Helloween – Sascha G. interviewt Sascha G.

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Martin Häusler

Viele Fans „anspruchsvoller“ Musik, die Mitte der 1970er geboren sind, dürften in ihrer Jugend ihre ersten Erfahrungen mit Dreizehn-Minuten-Songs, virtuosen Performances und episch aufgebauten Kompositionen voller thematischer Wechsel und Entwicklungen mit den beiden „Keeper Of The Seven Keys“-Alben von Helloween gemacht haben. Metal-Alben, die weit mehr boten, als der Metal der späten Achtziger für gewöhnlich zu bieten hatte und konsequenterweise auch außerhalb des Spartenpublikums viele Fans gewannen – ähnlich wie fast zeitgleich Die Toten Hosen im Punkrock. Wo „die Hosen“ allerdings zum Unmut der Altfans beständig diesen Anspruch weiterverfolgten, verloren Helloween das Mainstream-Publikum bei Line-up-Wechseln und nach dem experimentellen (aber großartigen!) „Chameleon“-Album. Die folgende Rückkehr ins Metal-Genre hielt die Band am Leben, aber eine ganze Reihe Nachwuchsmetaller, die ihrerseits hörbar von Helloween beeinflusst waren, zog langsam an den Innovatoren vorbei. Doch Helloween haben sich in ihrer seit 2005 beständigen Besetzung mit großartigen Alben stetig ihren Platz zurückerkämpft, und als 2016 mit Kai Hansen und Michael Kiske die beiden Ex-Sänger der Band wieder zum festen Line-up stießen, fanden sich Helloween plötzlich genau da, wo sie 1989 gewesen waren: auf der Höhe einer Erfolgswelle. Nun erscheint das erste gemeinsame Album der siebenköpfigen Schlüsselmeister-Truppe – und Gitarrist Sascha Gerstner hat sich die Zeit genommen, Prog-Betreuer Sascha G. (nicht verwandt oder gar identisch), alles Wissenswerte zum „Helloween“-Album zu verraten.

Die Rezension zum Album (#TotW auf BetreutesProggen.de i.d. KW24) findet Ihr übrigens genau hier!

BP: Noch ein paar Tage, und das Album erscheint, ganz einfach „Helloween“ betitelt. Wie fühlt sich das an? Irgendwelche Hoffnungen und Erwartungen?

Sascha Gerstner: Also, ich bin eigentlich, hm…. „freudig erregt“, würd‘ ich sagen (lacht). Bis jetzt haben wir ganz gutes Feedback bekommen, wir sind ja schon ’ne Weile am Interviews machen, und jetzt stellt sich langsam so ein bißchen Euphorie ein. Wenn Du so ein Album fertig hast, weißt Du meistens ja nicht, wie’s wird – Du machst, worauf Du Bock hast als Künstler, und wie das draußen ankommt, weiß man ja nicht. Und bisher zeichnet sich das schon so ein bißchen ab, dass die Leute das mögen – aber jetzt bin ich halt mal gespannt, wie die Fans das so auffassen…

Die Aufnahmen sind ja auch schon eine Weile her, habt Ihr in den letzten Monaten noch daran gefeilt oder hieß es da eher „fertig is‘ fertig, jetzt ist abwarten auf das Ende des Virus“?

Nee, wir hatten tatsächlich dadurch auch ein paar mehr Freiheiten, zum Beispiel haben wir die Zeit gehabt, von ‚Skyfall‘ mehrere Versionen zu machen. Dann hatten wir viel mehr Zeit für den Mix, wir haben etliche Revisionen gemacht, auch verschiedene Masterings ausprobiert, bis wir wirklich gedacht haben, das ist jetzt das Beste, was wir rausholen können. Dafür war diese spezielle Zeit natürlich nicht nur schlecht. Und auch, wenn man sich das ‚Skyfall‘-Video mal anguckt, mit diesem ganzen CGI- und 3D-Kram… insofern war’s natürlich gar nicht so übel.

Ihr habt das Album ja, wie die letzten Helloween-Scheiben davor auch, wieder getrennt in Euren eigenen Studios eingespielt. Dafür klingt es überraschend „bandmäßig“, speziell im Vergleich zum Rest des „Power Metal“-Genres?

