Uriah Heep – Choices

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(06:00:00, 6CD, BMG, 2021)
Man sollte meinen, dass es von Uriah Heep nun wirklich genug Sampler, Anthologien, Greatest-Hits etc. Veröffentlichungen gibt. Alleine auf Discogs findet man 124 offizielle Veröffentlichungen dieser Art von Uriah Heep. Zudem sind auch die Original-Alben unzählige Male wiederveröffentlicht worden.

Erst im vergangenen Jahr wurde eine voll umfängliche Box mit allen Alben der Band und vier Samplern unter dem Namen „50 Years In Rock“ veröffentlicht. Die genannten vier Sampler wurden von jeweils Ken Hensley, Lee Kerslake, Mick Box bzw. Paul Newton persönlich als deren „Choices“ kuratiert und kommentiert.

Genau diese wurden jetzt mit zwei „Choices“ von Bernie Shaw und Phil Lanzon erweitert und als 6CD-Box erneut veröffentlicht. Soweit, so gut.

Immerhin ist diese Box bei einem Preis unter 30€ recht erschwinglich. Man vermisst im Prinzip auch kaum einen der Klassiker, die man von Heep im Regal stehen haben sollte. Etwas kurios ist jedoch, dass man diverse Titel doppelt und dreifach serviert bekommt. Im Grunde ist es auch nachvollziehbar, dass die einzelnen Kuratoren gewisse Schnittmengen in ihrer persönlichen Auswahl haben. Für den Käufer eines solchen Produkts stellt das jedoch keinen sonderlichen Mehrwert dar.

Nun hätte man sich wenigstens die Mühe machen können, unterschiedliche Versionen eben dieser Titel zu verwenden. Hat man aber nicht. ‚July Morning‘ ist dreimal in der selben Version zu hören. In der Auswahl von Bernie Shaw hätte man sich doch wenigsten für eine von ihm gesungene Version entscheiden können. Nicht anders ist es mit ‚The Magicians Birthday‘, ‚The Park‘ und diversen anderen Titeln. Man tröstet sich damit, dass man ja sowieso kaum je alle sechs CDs am Stück hören wird.

An sich sind jeweiligen „Choices“ auch durchaus hörenswert. Der leider schon verstorbene Ken Hensley legt den Fokus auf die epischen und balladesken Stücke, während Mick Box vermehrt die Hard-Rock-Seite der Band in den Fokus stellt. Dass sich auch etliche hochkarätige Titel aus späteren Dekaden der Band in die Box geschlichen haben, darf man u.a.  den Kuratoren Shaw und Lanzon danken. Ein ‚What Kind Of God‘ oder ‚Mistress Of All Time‘ kann sich durchaus mit ‚Rainbow Demon‘ oder ‚Traveller In Time‘ messen.

Letztlich ist diese Box eine Veröffentlichung für Fans, die sowieso schon alles von der Band im Schrank stehen haben. Aufgrund der vielen Überschneidungen auf den sechs CDs kann man mit seinen Enkeln auch etwas Mengenlehre üben. Vielleicht entdeckt der eine oder andere Hörer dabei auch einen Song, den er noch nicht kannte. Raritäten, unveröffentlichte Titel, oder gar einen neuen Song darf man jedoch nicht erwarten. Das ist jedoch an Hand der Konzeption nicht zu erwarten gewesen.
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Abbildung: Uriah Heep / BMG / Oktober Promotion

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Über den Autor

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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Uriah Heep – Choices

von Dietros Diaitológos Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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