Queensrÿche – Empire (2021 Reissue • 2-CD-Version)

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Queensrÿche – Empire (2021 Reissue) (Virgin EMI Records, 20.08.90/25.06.21)(1:03:07 + 39:22, 2CD; Vinyl, Digital, Box Set, Virgin/EMI/Universal, 1990/2021)
Genau wie das 1988er Konzept-Album „Operation: Mindcrime“ bekommt auch dessen Nachfolger in diesem Jahr eine Sonderbehandlung, in dem es als Multi-Disc-CD+DVD-Boxset veröffentlicht wird. Und genau wie beim legendären Bandklassiker hat man sich im Hause Virgin EMI Records auch bei „Empire“ dazu entschlossen, dass Album gleichzeitig sowohl als Doppel-Vinyl als auch als Doppel-CD zu veröffentlichen.

„Empire“ erschien zwei Jahre nach „Operation: Mindcrime“ und war wahrscheinlich eines der letzten großen Alben im 80er Jahre Hard Rock-Sound, bevor ein Jahr später der Grunge zum Durchbruch gelangen und die ganze Musikwelt auf den Kopf stellen sollte. Und so ist es irgendwie schon ein wenig ironisch, dass bei Aufzählungen der legendären Bands aus dem Großraum Seattle die Herren von Queensrÿche regelmäßig vergessen werden. Und dass, obwohl Queensrÿche mit „Empire“ sogar noch das weite MTV-Publikum erreichen konnten.

Schuld hieran war mit ‚Silent Lucidity‘ der wohl größte Single-Erfolg der US-Amerikaner, denn die an Pink Floyd erinnernde Super-Ballade erlangte spätestens durch die ’92er MTV-Unplugged Version echten Kultstatus.

Ansonsten konnten weder Power Balladen wie ‚Jet City Woman‘ noch Rocker wie ‚Best I Can‘ durch wirklichen Innovationsgeist überzeugen.

Alles in allem schielte man wohl sehr auf das damalige Mainstream-Publikum und den großen musikalischen Durchbruch. Und so klang „Empire“, bis auf das famose Titelstück, am Ende mehr nach Def Leppard und Hair Metal als nach Progressive Metal im Stile seines Vorgängers.

Nichtsdestotrotz war es doch spannend zu sehen, was die neue remasterte Version aus den Originalstücken herausholen würde und wer jetzt genauso gespannt ist, wie ich es war, als ich die 2021er version des Albums in den Händen hielt, dem muss Folgendes gesagt werden: NICHTS!

Denn genau wie bei der zeitgleich wiederaufgelegten „Operation: Mindcrime“ beinhaltet die vorliegende CD keine neuen Remasters der Stücke, sondern lediglich die schon längst bekannten Versionen aus dem Jahre 2003. Und während „Operation: Mindcrime“ immerhin mit einer Liveaufnahme des Konzeptalbums auf der zweiten Disc aufwarten konnte, hat „Empire“ auch auf der Bonus-Scheibe nicht wirklich interessantes zu bieten. Denn außer B-Seiten (in der 2003er Version) und überflüssigen Single-Edits ist auf dieser Aufnahme rein gar nichts vorhanden.

Wer also schon die ein oder andere Version von „Empire“ sein eigen nennt, für den ist die aktuelle Neuauflage die reinste Geldverschwendung.
Ohne Wertung

Tracklist:
CD 1: „Empire“ (2003 Remaster)
1. ‚Best I Can‘ (5:34)
2. ‚The Thin Line‘ (5:41)
3. ‚Jet City Woman‘ (5:21)
4. ‚Della Brown‘ (7:03)
5. ‚Another Rainy Night (Without You)‘ (4:41)
6. ‚Empire‘ (5:08)
7. ‚Resistance‘ (4:50)
8. ‚Silent Lucidity‘ (5:46)
9. ‚Hand On Heart‘ (5:32)
10. ‚One And Only‘ (5:53)
11. ‚Anybody Listening?‘ (7:39)

CD 2: „Concealed Empire‘ (Bonus Tracks) (3:58)
1. ‚Last Time In Paris‘ (B-Side) (3:49)
2. ‚Scarborough Fair‘ (B-Side) (4:09)
3. ‚Dirty Lil Secret‘ (B-Side) (4:56)
4. ‚Silent Lucidity‘ (Single Edit) (4:46)
5. ‚Empire‘ (Single Edit) (4:46)
6. ‚I Dream In Infrared‘ (Acoustic Version/B-Side) (4:00)
7. ‚Prophecy‘ (Live In Tokyo/B-Side) (4:03)
8. ‚Best I Can‘ (Radio Edit/B-Side) (4:55)
9. ‚Anybody Listening?‘ (Radio Edit) (4:47)

Besetzung:
Geoff Tate (Gesang, Keyboard)
Chris DeGarmo (Sechs- und zwölfsaitige elektrische und akustische Gitarre, Keyboards – Track 1, Begleitgesang & Lead-Gitarre – Tracks 1, 3, 8, 11)
Michael Wilton (Sechs- und zwölfsaitige elektrische und akustische Gitarre, Leadgitarre – Tracks 5, 6, 7)
Eddie Jackson (Bass, Begleitgesang)
Scott Rockenfield (Schlagzeug, Perkussion)

Gastmusiker
Michael Kamen (Orchester-Arrangement – Track 8, Dirigent)
Randy Gane (gesprochene Nachricht auf dem Anrufbeantworter – Track 5)
Robert Bailey (Keyboards, Programmierung)

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Rezension: „Operation: Mindcrime“ (1988/2021)
Rezension: „Condition Hüman“ (2015)
Konzertbericht: 21.06.17, Köln, Live Music Hall

Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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Queensrÿche – Empire (2021 Reissue • 2-CD-Version)

von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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