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    Betreutes Proggen
    Du bist hier:Home»Reviews»Dance Gavin Dance - Jackpot Juicer

    Dance Gavin Dance - Jackpot Juicer

    0
    By flohfish on 3. November 2022 Reviews
    Dance Gavin Dance - Jackpot Juicer (Rise Records/BMG 29.07.2022)
    Credit: Kevin Moore at Soft Surrogate

    (63:00; Vinyl (2LP), CD, Tape, Digital; Rise Records/BMG, 29.07.2022)
    Das von Kevin Moore und Soft Surrogate stammende und in bunten Farben gehaltene Wimmelbild mit Früchten und Gemüse beim Amüsement im Spiel-Casino stellt in gleichem Maße eine Reizüberflutung dar, wie es den pop-kulturellen Massengeschmack ansprechen dürfte. Genauso sieht es auch mit der Musik aus, die auf dem Album zu finden ist, welches dieses Kunstwerk ziert: "Jackpot Juicer", das mittlerweile zehnte Studio-Album von Dance Gavin Dance, einer aus der kalifornischen Hauptstadt Sacramento stammenden Band. Zumindest in Ansätzen. Denn Dance Gavin Dance spielen auch auf Jackpot Juicer noch immer keine massenkompatible Rock-Musik. Dafür allerdings überdurchschnittlich zugänglichen Math Rock, der trotz seiner Hyperaktivität zumindest in Nordamerika ein größeres Publikum begeistern kann. Grund hierfür ist wohl, dass die verzwickte Musik nicht nur auf melodischem Post Hardcore basiert, sondern die Musiker auch immer wieder Elemente aus Funk, Soul, Pop, Disco und Hip-Hop in ihren Songs verarbeiten. Da stellt auch "Jackpot Juicer" keine Ausnahme dar.

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    Pop-Melodien mit Bubble-Gum-Charakter treffen dabei immer wieder auf Screamos und nicht immer einfach nachvollziehbares, progressives Gefrickel. Und drum herum ist so ziemlich alles erlaubt, was einem Musiker so einfallen kann. So entstehen Ohrwürmer, die sowohl in Sachen Kitsch als auch bei der der Übermathematisierung hart an der Schmerzgrenze sind. Und trotzdem funktionieren. Zumindest über weite Strecken. Oder als Einzelstücke. Denn 18 Stücke in 63 Minuten Spielzeit sind dann doch irgendwann eine absolute Reizüberflutung.

    Ob es in Zukunft genauso weitergehen wird, bleibt offen. Denn 2022 war eine Zäsur für Dance Gavin Dance. So verstarb im April nicht nur ganz plötzlich Bassist Tim Feerick an einer Überdosis Fentanyl, auch Sänger Tilian Pearson verließ die Band, nachdem Vorwürfe wegen sexueller Gewalt gegen ihn bekannt geworden waren. Für den Moment jedenfall geht es 'normal' weiter. Im Frühjahr kommt die Band nach Europa, um "Jackpot Juicer" live vorzustellen, mit Neu-Mitglied Andrew Wells als Ersatz Pearson und Feerick, der übrigens auch schon an "Jackpot Juicer" beteiligt war.
    Bewertung: 10/15

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    Weitere Informationen

    Besetzung:
    Tim Feerick (bass)
    Jon Mess (vocals)
    Matt Mingus (drums, percussion)
    Tilian Pearson (vocals)
    Will Swan (guitar)
    Andrew Wells (guitar - tracks 1-16, 18, lead vocals - tracks 5, 8, 15, 17-18), background vocals - track 7, 9-14, 16)

    Gastmusiker
    Rob Damiani (guest vocals - track 3)
    Louis Baltazar (guitar - track 3, 4)
    Martin Bianchini (guitar - track 17)
    Sergio Medina (guitar - track 14)
    Yoed Nir (cello, viola - track 1)
    Chen Shenhar (violin - track 1)

    Diskografie (Studioalben):
    "Downtown Battle Mountain" (2007)
    "Dance Gavin Dance" (2008)
    "Happiness" (2009)
    "Downtown Battle Mountain II" (2011)
    "Acceptance Speech" (2013)
    "Instant Gratification" (2015)
    "Mothership" (2016)
    "Artificial Selection" (2018)
    "Afterburner" (2020)
    "Jackpot Juicer" (2022)

    Live On Tour:
    2023
    15.03. 🇩🇪 Köln, Essigfabrik
    17.03. 🇩🇪 Berlin, Columbia Theater
    19.03. 🇩🇪 Hamburg, Uebel & Gefährlich
    21.03. 🇬🇧 Cardiff/Caerdydd, Motorpoint Arena
    23.03. 🇬🇧 Leeds, First Direct Arena
    24.03. 🇬🇧 Birmingham, Utilita Arena
    25.03. 🇬🇧 London, Alexandra Palace

    Surftipps zu Dance Gavin Dance:
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    Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Starkult zur Verfügung gestellt.

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    Andrew Wells BMG CD Cassette Chen Shenhar Dance Gavin Dance Experimental Rock Jon Mess Kalifornien Louis Baltazar Martin Bianchini Math Rock Matt Mingus Post Hardcore Progressive Rock Rise Records Rob Damiani Sacramento Sergio Medina Starkult Tape Tilian Pearson Tim Feerick USA Vinyl Will Swan Yoed Nir
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    flohfish
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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