Mongolito – Pure

0
Mongolito - Pure (HauRuck, 16.08.21)

Abbildung: Mongolito / Original: „La Pieuvre“ von Valère Bernard (1898)

(44:32, CD/Digital, HauRucK!, 2021)
Marc de Backer, seines Zeichens Bassist bei Mucky Up, hatte seinen letzten Auftritt bei BetreutesProggen vor vier Jahren, als Kollegin Deborah sein Solo Album „Le Maudit“ vorstellte. Seither ist Mongolito, wie de Backer sich als Solokünstler nennt, alles andere als untätig gewesen, wie sein Bandcamp Profil deutlich zeigt. Seine Aktivität beim deutlich weniger künstler*innen-freundlichen Streaming-Dienst Spotify scheint Marc de Backer alias Mongolito bereits nach Veröffentlichung seines Debüt-Albums „Acedia“ komplett ad acta gelegt zu haben.

Im Sommer 2021, zwei Jahre nach Veröffentlichung seiner Split-EP mit Luminance, meldet sich Mongolito mit seinem neuesten Album „Pure“ zurück. Der Musiker aus Brüssel, der laut eigener Beschreibung in Dunkelheit, Tiefen aus Liebe, Hass, Rotwein, und Brüssel versunken ist, präsentiert auf sechs neuen Stücken seine atmosphärischen Klangwelten.

„Pure“ ist eine dreiviertelstündige Sammlung aus Geschichten, die keine Worte benötigen, um erzählt zu werden. Tiefe Melancholie und fesselnde Schwermut bestimmt Sound und Feeling von Titeln wie ‚Death of yet another Dream‘ oder ‚Years of Nothingness‘. Die Atmosphäre von cinematischem Post Rock reibt sich an aufregenden Drones und tanzt in schwarzen Schleiern um rauchige Dark Ambient Elemente herum. So liest sich „Pure“ wie ein innerer Monolog eines Menschen, der zwischen Schwermut und Aufbruch, zwischen depressiven Phasen, Rausch und Selbsterkenntnis versucht, den Ausweg aus dem dunklen Tunnel zu finden. Trotz der düsteren Thematik und Klangwelt, erscheint das Narrativ aus dunklen Wave Sounds und psychedelischen Gitarreneinlagen sehr aufbauend und motivierend. Besonders der Titel ‚Years of Nothingness‘ mit seinem Joy Division-artigen Post Punk Einschlag beeindruckt durch seine motivierende Energie.

Mongolitos „Pure“ ist fesselnd, mitreißend, gefühlvoll, und ehrlich. Fans von atmosphärischer und melancholischer Musik à la Six Days of Calm, Parahelio, oder Saturndust sind gut beraten, diese CD in ihr Laufwerk zu legen.
Bewertung: 12/15 Punkten (RG 12, KR 12)

Surftipps zu Mongolito:
Facebook
Bandcamp

Abbildung: Mongolito

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printArtikel drucken
Teilen.

Über den Autor

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

Antworten

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

Mongolito – Pure

von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
0