszukratzen, setzt man doch sehr gekonnt elektronisch-psychedelische Sounds neben verzerrte, leicht manisch verfremdete Vokal-Partituren. Dies klingt in der Abfolge schon sehr speziell und widerspenstig, macht gleichzeitig den Reiz dieser überlangen Songs aus.

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    Man spürt die jahrelange Erfahrung der Band und selbstsicher zieht man seine Bahnen. Es schleift, driftet und man kämpft sich mit doomigem Post Metal schwermütig und widerspenstig gegen alle Widerstände. Ein Track wie das intensive 'Blood' weiß mit verschiedensten Vocal-Phrasierungen sämtliche Emotionen abzudecken, ob gespenstisch fragil oder verzweifeltes Schreien – die Dynamik ist der Schlüssel. Auch hier werden optimal sanfte akustische Parts ins Setting eingeflochten, die eine verstörende, sehr schmerzhafte Schönheit offenlegen.

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    'The Only Voice' prescht nach den eben noch harmonisch in sich gekehrten Minuten dafür um so dominanter und verzweifelter durch den offenen Leid-Kanal. Die Vocals sind aggressiv, das Tempo hoch, aber ein gewisses Licht lassen Melodik und sphärische Hintergrund-Sounds nie ganz ausgeblendet. Von leise/stimmungsvoll bis majestätisch doomig, tief atmosphärisch dringt das epische 'Unwinding Spirits' (feat. Manuel Gagneux von Zeal&Ardor) durch verschiedenste Stimmungs-Abschnitte. Cleane Vocals, die im Verlauf von Growls ergänzt werden und alles ist mit einem majestätischen Slo-Mo-Teppich in Widescreen gebettet. 'Faint' ist unruhig, kratzt und beisst, ein fieser noisiger Sonderling, der aber nur kurz durchs Szenario flaniert.

    Selbst weibliche Vocals schafft man kunstvoll, spielerisch passend zu integrieren – die melancholische Spielwiese in Sachen Post Doom ist weitläufig und kreativ. Düster, abwechslungsreich, vor allem in Sachen Gesang und Stimmungen, zieht dich der aktuelle Mahlstrom der Schweizer tief, sehr tief mit hinab. 'Pearl Eyes' bricht kathartisch alle Dämme, das abschliessend ätherische 'Deep Dark Turns Green' ist wunderschön verloren und besonders in den Abendstunden weiß das dichte massive Album mit einigem Schmerz und Katharsis im richtigen Licht zu erstrahlen.
    Bewertung: 12/15 Punkten

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    Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Pelagic Records zur Verfügung gestellt.

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    Atmospheric CD Digital Doom Katharsis Melancholic Pelagic Records Post Metal Postrock Schweiz Sludge Vinyl Zatokrev
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    Rajko Baers

    75er Jahrgang...Musik-Junkie seit ich denken kann-die Nischen zwischen Post/Prog/Athmo/Metal/Shoegaze sind´s irgendwie!

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