Dass das so „live“-ig klingt, hat genau zwei Gründe. Einmal den, dass wir ne komplette Vorproduktion gemacht haben in Hamburg, wo die ganze Band zusammen war. Das waren so knapp vier Wochen Arbeit, wo wir nochmal Songs verfeinert haben, das hat sehr viel gebracht. Und der zweite Grund ist einfach, dass Charlie (Bauerfeind, Producer, u.a. Blind Guardian, Anm. d. Red) einen sehr guten Plan hatte, was er von uns hören will! Seine Ansage war: „Hey, ich hab‘ Euch in Wacken gesehen und das fand‘ ich total magisch – und genau diese Energie will ich auf dem Album hören!“ Ich hab‘ dann mit ihm angefangen und einfach mal fünf Songs vorgelegt, alles eingespielt, als wäre ich der einzige Gitarrist, egal, was da eventuell jemand Anderes noch spielt. Diese fünf Tracks gingen dann nach Hamburg zu Kai (Hansen, gtr, vox), der genau dasselbe gemacht hat, während ich die nächsten fünf bearbeitet habe und so fort. Am Ende ist er dann nach Teneriffa geflogen und hat mit Weiki (aka Michael Weikath, gtr) aufgenommen, und danach entschied er eben, welche Tracks zusammen am Griffigsten klangen. Dasselbe hat er auch mit den Sängern gemacht, und so bastelte er sich diese Energie, so wie er uns live gesehen hat.

Charlie dürfte die Band ja mittlerweile ganz gut kennen, der ist ja im Prinzip schon genausolange im Boot wie Du, oder?

Der hat sogar noch die Platte vor mir gemacht, die „The Dark Ride“. Ja, seitdem hat er alles von Helloween produziert, und diesmal war eben auch ein bißchen mehr Zeit, vetrückte Sachen zu machen – ey, der Dani (Löble, dr) hat zum Bespiel Ingos (Schwichtenberg, 1995 verstorbenes Gründungsmitglied) organisiert und die Tracks komplett auf Tape eingespielt. Auch für die Gitarren haben wir viel Achtziger-Jahre-Equipment verwendet, so ein bißchen Old-School-Vibe, aber in eine moderne Richtung eben, so das Alte mit dem Neuen verbinden – und das ist uns glaub’ich ganz gut gelungen.

Es ist ja auch nicht so weit weg von dem Weg, den Helloween mit den letzten paar Alben eh beschritten haben. War das wichtig, das Album auch daran anzuknüpfen?

Ja, das war auf jeden Fall das Ziel. Wir haben so alte, gewohnte Arbeitsweisen, wie wir sie vor dem Wiedereinstieg von Michi (Kiske, voc) und Kai hatten, größtenteils beibehalten, aber auch so ein wenig schon retro gemacht. Man muss natürlich sehen, dass diese Arbeitsweise sehr aufwändig und zeitintensiv ist – auf Band zählt jeder Fehler, alles, was schiefgeht, musst Du nochmal machen! Und das geht bis zu den Effekten. Wir haben uns da wirklich viel Mühe gegeben, und das macht das Ganze nochmal ein bißchen spritziger. Wir haben was vom Achtziger-Flair, ohne dass es eben jetzt retro klingt.

Es klingt eben nicht nach den ganzen Power-Metal-Bands, die alle den gleichen Drumsound haben, sondern man hört die Eigenheiten der Musiker ‚raus, so wie Kais typische „Queen-Gitarren“, Weikis Siebziger-Sachen und Deine etwas moderneren Elemente…

Absolut, jeder hat so seine Roots, was aber lustig ist, weil trotz der Altersspanne – nach modernen Maßstäben bin ich ja auch schon wieder Old School (lacht) – haben wir dann wieder so Knotenpunkte. Das sind Sachen wie die Scorpions und Michael Schenker. Und obwohl da schon ein Altersunterschied zwischen mir und Kai ist, haben wir so als Gitarristen alle drei in etwa die gleichen Roots. Worin wir uns hingegen sehr unterscheiden ist in der Art der Ideenfindung, und auch in der musikalischen Breite. Kai ist halt hundertprozentig der Metaller, mit vielen Judas-Priest-Einflüssen, wie man ja auch bei Gamma Ray hört, Weiki is‘ immer sehr Sechziger-Jahre-verliebt, das hört man an den ganzen Melodien… und ich hab‘ eigentlich überhaupt keinen richtigen Metal-Background, nur so zum Teil! Meine frühen Roots fangen wirklich eher bei Pop und New Wave an, ich bin durch’s Gitarrespielen eigentlich eher in die Richtung Rock gekommen. Ein bißchen Jazzrock, oder auch Toto, Saga, Chicago, so Sachen. In den Metal bin ich eigentlich erst durch Freedom Call ‚reingerutscht… zufällig, eher.

