Queensrÿche – Operation: Mindcrime (2021 Reissue • 2-CD-Version)

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Queensrÿche – Operation: Mindcrime (2021 Reissue) (Virgin EMI Records, 03.05.88/25.06.21)(59:11 + 1:03:02, 2CD, Vinyl, Digital, Box Set, Virgin/EMI/Universal
, 1988/2021)
„Operation: Mindcrime“ ist das dritte Album der US-Amerikanischen Band Queensrÿche und wird noch heute zu den einflussreichsten Alben des Progressive Metal gerechnet. Ich selbst, der Musik erst Anfang der 90er für mich entdeckte, konnte mit „Operation: Mindcrime“ lange Jahre nicht wirklich viel anfangen, denn Queensrÿche klangen für mich mehr nach Hard Rock und Spandex-Metal als nach echtem Prog. Das aus der gleichzen Zeit stammende „Seventh Son Of A Seventh Son“ von Iron Maiden, halte ich noch heute für bei weitem progressiver, obwohl Maiden bis heute nicht dem Prog zugerechnet werden (Leiser Einspruch der Schlussred.: „The Final Frontier“ und „Book of Souls“ gemeinhin eigentlich schon). Über die Jahre jedoch wurde auch ich immer aufgeschlossener für Sounds abseits meiner hergebrachten Hörgewohnheiten, so dass ich die breitbeinige Attitüde des Albums sowie den typischen 80er Jahre Metal-Gesang von Sänger Geoff Tate zu ertragen und später auch zu genießen lernte. Und so hat sich „Operation: Mindcrime“ in den letzten 30 Jahren zu einem von mir sehr geschätzen Konzeptalbum entwickelt, das ich immer wieder gerne auflege. Im Vergleich zum Sound der aktuellen Progressive-Metal-Szene ist es zudem ein interessantes Zeitdokument, denn es zeigt auf, wo das Genre seine musikalischen Wurzeln hat.

Gut 33 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung erscheint nun erstmals ein Boxset des Klassikers, das alle verfügbaren Aufnahmen des Albums miteinander vereint, Live-Aufnahmen bietet und zudem Live-Auftritte und die zugehörigen Musikvideos auf DVD präsentiert. Desweiteren ist diese Wiederveröffentlichung was Audio angeht sowohl als Zweifach-LP als auch als Doppel-CD erhältlich.

Da uns leider nur die gekürzte 2-CD-Version vorliegt, beschränkt sich diese Rezension naturgemäß auf dieses Format. Und was soll man sagen: die Wiederveröffentlichung ist sowohl eine Mogelpackung als auch eine große Enttäuschung. Denn ein Reissue, das mit den Worten „Neu gemastert in den Abbey Road Studios“ umworben wird, dass sollte auch wirklich neu-gemasterte Versionen der Stücke enthalten und nicht, wie in diesem Falle, die 18 Jahre alten Remasters aus dem Jahre 2003!

Uns so bleibt als Kaufanreiz nur noch die Bonus-CD, die mit einer Live-Aufnahme aus dem Londoner Hammersmith Odeon vom 15. November 1990 aufwartet. Es ist ein schönes Zeitdokument, das aber leider über keinerlei Zugaben verfügt und sich somit nur auf die Live-Version des Konzeptalbums beschränkt. Ob nach dem Live-Album „Operation: Livecrime“ (das immerhin zwei Zugaben enthält) noch eine weitere Aufnahme der damaligen Welt-Tournee nötig gewesen wäre, bleibt fraglich. Sicher ist jedoch, dass eine separate Veröffentlichung wohl sinnvoller bzw. Fan-freundlicher gewesen wäre, da wahre Sammler und echte Fans der Band wohl schon die 2003er Version von „Operation: Mindcrime“ ihr eigen nennen.
Ohne Wertung

Tracklist:
CD 1: „Operation: Mindcrime“ (2003 Remaster)
1. ‚I Remember Now‘ (1:17)
2. ‚Anarchy—X‘ (1:27)
3. ‚Revolution Calling‘ (4:40)
4. ‚Operation: Mindcrime‘ (4:46)
5. ‚Speak‘ (3:42)
6. ‚Spreading the Disease‘ (4:07)
7. ‚The Mission‘ (5:46)
8. ‚Suite Sister Mary‘ (10:42)
9. ‚The Needle Lies‘ (3:08)
10. ‚Electric Requiem‘ (1:24)
11. ‚Breaking the Silence‘ (4:34)
12. ‚I Don’t Believe in Love‘ (4:24)
13. ‚Waiting for 22‘ (1:05)
14. ‚My Empty Room‘ (1:33)
15. ‚Eyes of a Stranger‘ (6:36)

CD 2: „Operation: Livecrime – Live At Hammersmith Odeon – London 15.11.90“
1. ‚I Remember Now‘ (1:12)
2. ‚Anarchy—X‘ (1:28)
3. ‚Revolution Calling‘ (4:52)
4. ‚Operation: Mindcrime‘ (4:16)
5. ‚Speak‘ (3:47)
6. ‚Spreading the Disease‘ (5:12)
7. ‚The Mission‘ (5:51)
8. ‚Suite Sister Mary‘ (12:05)
9. ‚The Needle Lies‘ (3:22)
10. ‚Electric Requiem‘ (1:21)
11. ‚Breaking the Silence‘ (4:35)
12. ‚I Don’t Believe in Love‘ (4:29)
13. ‚Waiting for 22‘ (1:12)
14. ‚My Empty Room‘ (1:28)
15. ‚Eyes of a Stranger‘ (7:52)

Besetzung:
Geoff Tate (Gesang, Keyboard, Whistles & Blurbs)
Chris DeGarmo (Leadgitarre – Tracks 2, 4, 7, 8, 11, 12, 13, 15; Sechs- und Zwölfsaiten-Gitarre, Akustik-Gitarren, Lap-Steel-Gitarre, Gitarren-Synthesizer)
Michael Wilton (Leadgitarre – Tracks 3, 4, 5, 6, 9, 11, 12; Zwölf-Saiten Akustik-Gitarre)
Eddie Jackson (Bass)
Scott Rockenfield (Schlagzeug, Perkussion, Keyboard – Track 10)

Gastmusiker
Pamela Moore (Stimme von Sister Mary)
Anthony Valentine (Stimme von Dr. X)
Debbie Wheeler (Stimme von The Nurse)
Mike Snyder (Stimme von The Anchorman)
Scott Mateer (Stimme von Father William)
The Moronic Monks of Morin Heights (Chorgesang)

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Rezension: „Empire“ (1990/2021)
Rezension: „Condition Hüman“ (2015)
Konzertbericht: 21.06.17, Köln, Live Music Hall

Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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