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    Du bist hier:Home»Reviews»Shamblemaths – Shamblemaths 2

    Shamblemaths – Shamblemaths 2

    0
    By Juergen Meurer on 12. Dezember 2021 Reviews

    (47:14, CD, digital, Vinyl, Apollon Records, 2021)
    Es ist doch schon tatsächlich mehr als fünf Jahre her, dass der Rezensent über ein Debütalbum ins Schwärmen geriet, das aus der Feder eines Quantenphysikers namens Simen Ådnoy Ellingsen stammte, der zusammen mit dem Bassisten Eirik Mathias Husum die Formation Shamblemaths ins Leben rief. Nun also der Nachfolger mit dem wenig einfallsreichen Titel „Shamblemaths 2“. Ganz anders aber der musikalische Gehalt, denn diesbezüglich lässt sich der Norweger eine ganze Menge einfallen. Insofern also diesbezüglich nichts Neues bei Shamblemaths, war doch schon das Debütalbum voller überraschender und toller Ideen. Auch sonst bleibt einiges beim Alten, sie sind nach wie vor ein Duo, allerdings ist eben nicht der oben genannte Bassist die zweite Hälfte dieser Formation, sondern diesmal der Schlagzeuger Ingvald A. Vassbø . Mastermind Ellingsen ist erneut ausgesprochen vielseitig unterwegs und hat auch diesmal wieder einige Gäste mit an Bord.

    Simen Å. Ellingsen - soprano sax / baritone sax / tenor sax / alto sax / sax samples / soprano recorder / tin whistles / electric and acoustic guitars / seraphim chant / vocals / keyboards / whispers
    Ingvald A. Vassbø - drums / xylophone

    Morten A. Nome - double bass
    Paolo “Ske” Botta - keyboards
    Eskild Myrvoll - bass guitar
    Anna Gaustad Nistad - vocals
    Eivor Å. Ellingsen - vocals
    Michael Francis Duch - bass guitar / double bass
    Pia M. Samset - vocals
    Leon Li - bassoon
    Ask Vatn Strøm - guitar cameo
    Eirik Øverland Dischler - keyboards
    Marianne Lønstad - vocals

    Nach einem kurzen Intro, nur von Saxophon und Bass vorgetragen, geht es auf ‚Knucklecog‘ gleich richtig in die Vollen. Angesichts dieses frickeligen, wuchtigen Tracks mit fetter Mellotrondröhnung, polterndem Bass und wuseligem Drumming kommen gleich Änglagård oder Anekdoten in den Sinn. Der düstere Gesang von Mastermind Ellingsen wird dabei in der zweiten Hälfte von der charmanten Stimme von Marianne Lønstad begleitet. Kein Zufall, denn das Album lebt von Kontrasten, auf wütende Ausbrüche folgen wunderschöne fragile Parts. Langeweile kommt hier nie auf. Und auch frühe King Crimson schimmern mal durch.

    Im dritten Song, dem sechs-minütigen ‚D.S.C.H.‘ wagt man sich an eine Komposition eines sehr interessanten klassischen Musikers, nämlich – wie der Titel eigentlich schon verrät – Dmitri Schostakowitsch, und zwar an das achte Streichquartett in c-moll, opus 110, 1. und 2. Satz, um genau zu sein. Und was die Norweger daraus machen, ist in der Tat ein hochinteressantes Stück Prog-Musik.

    Es schließt sich der Longtrack des Albums an, das in neun Parts (allerdings nur vier separat anwählbare Tracks) aufgeteilte 18-minütige ‚Last Kvar Jordisk Skapning Teia‘. Auch dies wieder keine leichte Kost, denn der Symphonic Prog der Norweger ist nicht auf reinen Wohlklang ausgelegt, sondern beschreitet gerne auch mal avantgardistische Pfade und ist oft mit einer unheimlichen Wucht ausgelegt, dass man fast vom Hocker gehauen wird. Es fängt sehr ruhig mit Engelsgesang an, doch mittlerweile weiß der Hörer schon, dass diese Ruhe schnell vorbei ist.

    Es gibt auf diesem Album mal wieder so viel zu entdecken, dass jeder Hördurchgang zu einem wahren Erlebnis wird. Allein die Art und Weise, wie vielfältig hier das Saxophon eingesetzt wird, ist beeindruckend. Der Mellotronfan kommt – wie schon beim Erstling – erneut voll auf seine Kosten. Ebenso der Fan von ideen- und abwechslungsreichem Mix aus Symphonic Prog, Psychedelic, Avantgarde und Neo-Klassik. Warnung: Wer es eher gemütlich und möglichst ohne Ecken und Kanten mag, dürfte bei diesem Album so seine/ihre Schwierigkeiten haben! Für den Rezensenten ein definitives Highlight des Jahres 2021!
    Bewertung: 14/15 Punkten

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    Abbildungen: Shamblemaths

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    Anna Gaustad Nistad Apollon Records Ask Vatn Strøm Avantgarde CD Canterbury Digipack Digital Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch Eirik Øverland Dischler Eivor Å. Ellingsen Eskild Myrvoll Fagott Ingvald André Vassbø Leon Li Marianne Lønstad Mellotron Michael Francis Duch Morten A. Nome Neo Klassik Norwegen Paolo Botta Pia M. Samset Psychedelic RIO Shamblemaths Simen Ǻdnøy Ellingsen Space Rock Symphonic Prog Vinyl
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    Juergen Meurer

    Auf den Hund gekommener Proggie, aufgewachsen mit Yes, Genesis, Gentle Giant, King Crimson, VdGG usw. Anschließend bemerkt, dass es - huch - ja noch sooo viele andere Bands in dieser Richtung gibt, quer über den Globus verteilt. Dann kam das Interesse für Italo-Prog, Skandinavier, Japaner, Franzosen usw. Über Tangerine Dream, Klaus Schulze, Vangelis, Kitaro usw. entwickelte sich dann auch stetig das Interesse an Elektronischer Musik und Ambient.

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