Du hast ja auch noch ein (nebenbei bemerkt, sehr hörenswertes! Anm. d. Red.) Side-Projekt namens Palast, das sich dem puren Synthpop widmet – und gerade Deinen Song ‚Angels‘ könnte man sich problemlos mit anderer Instrumentierung auch auf dem ersten Palast-Album vorstellen…

Ja, das ist beim Komponieren eh meist so… wenn Du Dich beim Schreiben in so ein Korsett drückst… ich schlag‘ jetzt mal die Brücke zu dem, was Du vorhin gesagt hast, mit den ganzen anderen Power-Metal-Bands. Was mir aufgefallen ist, als ich zu Helloween kam und mich in den ganzen Backkatalog eingearbeitet habe: die Band hat ja wirklich eine massive Bandbreite. Man kann ja nicht mal sagen, dass das eine „Power-Metal“-Band ist, denn da sind Rocksongs dabei, wir haben ziemlich schnelle, thrashige Alben gemacht, wir haben softere Alben gemacht… Und was mir da aufgefallen ist, auch wegen der verschiedenen Songwriter, dass das ’ne unheimlich eigene Identität und Originalität hat. Da is‘ der Weiki, der Riesen-Beatles-Fan ist, oder Mackel (Markus Großkopf, bss), der aus der Punk-Ecke kommt und die Ramones liebt! Und jetzt nimm‘ mal eine der modernen Power-Metal-Bands, deren Roots sind dann, äh…

Helloween?

(lacht) Vielleicht, ja, aber – ich unterstell‘ da jetzt einfach mal vielen aus diesem Sektor, da wird einfach auch viel voneinander kopiert. Wie Du sagst, die Drums klingen gleich, die Gitarren auch, und das ist bei Helloween eben nicht so, dass wir sagen, das muss jetzt so und so sein, weil, das muss jetzt Power Metal sein! Ich glaub‘ so ist Helloween auch entstanden, dass einfach jeder seine Roots verwurstelt hat. Auch wenn Weiki und ich miteinander spielen, wir denken da gar nicht so an Metal, ein guter Song is‘ halt ein guter Song. Andi (Deris, voc) ist ja auch eigentlich überhaupt kein Power-Metaller- und das hat, glaub‘ ich, die Band auch langfristig so unique gemacht.

Das ist mir auch auf der letzten Tour aufgefallen, dass Helloween so ein wenig zur Konsens-Band geworden ist. Da standen Typen, die sonst eher zu Clapton gehen, einträchtig neben dem Bang-Your-Head!!!-Besucher und dem Hosen-Fan, und jeder sang ‚Halloween‘ und ‚Sole Survivor‘ mit…

Also, das hat mit Sicherheit viele Gründe, dass das so ein wenig in die Richtung geht, und das hat sich ja auch vor der Reunion so ein bißchen abgezeichnet. So Mitte der 2000er gab’s da irgendwann mal so einen Publikumsaustausch. Ich kann mich erinnern, meine ersten paar Shows mit Helloween, das war wirklich schon (lacht) sehr, sehr old school, das Publikum, speziell in Europa. Das hat sich über die Jahre, finde ich, im Metal eh‘ ein bißchen gewandelt, dass die Leute da offener geworden sind und Du auch durchaus Leute auf’m Metal-Konzert findest, die jetzt nicht unbedingt den ganzen Tag nur Metal hören (lacht). Und wir haben uns auch verändert, natürlich! Wir sind ’ne Zeitlang moderner geworden, und in der Zeit war auch viel möglich. Ich hab‘ neulich mal ’nen Rückblick gesehen auf die Zeit, wie ich aussah… (lacht) Ich war in der Metalszene gar nicht mehr drin, sondern auf ’nem ganz anderen Trip, und trotzdem hat mich die Band ins Boot geholt, was ja „voll gegen das Klischee“ war: da kommt ’n Typ und sieht aus wie aus der Boyband ´rausgeschnitten, mit ’ner pinken Haarsträhne! So stand ich zum ersten Mal mit Mackel im Proberaum, und der hat erst mal die Hände überm Kopf zusammengeschlagen und wohl gedacht, na, wenn der Weiki meint… (lacht) Und auch mit Dani (Löble, dr), ich glaub‘, da kam mit uns auch so’n bißchen frischer Wind rein, die Band war irgendwie ein bißchen breiter – und auch visuell! Das war nicht mehr so Klischee, sondern auch ein bißchen mehr Rock’n’Roll! Und das mögen die Leute, glaub‘ ich, auch einfach, denn wenn man sich die aktuell erfolgreichen Bands anguckt, so die Headliner-Sparte, das sind alles Bands nicht nur für den reinen Metaller, sondern für Leute, die auch Metal hören.

