KNEI – III

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(31:41, Coloured Vinyl/Digital, Nécio Records, 2020)
Verknüpft man gedanklich die argentinische Hauptstadt Buenos Aires und Musik entstehen sicherlich allerlei abenteuerliche Assoziationen: Merengue, Salsa, Bachata oder Reggaeton mögen zu den geläufigsten Schlüssen gehören. Dabei befinden sich, neben den offensichtlichen Vorstellungen, eine kilometerweite Bandbreite an progressiven, psychedelischen und alternativen Musikgruppen im lateinamerikanischen Raum. Eine der wichtigsten Instanzen dieser Erkenntnis ist das peruanische Label Nécio Records, das uns immer wieder mit vorzüglichen Veröffentlichungen in Richtung Prog, Psychedelic, Doom oder auch Kraut Rock aus Südamerika versorgt. In diese Riege gehört auch die Band KNEI. Das sind Schlagzeuger Roberto Figueroa, Bassist Mauro Lopez sowie Sänger und Gitarrist Nicolás Lippoli aus Buenis Aires. Als Trio widmen sich KEI seit 2006 der psychedelischen und progressiven Rockmusik im Stile der 60er und 70er Jahre.

Mit “III” hat das Trio sein drittes Album veröffentlicht, das ab 10. Mai 2020 als 180 Gramm schweres Coloured Vinyl über Nécio Records bezogen werden kann. Das digitale Release via YouTube und Spotify war bereits im vorigen Kalenderjahr.

KNEI präsentieren auf ihrer neuesten Erscheinung Musik, die stark an den Summer of Love erinnert. Psychedelic Rock mit progressivem Einschlag und wenig Zerre ist der Treibstoff, auf dem “III” läuft. Dafür holen sich die drei Musiker reichlich Unterstützung ins Boot, um ein umfangreiches Klangerlebnis zu erzeugen. Die Gastmusiker sind:
Gonzalo Bedacarratz: Hammond Orgel in ‘Ballada para una amiga’, ‘Jardín’ und ‘Nuvem Leopardo’
Luis Balcarce: Lapsteel in ‘Jardín’, sowie
ein Kammerorchester bestehend aus
Cristian Luzza: Violine,
Sebastian Viotto: Violine,
Guido Kohn: Cello,
Juan Pablo Peláez: Trompete,
Manuel Delrío: Posaune und
Santiago Koziner: Querflöte in den Liedern ‘Ballada para un amiga’ und ‘Nuvem Leopardo’.

Gegen Ende des Albums lassen KNEI auch den Rock’n’Roll aufleben. Besonders das Stück ‘Casa perdido’ ist eine flotte Tanznummer für die an Chuck Berry gewöhnten Hüftknochen. Auch sonst lässt das Trio nichts anbrennen. Die psychedelischen Nummern klingen wie das argentinische Pendant zur Woodstock-Ära und die symphonischen Stücke werden der Prog Community äußerst gut schmecken. Das Element Retro ist allgegenwärtig und lädt zum tänzelnden Tagtraum ein. KNEIs “III” ist ein Album voller Nostalgie und guter Laune. Einziger Kritikpunkt ist, dass die Platte abseits der argentinisch-spanischen Texte oft klingt wie anderswo schon mal gehört.
Bewertung: 13/15 Punkten (RG 13, KR 11)

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Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

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KNEI – III

von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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