Kansas – The Absence Of Presence

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Kansas - The Absence Of Presence (IOM/Sony, 17.7.20)(47:27, CD, Vinyl, Digital, InsideOut Music / Sony Music, 2020)
Nach der gelungenen Blutauffrischung bzw. diversen Umbesetzungen bei Kansas vor einigen Jahren sind die Amerikaner nun endlich auch wieder auf dem Veröffentlichungssektor aktiver. Sie liefern mit “The Abesence Of Presence” knapp vier Jahre nach “The Prelude Implicit” erneut ein starkes Statement ab. Wie beim Vorgänger vertraut man erneut auf eine Verbindung aus klassischem Progressive Rock Sound amerikanischer Prägung und hymnischen Melodic Rock Elementen, die gleichzeitig druckvoll und melodiös daherkommen.

Man baut beim inzwischen 16. Studioalbum auf den typischen Kansas-Sound mit jeder Menge Violinenparts und wohl dosierten Keyboards- und Gitarrensoli, lässt damit eine deutliche Verneigung vor der eigenen Vergangenheit erkennen. Dennoch weist die Umsetzung eine gewisse Frische und Lebendigkeit aus. Hier sind keineswegs nur Verwalter der eigenen Historie und also Classic-Rock-Veteranen am Start.

Das aktuelle Line-up bestehend aus Ronnie Platt (Gesang, Keyboards), Zak Rizvi (Gitarre), Richard Williams (Gitarre), Billy Greer (Bass, Backgroundgesang), Phil Ehart (Schlagzeug), David Ragsdale (Violine, Gitarre) und Tom Brislin (Keyboards; u.a. The Sea Within, Meat Loaf, Yes, Anderson/Stolt, Camel, The Syn, Francis Dunnery)) zeigt bereits beim Albumeinstieg mit dem über 8-minütigen Titelsong, wie man griffige Parts, satte Gesangsharmonien mit wuchtiger Instrumentalarbeit würzt. Kansas können immer noch gut losrocken mit der richtigen Balance aus Harmonie und Bombast (z.B. ‘Throwing Mountains’, ‘Jets Overhead’), setzen teilweise auf Balladenhaftes (‘Memories Down The Line’), zeigen aber ebenso beim kurzen Instrumental ‘Propulsion 1’ oder im Schlusspart von ‘The Song The River Sang’, wie sie Dramatik und Komplexität kunstvoll in Szene setzen können.

Wenn ein kleinerer Schwachpunkt im Vergleich zu den 70er Jahre Alben auffällt: trotz ausgezeichneter musikalischer und kompositorischer Qualität, fehlt es an den richtig prägnanten Melodien, die sofort haften bleiben. Und das, obwohl “The Absence Of Presence” von jeder Menge harmonischer Melodiefolgen durchzogen ist und man mit Sänger Ronnie Platt über einen fähigen Frontmann mit weichem, aber kraftvollem Organ verfügt. Doch abgesehen von diesem Makel, ist “The Absence Of Presence” in erster Line ein wunderbares Studioalbum im zeitlosen Rocksound, als würdige Fortsetzung der langen Historie von Kansas.

Erhältlich ist das Album in diversen Formaten: Limitiertes Deluxe CD+Blu-ray Artbook, Limitiertes CD Digipak, Gatefold Black 2LP+CD & Digital.
Bewertung: 12/15 Punkten (WE 10 DH 12, KR 9, KS 12)

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Kansas Merchandise
Video ‘The Absence Of Presence (Trailer)’
Video ‘Memories Down The Line (Interview)’
Video Challenging Songs to perform on Tour (Interview)
Video ‘Throwing Mountains (Track by Track)’
Wikipedia

Abbildungen: Kansas / InsideOut Music

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Kansas – The Absence Of Presence

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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