Forming the Void – Reverie

0

(36:50, Coloured Vinyl/CD/Digital, Ripple Music, 2020)
Das Rezept, mit dem Forming the Void ihre Musik anrichten, beinhaltet Zutaten aus Psychedelic Rock, Space Rock sowie auch Heavy Rock und Doom Metal. Wem die Erzeugnisse von Küchen wie Pink Floyd, Mastodon, Soundgarden oder Truckfighters munden, wird hier mit Sicherheit auf den Geschmack kommen. Das zweite Werk “Relic” landete im Jahr 2017 schon in den Doom Charts und auch das danach erschienene Album “Rift” sowie die “Split mit Pyreship” wurden in den Stoner- und Doom-Communities äußerst gut aufgenommen. Dementsprechend aufgeladen ist nun die Erwartungshaltung auf das nächste Produkt der vier Musiker aus Louisiana. Das neue Album trägt den verträumten Namen “Reverie” und ist seit dem 8. Mai beim Label Ripple Music in physischer wie auch digitaler Form erhältlich. Die Fassung in Vinyl gibt es in schlichtem schwarz oder als limitierte zweifarbige Pressung in weiß und lila (Sold out already, d. Schlussred.).

Das erste und offensichtlichste Merkmal von “Reverie” ist die unfassbar breite Wand an Sound. Wäre dieses Album ein Möbelstück, würde es die meisten Umzugsunternehmen zum Verzweifeln bringen. Hier wird durch alle Tonlagen, Harmonien und Härtegrade hindurch konstant in intensivster Manier abgeliefert. Schwerfällige und tiefe Doom-Metal-Riffs leiten in flott rollenden Stoner Rock über und harmonisch tönende Alternative-Rock-Passagen steigen in psychedelischer Manier hinauf in die Weiten des Alls. Dabei schaffen Forming the Void einen irren Spagat, bei dem keines der Elemente isoliert oder deplatziert wirkt. Vom massivsten Metal Riff bis zur schönsten Psychedelic Harmonie passt hier alles nahtlos zueinander.

Die Herangehensweise, mit der Forming the Void die sieben Stücke auf “Reverie” aufbauen, mag daher erstmal eher unorthodox wirken. Genau hier entpuppt sich auch der Reiz dieses starken Albums. Oft kommen die Wechsel der musikalischen Themen unerwartet. Durch kunstvolle Übergänge fügen sich die einzelnen Motive jedoch ohne jede Reibung aneinander und erzeugen ein immenses Hörerlebnis. Immer wieder sorgen die intelligent angelegten Breaks für ein überraschtes Grinsen beim Zuhören.

Der Stil, mit dem Forming the Void auf ihrem neuesten Werk breitschultrig, laut und dennoch hypnotisierend durch die Rillen der Platte reiten, könnte Progressive Stoner Rock heißen. Auch das Suffix Metal würde der Musik gerecht werden. Mit “Reverie” ist der Band ihr bisher stärkstes Werk gelungen, welches von vorne bis hinten ein rundes Ding ist. Es gibt keine Längen, keine deplatzierten Themen und keine Mängel.
Bewertung: 15/15 Punkten (RG 15, KR 12)

Forming the Void sind:
Gitarre/Gesang: James Marshall
Gitarre: Shadi Omar Al-Khansa
Schlagzeug: Thomas Colley
Bass: Luke Baker

Surftipps zu Forming the Void:
Homepage
Facebook
Instagram
Twitter
Bandcamp
YouTube
Spotify

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printArtikel drucken
Teilen.

Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

Antworten

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

Forming the Void – Reverie

von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
0