Pallas – Fragments Of The Sun

0

Pallas - Fragments Of The Sun (unsigned/JFK, 14.12.20)(65:22, CD, Digital, Eigenveröffentlichung/Just For Kicks, 2020)
Sie haben es nochmals getan. Darum könnte man an dieser Stelle eigentlich die Einleitung unserer Pallas-Kritik zu „The Edge Of Time“ wiederholen. Wiederum kein neues Pallas- Album, stattdessen wird wie bereits beim letzten Mal angekündigt die eigene Diskografie durchforstet und dann einzelne Titel als Ambient- bzw. Chill-Out-Remixes präsentiert. Nicht nur beim Verfahren, sondern auch optisch ein Brückenschlag zum Vorgänger, denn das Cover von „Fragments Of The Sun“ erinnert doch sehr stark an das von „The Edge Of Time“.

In gewisser Weise ist dies zumindest potenzieller Betrug am Fan. Denn wer sich nicht etwas genauer erkundigt, kauft hier ohne Nachdenken ein vermeintliches Pallas-Album, das jedoch zum Teil nur sehr wenig mit dem regulären Œuvre der Band zu tun hat. Die Kollegen von Galahad gehen musikalisch einen ähnlichen Weg und lassen elektronische Elemente in ihre Remixes bzw. Neuaufnahmen einfließen. Aber sie sind proaktiv so ehrlich und veröffentlichen dies unter einem anderen Bandnamen. So lässt deren Galahad Electric Company zwar einen absatzförderliche Verbundenheit zur ursprünglichen Band erkennen. Gleichzeitig wird es aber doch recht offensichtlich gemacht, dass man sich von der ursprünglichen Band und deren Stilistik entfernt.

Zurück zu Pallas: das derzeit erhältliche digitale Format umfasst insgesamt 16 Titel, bei denen ein Streifzug durch die komplette Historie seit den frühen 80ern mit Zurückgriff auf einige Raritäten und Solo-Material unternommen wird. Die elf Titel des offiziellen Albums in der CD-Version, die neu gemixt und teils mit Sänger Paul Mackie neu ausgenommen wurden und sich in ihrer atmosphärischen, Ausprägung prächtig zum Entspannen eignen, erinnern dabei teils nur entfernt an die Originale. Federführend hatten hier Gitarrist Niall Mathewson, Bassist Graeme Murray und Keyboarder Ronnie Brown die Finger im Spiel.

Das Material auf „Fragments“ verzichtet größtenteils auf Schlagzeug bzw. rhythmische Einschübe, es setzt mehr auf sphärische Momente und vor allem akustische Begleitung. Vielfach schweben die Klänge, die Musik setzt überwiegend auf Atmosphäre, cineastische Dramatik und lässt rockmusikalische Komponenten nur in sehr sparsamen Dosen zu. Eine Ausnahme bildet hier das vom letzten Studioalbum „Wearewhoweare“ stammende ‚And I Wonder Why‘.

Immerhin sind als Bonus einige Originalversionen enthalten, bei denen man teilweise ganz tief in der eigenen Mottenkiste grub. So stammen die klanglich sehr rohen Aufnahmen von ‚Reprise‘ und ‚Submarine‘ ursprünglich aus dem Jahre 1980. Einziger Lichtblick als Hoffnung auf ein neues Studio-Album liefert der Edit von ‚Over The Edge‘, der als Demo einen ansprechenden Vorgeschmack auf das kommende, reguläre Werk bietet.
Keine Bewertung

Surftipps zu Pallas:
Homepage
Facebook
Bandcamp
YouTube
Twitter
Spotify
last.fm
Wikipedia (EN)

Abbildungen: Pallas

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printArtikel drucken
Teilen.

Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

Antworten

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

Pallas – Fragments Of The Sun

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
0