Clive Nolan & Oliver Wakeman – Tales By Gaslight

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(53:42 + 68:50 + 44:22, CD, Elflock Records/Burning Shed, 2021)
Vor knapp 20 Jahren arbeiteten sich die beiden Keyboarder Clive Nolan & Oliver Wakeman an konzeptionellen, ambitionierten Werken mit bekannten Gastsänger/-innen ab. Doch sowohl „Jabberwocky“ (1999), als auch „The Hound Of Baskervilles“ (2002) boten eher aufgeblasenen, zu beliebigen, blutleeren Symphonik-Pathos. Selbst markante Stimmen wie Bob Catley (Magnum) oder Tracy Hitchings (u.a. Landmarq), sogar Rick Wakeman als Erzähler sowie diverse namhafte Genre-Gastmusiker wie Arjen Lucassen, Karl Groom oder  John Jowitt konnten den inhaltlichen Leerlauf kaum kaschieren.

Unter dem Namen „Tales By Gaslight“ sind nun diese beiden Alben in remasterter Form in einem Boxset erhältlich, ergänzt um „Dark Fables“. Dabei handelt es sich um mehr als 40 Minuten, die ursprünglich für ein geplantes, aber bis dato nie veröffentlichtes Werk über das Leben von Dr. Frankenstein angedacht waren. Die Versuchung des kompletten Ablästerns ist natürlich hoch, doch vielleicht ist ja das restliche Material dann doch nicht so schlimm wie erwartet.

Um es kurz auf den Punkt zu bringen: große inhaltliche Überraschungen sind beim Bonusmaterial nicht zu finden. Vieles klingt nach den beiden ersten Alben, sprich pompöser Rockbombast im epischen Rock Oper-Format, der mit flinken Tastenläufen, aber leider etwas zu wenig Tiefgang aufwartet. Hinzu kommt beim Material von „Tales By Gaslight“, dass vieles noch nach Demo und Ideensammlung klingt, denn einige unerwartete Blenden, teilweiser dünner Sound oder Gesang von Clive Nolan deuten darauf hin, dass hier noch viel mehr geplant war.

Dennoch ist hin und wieder erkennbar, dass in den Songs mehr Abwechslungsreichtum und Detailverliebtheit steckt und mehr Potenzial, als bei den beiden Vorgängern vorhanden ist. U.a. sind hier Gordon Giltrap (Gitarre), sowie Andy Sears (Twelfth Night) und ex-Arena Frontmann Paul Manzi als Sänger zu hören.

Sicherlich ist die Box vor allem etwas für den Sammler, der an den mittlerweile diversen Rockopern aus dem Hause Clive Nolan seine Freude hat. Dass diese durchaus existieren, beweist die Tatsache, dass die limitierte Erstauflage mit den Unterschriften der beiden Künstler und zusätzlichen Kunstdrucken bereits ausverkauft ist.
Ohne Bewertung

Surftipps zu Clive Nolan & Oliver Wakeman:
Clive Nolan
Oliver Wakeman

Abbildungen: Clive Nolan & Oliver Wakeman

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Über den Autor

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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