Viele Songs des Albums würden auch in anderen Genres funktionieren, ‚Out For The Glory‘ hätte als Powerballade in den Achtzigern Platin geholt…

Ja, ‚Best Time‘ war ein SynthPop-Song, eigentlich! Das ist komplett auf dem Synthie entstanden, das ganze Riff und alles…

Hat ja auch so dieses Billy-Idol-Ding…

Ey, aber volle Kanne! Mir kam so dieses Riff, und das war schon sehr cheesy und Achtziger, und wenn Du das Demo hören würdest, auf dem ich gesungen hab‘, das war sehr, sehr Billy Idol (lacht)! Und gerade das hat der Band gefallen!

Bei dem Song hätte sich ja durchaus angeboten, dass Du selbst den Strophenpart übernimmst, da Du ja bei Palast auch Leadsänger bist.

Joah… aber, weißte, ich bin ja nicht Sänger bei Helloween. Meine Stimme ist ja schon deutlich drin, ich sing‘ ja den kompletten C-Part, den sollte ich mit Kai zusammen machen, aber kurzerhand hat Charlie dann entschieden, das so stehen zu lassen, weil er das stimmiger fand. Aber so ganze Verse durchzusingen ist einfach nicht mein Job in der Band, dafür haben wir viel, viel bessere Sänger, und das wär auch ein bißchen weggegangen von dem, was Helloween ist, glaub‘ ich.

Ist auch die Frage: ab wann hat man einen Leadsänger zu viel…

Auch das, aber sieh’s mal so: ich freu‘ mich ja immer, wenn jemand Palast entdeckt, aber seien wir ehrlich, viele Fans wissen das ja gar nicht. Das hab‘ ich ja eher so leise an der Seite gemacht, und mancher, der das neue Album aus dem Blauen kauft oder streamt, wär‘ sicher überrascht, so nach dem Motto, wer iss’n das jetzt? Ich find’s ja schon witzig, dass meine Stimme überhaupt so präsent ist auf dem Song…

Wir haben das früher schon mal gemacht, Medleys basteln aus den ganzen langen Songs, und ich glaub‘, da müssen wir auch diesmal so ein bißchen hindenken.

Das Album hat, ohne Bonustracks, eine Spielzeit von 65 Minuten. Wieviel davon plant Ihr, in einen Live-Set einzubauen?

Also, im Moment ist für mich noch ein wenig früh, ernsthaft über Setlisten zu reden. Wir haben da schon einige Sachen, die musst Du einfach spielen, und damit bist Du bei uns mittlerweile schon an einem Set, das für andere Bands ein Hauptset ist. Irgendeinen Tod musst Du da sterben! Aber ich denke, drei bis fünf Songs sollten’s schon sein…

Wenn einer davon ‚Skyfall‘ ist, ist ja schon mal ne Viertelstunde weg…

(lacht) Ganz genau, und dann hast Du noch die ganzen anderen langen Klassiker. Wir haben das früher schon mal gemacht, Medleys basteln aus den ganzen langen Songs, und ich glaub‘, da müssen wir auch diesmal so ein bißchen hindenken. Denn wenn Du ‚Halloween‘ vorweg spielst, dann ‚Skyfall‘ und dann noch den ‚Keeper‘, das wird schon ein bißchen arg…

Och, wir sind ein Prog-Magazin, da sind sechs Songs in zwei Stunden eigentlich ein guter Schnitt…

Ja, richtig (lacht)… aber nee, erst mal kommt jetzt das Album ´raus, dann muss man mal gucken, wie das mit dem Touren überhaupt läuft. Ich bin da aktuell noch etwas vorsichtig, auch wenn’s wohl ganz gut aussieht… ich mein‘, ich hab mich schon zweimal tierisch auf die Tour gefreut, und dann wurd’s nix, also, erst mal abwarten.

Sind eigentlich aus den Sessions Songs übriggeblieben?

Ja, schon einige Sachen, das ist bei uns aber so üblich. Es schreibt ja jeder von uns viel mehr als auf das Album draufkommt. Manche werden von vornherein schon aussortiert, wenn man so merkt, das hat jetzt keinen vom Hocker gerissen. Oder es passt von der Stilistik diesmal nicht richtig rein, oder man muss es einfach nochmal überarbeiten, das hab‘ ich auch schon erlebt, dass ein Song zwei, drei Platten liegen blieb, und irgendwann hab‘ ich den nochmal rausgezogen und plötzlich hieß es „whoa, mega!“ – und Andi, der is‘ ja sowieso eine Songschreibermaschine, der hat immer massiv Material am Start…

Ein wenig hat mich überrascht, dass Kai nur einen und Michi gar keinen Song zu „Helloween“ beigesteuert haben…

