Horte – Maa Antaa Yön Vaientaa

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Horte – Maa Antaa Yön Vaientaa (Pelagic Records, 27.08.21)(36:07, Vinyl, CD, Digital, Pelagic Records, 2021)
Manche Leute mögen denken, dass im Post Rock musikalisch schon alles ausgelotet worden ist. Doch dann taucht eine Band wie Horte auf, die den Kosmos des Genres auf erfrischende Art und Weise erweitert.

Dass die Nord-Ost-Europäer ihre Musik mit Gesang begleiten, ist zwar im Post Rock keine Selbverständlichkeit, jedoch auch nichts Ungwöhliches. Dass Sängerin Riikka Pekkala ihre Texte in finnischer Sprache vorträgt, ist jedoch ein Alleinstellungsmerkmal. Vor allem auch deswegen, weil ihre klare, zarte Stimme die fremdländischen Töne fast wie Mantras erklingen lässt, was sie noch sphärischer und verträumter wirken lässt als Enya oder Lisa Gerrard. Doch Riikaas Stimme ist nur eine Facette des Klanges von Horte, denn diese wird getragen von düsteren psychedelisch-ätherischen Synthie-Sounds, die von rhythmisch gefühlvollem Schlagzeugspiel begleitet und immer wieder von Field Recordings durchzogen werden.


Dramatischer Songaufbau oder erruptierende Crescendos sucht man auf „Maa Antaa Yön Vaientaa“ vergebens, denn die sieben Stücke lassen sich am besten als verträumte Soundscapes beschreiben. Und doch ist das dritte Album des Quartetts weit davon entfernt in esoterische Gefilde abzudriften, denn Horte spielen immer wieder damit, ihre Klanglandschaften zu verfremden und zu verzerren. Und so sind sie dann auch für Überraschungen gut, wie das starke herrausstechenden ‚Väisty Tieltä‘ welches mit treibendem Rhythmus und Noise Rock-Klängen begeistern kann.

Freunde von Múm, Sigur Rós und Dead Can Dance sollten hier unbedingt einmal reinhören!
Bewertung: 11/15 Punkte

Horte – Maa Antaa Yön Vaientaa (Pelagic Records, 27.08.21)
Tracklist:
1. ‚Pelko Karistaa Järjen‘ (5:17)
2. ‚Ilman Nurkka‘ (3:43)
3. ‚Kilpemme‘ (6:19)
4. ‚Valoa On Liikaa‘ (4:22)
5. ‚Kun Joki Haihtuu‘ (6:26)
6. ‚Väisty Tieltä‘ (7:08)
7. ‚Konttaa‘ (2:52)

Besetzung:
Dmitry Melet
Riikka Pekkala
Simo Kuosmanen
Touko Santamaa

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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Pelagic Records zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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Horte – Maa Antaa Yön Vaientaa

von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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