White Willow – Pandora’s Box

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(72:32, Digital, Bandcamp, 2020)
Die Bandhistorie von White Willow ist geprägt von unzähligen Line-up-Wechseln und längeren Unterbrechungen. Deswegen gibt man mit augenzwinkernder Ironie auf der bandeigenen Facebook-Seite die eigenen Interessen auch an als “Schluss & Pause machen”, sowie “Wieder zusammen kommen”.

Das letzte Studioalbum “Future Hopes” der norwegischen Formation um deren Bandleader Jacob Holm-Lupo erschien bereits 2017, aktuell befindet man sich wieder mal im Pausenmodus. Um die Zeit bis zu den nächsten offiziellen Bandaktivitäten zu überbrücken, wurde auf der Bandcamp-Seite eine Archivsammlung mit teilweise bisher unveröffentlichtem Material bzw. Bonustiteln der Reissues als digitaler Release online gestellt.

Die Kompilation wird mit dem beim NEARfest Auftritt anno 2001 mitgeschnittenen ‘Leaving The House Of Thanatos” eröffnet. Dieser Roughmix dient als klanglicher Vorabeindruck für eine spätere Veröffentlichung des kompletten Livemitschnitts. Weiterhin sind diverse Outtakes und Demos aus der frühen Bandphase enthalten, deren stilistische Breite von zurückhaltendem Retro Prog bis hin zu nordischer Folklore reicht, wie auch teilweise noch in Norwegisch gesungen wurde. Mit dem King-Crimson-Cover ‘Moonchild’ und weiteren Titeln, die später auf dem 95er Debüt “Ignis Fatuus” landeten, sind zudem Aufnahmen des ersten Demos von White Willow vertreten.

Im Vergleich zu den späteren Alben verfügt das hier vertretene Material stellenweise über einen gewissen unfertigen Charme mit zum Teil leicht wackeligem Gesang. Hier merkt man der damals recht jungen Band ihre Suche nach einer eigenen Identität an. Doch ein Großteil der Titel entfaltet dennoch bereits seine ganz eigene mystische Atmosphäre durch eine melancholische, nachdenkliche Herangehensweise, fein untermalt von Flöte, akustischen Instrumenten bzw. analogem Tastenarsenal (u.a. Mellotron) und sachter Rhythmik. Besonders beim Demomaterial vom “Sacrament” Album aus dem Jahr 2000 erkennt man dann das gewachsene Selbstvertrauen, sowie die gereifte kompositorische Qualität. Alles in allem eine interessante Sammlung für Fans von White Willow.
Bewertung: 11/15 Punkten

Surftipps zu White Willow:
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Abbildungen: White Willow

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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White Willow – Pandora’s Box

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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