Also, bei Michi war’s tatsächlich so: ich hab‘ mich mit ihm zwischenzeitlich mal getroffen, weil, er hatte so ein paar Songideen, die gingen aber gar nicht so Richtung Helloween. Und da wir uns abseits von der Musik ganz gern mögen, haben wir gesagt, komm, lass‘ uns was probieren, so mal beschnuppern, ob man da auch was zusammenbringt. Und das waren alles eher Balladen, mit Akustikgitarren, eher leise, aber wir haben da tatsächlich aus einer Idee was angefangen zu machen. Das haben wir dann aber auch nicht weiter verfolgt, weil uns da dann doch auch die Zeit wieder davongelaufen ist. Er hat dann auch gesagt, dass er für dieses Album auch gar keinen Song schreiben wollte, weil er das, was bei der ersten Demo-Listening-Session so ankam, schon sehr massiv fand. Und bei Kai war’s einfach so, der hat sich so dermaßen auf ‚Skyfall‘ konzentriert – zum Glück! wenn Du ‚Skyfall‘ mal auseinandernimmst – das war so sein Masterpiece, an dem er im Prinzip die ganze Produktion durch gearbeitet hat. Ich würd‘ das auch gar nicht so nach Zahlen bewerten, von wegen, der hat soviel Songs gemacht, weil natürlich Michi und Kai auch überall ihren Einfluss hinterlassen haben. Andi und ich machen das sowieso immer, dass wir uns gegenseitig Parts beisteuern, und wenn das mal nur ’ne Kleinigkeit ist, muss da auch nicht gleich ein Songwriting-Credit sein. Aber, was ganze Songs zu schreiben angeht, war ‚Skyfall‘ schon Kais Masterpiece, mit dem Erstaufschlag, der das war, hat sich das auch voll gelohnt.

Du hast ja erwähnt, Ihr habt analog aufgenommen, ein Video gedreht, beim Mix experimentiert – klingt, als sei ’ne Menge Kohle dabei draufgerutscht?

(Lacht) Also, ich würd’s Enthusiasmus nennen! Und ich muss auch ganz klar sagen, das war definitiv Marcus Staiger von Nuclear Blast, der hat die Demos gehört und war so geflasht, dass er gesagt, hat, dass ist meine absolute Lieblingsband, und das Album muss geil werden, da hängen wir uns ein bißchen extra ‚rein, damit auch solche Sachen ausprobiert werden können. Und: er hat natürlich auch das Potenzial gesehen. Wir waren ja vorher lange, lange Zeit auf Tour, und das, was da passiert ist auf der Tour… das hatten wir ja selber nicht erwartet, dass das so ein Run wird! Wir haben ja echt ein paar krasse Konzerte gespielt! Ich mein‘, wir wussten schon, da wird so ein bißchen ein Fokus kommen, wenn Michi und Kai wieder an Bord sind, dass da so eine Erfolgswelle losbricht – und ich würd‘ sagen, das Album ist eigentlich so’n Teil dieser Welle. Auch in Deutschland, wo man so gewohnt ist, dass das Publikum im Vergleich zu den Südländern etwas verhaltener ist, war das überhaupt nicht so – die sind förmlich durchgedreht!

Na, dann hoffen wir doch einfach mal, dass die Erfolgswelle anhält und Helloween vielleicht nächste Woche auf ihre erste Nummer 1-Position in Deutschland blicken können…

Och, ich weiß nicht… (lacht) Da muss nur irgendein Rapper was veröffentlichen, und das war’s dann mit Helloween… oder ’ne Helene-Fischer-Best-Of… ich bin da eher neugierig, wie die Fans das jetzt aufnehmen, die ja bisher nur ein paar Songs gehört haben.

Würde mich schon wundern, wenn irgendjemand, der mit Helloween was anfangen kann, das Album so richtig mies finden würde…

Für mich ist es, klingt total doof, aber so ’ne Best Of mit lauter neuen Songs, nee (lacht)? Ich hab das Ding ja lange nicht mehr gehört, bis wir dann eben zum Abschluss eine Streamingsession gemacht haben, und da hat’s mich dann selber voll weggehauen: ich hab wirklich so gedacht, hey, ich glaub‘, das ist gut, weißte? Das Beste aus allen Phasen von Helloween mit lauter Songs, die noch keiner kennt…

Das kann man doch als Schlusswort wunderbar stehen lassen…

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… und ein paar Infos zu Sascha und seinem Projekt Palast:
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Fotocredits: Martin Häusler (Bandfoto), Michael Glück (alle Livefotos)

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Helloween – Sascha G. interviewt Sascha G.

von SaschaG Artikel-Lesezeit: ca. 13 min
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