Blue Öyster Cult – Live At Rock Of Ages Festival 2016

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Blue Öyster Cult - Live At Rock Of Ages Festival 2016 (Frontiers, 4.12.20)(62:33, CD + DVD, LP, Blu-ray, Digital, Frontiers Music/Soulfood, 2020)
Jetzt ist aber mal gut. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass Blue Öyster Cult sich glücklich schätzen können, endlich die Rechte für diverse Liveaufnahmen für den europäischen Markt erhalten zu haben. Und ja, einige der Liveveröffentlichungen der letzten Monate bzw. des letzten Jahres sind durchaus sinnvoll, da sie sich mit einzelnen Alben bzw. älterem Material beschäftigen, die es bisher noch nicht im Livekontext zu hören gab.

Aber man kann den Bogen eben auch überspannen. Möglicherweise werden die diversen Live-Alben vom Label einfach dazu verwendet, damit das überaus gelungene 2020er Studioalbum „The Symbol Remains“ zu refinanzieren?

Deswegen gehört es auch eher zur Chronistenpflicht, über „Live At Rock Of Ages Festival 2016“ einige Worte zu verlieren, das den Auftritt beim gleichnamigen Festival in Bild und Ton dokumentiert. Am 29.Juli 2016 spielte man noch bei frühem Abendlicht, so dass die Lightshow eher weniger zur Geltung kommt. Das hält die Hard-Rock-Veteranen von der Ostküste jedoch nicht davon ab, richtig Gas zu geben und einen energetischen Auftritt mit kleineren Überraschungen abzuliefern.

Die Setlist vertraut auf diverse Klassiker (u.a. ‚(Don’t Fear) The Reaper‘, ‚Godzilla‘, ‚Buck’s Boogie‘, eine über zehnminütige, grandiose Version von ‚Then Came The Last Days Of May‘) und einige, nicht so oft gespielte Songperlen aus den 70ern (‚Golden Age Of Leather‘, ‚Od’d On Life Itself‘). Mit ‚Lips In The Hills‘ (vom 1980er Album „Cultösaurus Erectus“), sowie ‚Harvest Moon‘ (vom 1998er Album ‚Heaven forbid‘) sind sogar zwei eher selten gespielte Songs vertreten.

Die beiden Urgesteine Eric Bloom (Gesang, Gitarre, Keyboards) und Donald „Buck Dharma“ Roeser (Gitarre, Gesang) werden an dieser Stelle von Richie Castellano (Keyboards, Gitarre, Gesang), Jules Radino (Schlagzeug) und Kasim Sulton (Bass, Gesang) bestens unterstützt. Das Quintett beweist, dass es auf der Bühne immer noch mitreißende, druckvolle Auftritte abliefern kann, selbst wenn die Bühnenaktion sich eher doch in Grenzen hält. Dafür kommen aber besonders die Gitarrensoli immer noch direkt auf den Punkt.

Selbst wenn die musikalische Qualität absolut stimmt, fragt man sich worin letztendlich der Sinn einer solchen Veröffentlichung liegt. Ob man als BÖC-Fan wiederum zugreift, bleibt wie immer jedem selbst überlassen – Angebot und Nachfrage wird dies sicherlich regeln. Parallel zu diesem Album wurde das 2006er Livealbum „A Long Day’s Night“ in überarbeiteter Form neu wieder aufgelegt.
Bewertung: 11/15 Punkten (ohne Berücksichtigung der Sinnhaftigkeit der Veröffentlichung)

Surftipps zu Blue Öyster Cult:
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BÖC Giglopedia
Konzertbericht Köln, 2017
Wikipedia

Abbildungen: Blue Öyster Cult / Frontiers Music

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Über den Autor

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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