Johannes Luley – Follow Your Heart

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(01:03:00, CD/Download, My Sonic Temple, 2021)
Zwar ist Johannes Luley unserer Leserschaft hauptsächlich durch seine Arbeit mit Perfect Beings und zuvor Moth Vellum bekannt, doch auch sein letztes Jazz-Solo-Werk “Qitara” fand unsererseits durchaus Gefallen. Nun scheint sich Johannes, wie der Titel des neuen Albums vermuten lässt, gänzlich dem Jazz zugewandt zu haben. “Follow Your Heart” ist eine Sammlung seiner Interpretationen von Titeln des berühmten ECM-Labels. Darunter sind Kompositionen von John Abercrombie, Ralph Towner, Miles Davis, Bill Evans, Eberhard Weber und anderen.

Wie es sich für ein Jazz-Album gehört, wird darauf ausgiebig soliert und improvisiert. Alles in Allem geht es auf “Follow Your Heart” recht entspannt und melodisch zu. Johannes‘ Gitarren-Spiel lässt gar an der einen oder anderen Stelle den Wehmut an die leider verblichenen Perfect Beings wieder aufkommen. Auch die Tatsache, dass Jazz und Progressive Rock sich nicht immer ganz so fremd waren, verdeutlicht diese schöne Zusammenstellung von Titeln einmal mehr. Wo heutzutage häufig Metal lärmt, wünschte man sich vielleicht wieder einmal akustische Gitarren, wie es sie beispielsweise in ‘One Melody’ zu hören gibt. Auch das Schlagzeugspiel von Dicki Fliszar (ebenfalls Ex-Perfect Beings) mag manch ein Hörer vielleicht dem der Double-Bass-Knüppler Portnoy und Co. vorziehen.

Es lohnt sich also, Johannes Luley und seinen Mitmusikern auf diesem Ausflug in den ECM-Katalog zu folgen. Vor Kakophonie, Free Jazz oder gar 12-Ton-Ausflügen muss sich dabei niemand fürchten. “Follow Your Heart” ist Ear-Candy Jazz. Dem sollten auch Leser unseres Magazins einmal ein Ohr schenken. Gerade jüngeren Hörern (falls hier welche mitlesen) könnte es einen neuen Horizont eröffnen.
Bewertung 12/15 Punkten (DH 12, KR 12)

Bild: Diana Feil

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Über den Autor

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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Johannes Luley – Follow Your Heart

von Dietros Diaitológos Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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