Jonas Lindberg – Miles From Nowhere

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Jonas Lindberg – Miles From Nowhere (Mode Music, 26.11.21)(76:32, CD, digital, Mode Music/InsideOut/Sony Music, 2021/2022)
Der schwedische Musiker Jonas Lindberg ist bereits seit einiger Zeit in der Progressive Rock Szene unterwegs. Er startete mit zwei Mini-Alben, zunächst „In Secret Pace“ (2008), gefolgt von „The Other Side“ (2013). Letztere inspirierte ihn wohl, aus einem reinen Soloprojekt eine größer angelegte Sache werden zu lassen, und so erschien drei Jahre später das hier vorgestellte Album „Pathfinder“, das jetzt ein Bandprojekt geworden war, nämlich Jonas Lindberg & The Other Side. Es wäre vermutlich auch so weiter gegangen, doch dann kam ja bekanntermaßen alles anders durch die Pandemie. Und so entschloss sich der Protagonist, wieder Vieles im Alleingang einzuspielen (daher fehlt diesmal auch der zusätzliche Bandname), doch die Einbindung von Gastmusikern blieb ein wichtiger Punkt und letztendlich war es beinahe exakt die gleiche Besetzung, die schon das exzellente Vorgängeralbum einspielte. Plus einer kleinen Überraschung, und um die nicht vorwegzunehmen, wird die Besetzungsliste diesmal erst am Ende der Rezension aufgeführt.

Dass es nicht bei identischer Besetzung geblieben ist, hat einen traurigen Anlass, denn der Keyboarder auf „Pathfinder“, Michael Ottosson, verstarb leider 2020, so dass nun Lindberg selbst für sämtliche Keyboardparts verantwortlich zeichnet. Und so ist dies letztendlich kein Band-Album, sondern ein Soloalbum mit Gästen, zu denen neuerdings auch sein Bruder Joel (Gitarre) zählt.

Es geht gleich recht zackig los mit dem 7 ½-minütigen Opener ‚Secret Motive Man‘. Schneidende Gitarre, starker Gesang, melodisch, gut produziert – ein klasse Start also. Spätestens beim zweiten Song ‘Little Man‘ denkt man angesichts der Gesangsleistung an einen gewissen Hasse Fröberg. Die 16-minütige ‚Summer Queen‘ wird von Jenny Storm gesungen, ebenfalls eine schöne Stimme, die im Wechselspiel mit dem männlichen Gesang überzeugt. Die Nummer hat neben dem üblichen melodischen Symphonic Prog einige folkige Passagen, und so geht es weiter, ohne dass über den doch sehr langen Zeitraum Langeweile aufkommt.

Und als krönender Abschluss wurde der Titelsong ans Ende des Albums gesetzt. Dass es sich nicht um eine Cover-Version des Cat Stevens handelt, lässt schon die Tatsache erahnen, dass der Song in fünf Abschnitte aufgeteilt ist und es auf über 25 Minuten Spielzeit bringt. 25 Minuten bester Unterhaltung mit einem Finale, das das Herz des Symphonic Prog Fans aufgehen lässt. Tolle Arrangements, Melodien und als Höhepunkt ein Ohrwurm-Finale mit einem fantastischen Gitarrensolo, das unverkennbar vom Blumenkönig himself stammt. Und so findet ein tolles Album einen gebührenden Abschluss. Für den Symphonic Prog Fan ein ganz heißer Tipp!

Die Besetzung:

Jonas Lindberg – lead & backing vocals / acoustic & electric guitars / bass guitar / mandolin / keyboards / programming / odd voices

Jenny Storm – lead vocals / backing vocals
Jonas Sundqvist – lead vocals
Calle Stålenbring – lead guitar / electric guitar
Nicklas Thelin – 12-string electric guitar / mandoguitar / acoustic guitar
Jonathan Lundberg – drums
Maria Olsson – percussion
Simon Wilhelmsson – drums
Joel Lindberg – lead guitar
Roine Stolt – lead guitar

Teapot of the Week

“Teapot of the Week” auf Betreutes Proggen in der KW7/2022

Beim Schreiberling wäre dieses peppige Album, bei dem neben Flower Kings oder Hasse Fröberg’s Musical Companions auch mal Kansas oder Fright Pig in den Sinn kommen, sicherlich in die Top 10 von 2021 gekommen. Wenn es wie geplant 2021 erschienen wäre. Doch das hat sich durch den Wechsel zu InsideOut Music verzögert.
Bewertung: 13/15 Punkten (WE 12, JM 13, KR 12)

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Abbildungen: Jonas Lindberg

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Jonas Lindberg – Miles From Nowhere

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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