Laura Meade – The Most Dangerous Woman In America

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(39:50, CD, Vinyl, Digital, Doone Records/Just For Kicks, 2021)
Wie die gefährlichste Frau Amerikas schaut Laura Meade nun wahrlich nicht aus, doch versteckt sich mitunter hinter einer unscheinbaren Oberfläche eine gewisse Abgründigkeit. Nicht nur optisch hat sich die Sängerin seit ihrer letztem Soloalbum „Remdium“ von brünett zu blond gewandelt, auch musikalisch geht sie eine Spur mutiger und eigenwilliger vor.

In erster Linie kennt man sie als Sängerin der amerikanischen Progformation IZZ, weswegen es auch nicht unbedingt überrascht, dass das Album in Zusammenarbeit mit Bandkollegen John Galgano (Bass, Keyboards, Gitarre) entstand, wie ebenfalls die weiteren IZZ-Musiker Brian Coralian (V-Drums) und Tom Galgano (Keyboards, Produktion) zu hören sind.

Inhaltlich sind durchaus gewisse entfernte Parallelen zur Stammband vorhanden, doch selbst wenn Laura Meade ihre Art Rockmusik in einem verschachtelten, modernen und anspruchsvollen Rahmen präsentiert, so bleibt viel Raum für eine persönliche Note. Zum einen steckt hinter den Songs eine Art Konzept, bei der es um Frauen geht, deren Stimme mundtot gemacht wurde, aber deren Geschichte dennoch nicht vergessen wurde. Eine Verbeugung vor denjenigen, die immer im Hintergrund bleiben mussten.

Zum anderen wurde sich im Gegensatz zu IZZ bei der inhaltlichen Ausrichtung wesentlich mehr auf den Gesang und die Songaussage fokussiert. Es überrascht deswegen auch nicht, dass die knapp 40 Minuten gleich zehn Songs bieten, bei denen lediglich der über achtminütige Titelsong aus dem Rahmen fällt. Kurze Soloausflüge an den Keyboards bleiben ansonsten eher die Ausnahme, vielmehr sind es inhaltliche Aussage und Emotionen, die durch den Gesang transportiert werden. Neben der direkten Herangehensweise, tritt ebenfalls das elektronische Schlagzeug rhythmisch deutlich in den Vordergrund, was bisweilen für eine gewisse synthetische Distanziertheit, aber auch einen bedrohlichen Unterton sorgt.

Besonders im zweiten Teil des Albums entsteht eine spannende Songdichte mit reichlich Atmosphäre, Dramatik und ruhigen Pianopassagen, aber auch dynamischen, verschachtelten Momenten. So steckt hinter der gefährlichsten Frau Amerikas eben doch mehr, als der erste oberflächliche Blick auf das Cover offenbart.
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 12, KS 11)

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Abbildungen: Laura Meade / Doone Records

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Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Laura Meade – The Most Dangerous Woman In America

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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