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    Du bist hier:Home»#Teapot of the week»Ihsahn - Ihsahn

    Ihsahn - Ihsahn

    0
    By Rajko Baers on 14. Februar 2024 #Teapot of the week, Reviews

    Ihsahn - Ihsahn (Candlelight Records, 16.02.2024) COVER(48:50; Vinyl CD, Digital; Candlelight Records, 16.02.2024)
    Der Norweger, der seit den legendären frühen Neunzigern mit Emperor Klassiker-Status genießt ("In The Nightside Eclipse"), ist seit vielen Jahren auf Solo-Pfaden unterwegs. Den skandinavischen Black Metal hat er mal eben mit definiert, geprägt, inspiriert, vorangetrieben und diese Experimentierwut, Offenheit im Umgang mit Genre-fremden Einflüssen ist bis heute Trademark seiner progressiven symphonischen Ader in Sachen Metal. Das Selbstbetitelte kommt nun als normale Metal-, aber auch rein orchestrale Variante auf den Markt. Wie ein verrückter durchgeknallter Sound-Ingenieur/-Dirigent treibt einen diese neue Ihsahn-Platte in den kompletten Wahnsinn.

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    Permanent orchestral, mit vielen knurrigen Black-Metal-Vocals, klassischen Heavy-Metal-Einflüssen, vor allem zu Beginn der Platte, schickt der Norweger den Hörer erstmal auf die eigens dafür konstruierte Achterbahn. Ihsahn selbst wollte sich für diese Grenzen-sprengende Veröffentlichung, laut eigenen Aussagen, absolut keinen Grenzen ausgesetzt fühlen und nur daran hält er sich.

    Mit jedem weiteren Anlauf rückt sich das jungfräulich erlebte Hörerlebnis in immer mehr nachvollziehbare Bahnen, die opulenten Streicher, das im Dauerfeuer agierende Orchestrale ist definitiv herausfordernd, hier darf und muss jeder Hörer für sich entscheiden, ob die Bereitschaft/Motivation vorhanden ist, um zum Kern vorzudringen. Bei mir hat es im fünften oder sechsten Anlauf Klick gemacht, ein Gesamtbild war definiert und der Anspruch des Musikers, Großes zu schaffen, war nicht mehr von der Hand zu weisen.

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    Ihsahn setzt nicht oft, aber wenn, dann
    in den richtigen Momenten seine Ulver-liken pathetischen Vocals ein, und wenn dann das Tempo wie im Noir-Meisterwerk 'A Taste Of The Ambrosia' in tiefe orchestral filmische Bilderfluten taucht, gibt's kein Halten mehr. Hier vereinen sich, stellvertretend für den Rest des Albums, alle Stilistika in Sachen Wall of Sound, anspruchsvoller Orchestrierung, sinistre Melodien, zu einem wohlig nächtlichen Rausch zusammen. 'Hubris And Blue Devils' ist acht Minuten Wahnwitz, Vocals zwischen eingängig clean und mad, die verrückten Zeiten von Arcturus blitzen auf, nicht nur hier denkt man aber auch gern mal an den positiv verrückten Devin Townsend. Am Ende dieses irrsinnigen Parkours warten mit dem eher schleppend, atmosphärischen Doom-Meisterstück 'The Distance Between Us' und mehr noch mit dem epischen Neun-Minuten-Monster 'At The Heart Of All Things Broken' melancholische Album-Highlights des Selbstbetitelten Opus Magnum auf den Hörer. Das symphonische Element ist allgegenwärtig, im Übermaß, es verschlingt einen regelrecht, definitiv nicht für unaufmerksame Momente die richtige Wahl.

    Teapot of the Week
    "Teapot of the Week" auf Betreutes Proggen in der KW7/2024
    Ihsahn nimmt mit diesem Album flächendeckend jede Luft zum Atmen, progressive, wilde Abfahrten zwischen avantgardistisch, eingängig und jederzeit im Metal verwurzelt, fordern den Hörer permanent heraus. Eine gewisse Offenheit für orchestralen Dauer-Bombast (die guten alten Therion), musikalische Achterbahnfahrten zwischen Metal, Soundtrack (John Carpenter, John Williams, Jerry Goldsmith lassen grüßen) und Progressive sollte man schon mitbringen, sonst kann diese Platte überfordernd, gar auch anstrengend erscheinen. Ich für meinen Teil, und das vor Allem auf Grund der zusätzlichen, rein orchestralen CD-Variante, spreche hier Top-Album-Status aus, da in Sachen Sound Ästhetik, Melodien, Produktion, Verschmelzung Metal und orchestraler Stilmittel ein mal wieder ein richtungsweisender großer Fußabdruck hinterlassen wurde.
    Bewertung: 13/15 Punkten


    Tracklist:
    01. 'Cervus Venator' (1:19)
    02. 'The Promethean Spark' (4:52)
    03. 'Pilgrimage To Oblivion' (4:21)
    04. 'Twice Born' (3:37)
    05. 'A Taste Of The Ambrosia' (4:23)
    06. 'Anima Extraneae' (1:40)
    07. 'Blood Trails To Love' (5:06)
    08. 'Hubris And Blue Devils' (7:54)
    09. 'The Distance Between Us' (4:31)
    10. 'At The Heart Of All Things Broken' (9:14)
    11. 'Sonata Profana' (1:44)

    Ihsahn - Ihsahn (Candlelight Records</a>, 16.02.2024
    Credit: Andy Ford
    Diskografie (Studioalben):
    "The Adversary" (2006)
    "angL" (2008)
    "After" (2010)
    "Eremita" (2012)
    "Das Seelenbrechen" (2013)
    "Arktis" (2016)
    "Ámr" (2018)
    "Ihsahn" (2024)

    Surftipps Ihsahn:
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    Rezensionen:
    "Fascination Street Sessions" (EP) (2023)

    Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Head Of PR zur Verfügung gestellt.

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    Album der Woche Black Metal CD Digital Downtempo Ihsahn Norwegen Progressive Black Metal Teapot of the Week Theatralisch TotW Vegard Sverre Tveitan Vinyl orchestral
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    Rajko Baers

    75er Jahrgang...Musik-Junkie seit ich denken kann-die Nischen zwischen Post/Prog/Athmo/Metal/Shoegaze sind´s irgendwie!

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