Camel – Live At The Royal Albert Hall

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Camel - Live At The Royal Albert Hall (Camel Productions, 2020)(65:25 + 67:07, CD, Camel Productions, 2020)
Aus den verschiedensten Gründen verzögerte sich die Veröffentlichung des jüngsten Live-Albums von Camel mehrfach. Doch mittlerweile ist der am 17.9.2018 in der altehrwürdigen Royal Albert Hall aufgenommene Auftritt in den unterschiedlichsten Formaten (Blu-ray, DVD, CD) erhältlich. Im Rahmen der “Moonmadness Tour 2018” bildete dieses Konzert den würdigen Abschluss und umfasst die gleiche Setlist wie beim ebenfalls begeisternden Auftritt von Camel beim Night Of The Prog Festival 2018.

Im ersten Teil des Konzerts wird – dem Motto der Tour entsprechend – das komplette “Moonmadness”-Album aus dem Jahre 1976 live präsentiert – definitiv einer der Klassiker in der Camel-Diskografie. Anschließend folgt ein repräsentativer Querschnitt durch die Historie mit weiterem Material aus den 70ern (‘Unevensong’, ‘Hymn To Her’, ‘Ice’, ‘Lady Fantasy’) über die 80er (‘Long Goodbyes’) bis hin zu Ausschnitten aus den Alben der 90er Jahre “Dust And Dreams” (‘Mother Road’, ‘Hopeless Anger’, ‘End Of The Line’), “Harbour Of Tears” (‘Coming Of Age’) und dem Titelsong von “Rajaz”. Zwar wird z.B. das 75er Werk “The Snow Goose” komplett ausgespart, wie auch das letzte Studioalbum “A Nod And A Wink” aus dem Jahre 2002 keine Berücksichtigung findet. Aber Camel haben halt auf ihren letzten Tourneen immer wieder die Setlist verändert und andere inhaltliche Schwerpunkte gesetzt.

Zwar gab es in den letzten Jahren vor allem immer wieder Veränderungen an den Keyboards, doch die aktuelle Besetzung um Bandgründer Andy Latimer (Gitarre, Flöte, Gesang), sowie Colin Bass (Bass, Gesang), Denis Clement (Schlagzeug) und Pete Jones (Keyboards, Gesang, Saxophon) setzt die mal hochmelodische, mal dynamische, jedoch immer gefühlvolle Musik perfekt um. So hat man niemals den Eindruck, dass hier einfach nur lieblose Verwalter der Vergangenheit am Start sind, sondern die Spielfreude greift sofort auf das Publikum über. Vor allem Multi-Instrumentalist Pete Jones erweist sich als die perfekte Ergänzung, denn neben den Keyboards übernimmt er teilweise den Gesang und steuert zudem mit Saxophon noch eine weitere Klangfarbe bei. Am eindrucksvollsten kulminiert das Zusammenspiel des Vierers bei der unverwüstlichen Zugabe ‘Lady Fantasy’, sowie dem emotional ergreifenden Instrumental ‘Ice’.

Ein perfektes Live-Album des zeitlos eleganten Sinfonic bzw. Progressive Rock – voll von ergreifenden Melodien und feingliedrigen Gitarrensoli. Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Bewertung: 12/15 Punkten (WE 12, JM 12, KS 12)

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Abbildungen: Camel / Camel Productions

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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