Devin Townsend – Devolution Series #1 – Acoustically Inclined, Live in Leeds

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Devin Townsend - Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds (IOM/Sony, 19.3.21)(61:03, CD, Vinyl, Digital, InsideOut Music / Sony Music, 2021)
Devin Townsend mal ganz anders. Hinter der „Devolution Series“ steckt laut dem Künstler die Idee „einige Schrägheiten, sowie interessantes Material herauszubringen, das nicht unbedingt als offizielle Veröffentlichung durchgeht“. So sollen in nächster Zeit seine Quarantäne Songs, die „nomen est nomen“ während des Covid-19 Lockdowns entstanden, wie auch diverse Liveshows der letzten Jahre das Tageslicht im Rahmen dieser Serie erblicken.

Den Anfang macht das Akustikalbum „Live In Leeds“, welches ursprünglich ein Teil der Ultimate Edition von „Empath“ war. Rexmided und Remastered beweist diese Neuauflage, dass der sympathische Kanadier auch in einem ganz anderen Kontext beste Unterhaltung abliefert. So steht sein Namen in erster Linie für einen bombastischen Progressive Metal Over-the-top Ansatz, darf es immer von allen noch etwas mehr sein. Das Maß der Übertreibung und selbstironischen Karikatur gehört zum festen Bestandteil des Hevy Devy Kosmos, der hier komplett ohne Theater und großartige Inszenierung beste Unterhaltung liefert. Funktionierte übrigens 2019 auch in unseren Breiten.

Denn auch ohne Netz und doppelten Boden erweist sich der Mann aus der Nähe von Vancouver als glänzender Entertainer. Komplett zurückgenommen, quasi als „der Mann mit seiner Gitarre“ (und einigen Soundeffekten) punktet er mit seinem ansteckendem Humor (dies ist ausnahmsweise in diesen Zeiten nicht virologisch gemeint) und seiner launigen, überaus unterhaltsamen Redseligkeit.

Doch neben jeder Menge Geschichten und Anekdoten, überzeugen ebenfalls die ausgestöpselten, teils spontan vorgetragenen Versionen der vor allem aus den 2000er Jahren stammenden Songs – reicht u.a. von „Synchestra (2006), „‚Ziltoid The Omniisient (2007)“, über „Ki“, „Addicted“ (beide 2009) bis hin zu einem Ausflug zu Strapping Young Lad.  Die atmosphärische, reduzierte „Lagerfeuer“ Umgebung sorgt für einige Gänsehautmomenten, zZugleich kann das Songmaterial in ganz anderen Interpretationen überzeugen, was logischerweise für die Qualität der Stücke spricht.

Das wahre Potenzial eines Künstlers offenbart sich dann, wenn dieser völlig ungeschminkt bzw. nur mit akustischer Begleitung bewaffnet seinem Publikum gegenübertritt. Devin Townsend beweist an dieser Stelle, dass er ebenfalls diese musikalische Spielart bestens beherrscht. Seien wir gespannt auf die noch folgenden Veröffentlichungen.
Bewertung: 11/15 Punkten

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Konzertbericht HevyDevy 2019, Köln, Kulturkirche

Abbildungen: Devin Townsend / InsideOut Records

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Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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