Fink – Bloom Innocent

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Fink - Bloom Innocent(53:00, CD, Ninja Tune / R’Coup’d, 2019)
Assoziiert man das Cover-Artwork von Finks neuem Werk “Bloom Innocent” auf den ersten Blick ein wenig mit Talk Talks “Spirit Of Eden”, dann liegt überraschenderweise gar nicht so falsch. Fink geht, wenn auch mit anderen Stil-Elementen, in einen ganz ähnlichen Grenzbereich zwischen Pop, Jazz und Experimental-Musik. Auch an die Label-Kollegen The Cinematic Orchestra darf man sich erinnert fühlen. Insbesondere dann, wenn man “Ma Fleur” sein Eigen nennt.

Der eröffnende Titelsong baut sich behutsam mit Piano-Tupfern und Percussion aus dem Off um Finks Gesang herum auf, um schließlich irgendwo zwischen Soul und Jazz Fahrt aufzunehmen.
Auch ‘We watch The Stars’ nimmt sich viel, viel Zeit und improvisiert sich minutenlang mit Gesang und akustischer Gitarre in eine epische Coda. ‘One you get a taste’ und ‘Out Loud’ sind weniger fordernd und quasi eine etwas konventionellere Atempause für den Hörer. ‘That’s how I see You now’ ist eine einzige von treibenden Bass getragene Beschwörungsformel und sicher einer der Höhepunkte des Albums. Den Bass spielt Guy Whittaker, der, man glaubt es kaum, tatsächlich der Sohn von Roger Whittaker ist.

Das letzte Drittel des Albums wagt dann erneut weit in Grenzbereiche von Pop und Jazz. Leftfield Ikone David Sylvian hat ehedem ähnliche Felder beackert. Das sehnsüchtig erhabene ‘My Love’s already there’ beschließt “Bloom Innocent” noch einmal hochkarätig.

Definitiv keine leichte Kost, die uns Fink mit diesem Album beschert. Man muss es sich erarbeiten, was aber keineswegs mit schön hören gleich zu setzen ist. Die Schönheit von “Bloom Innocent” wird dazu durch eine großartige Produktion unterstrichen. Audiophile Hörer werden mit der Zunge schnalzen.

Interessant dürfte auch das am 17.04. erscheinende “Bloom Innocent – Acoustic” werden. Einzelne Titel davon sind auf Spotify und Co. bereits online und versprechen ein ebenfalls hörenswertes Companion-Album.

Für Vinyl-Freunde ist im Übrigen eine limitierte weiße Scheibe im Handel erhältlich.
Bewertung 12/15 Punkten (DH 12, KR 12)

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Abbildungen: Fink / Ninja Tune

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Über den Autor

Dieter Hoffmann

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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Fink – Bloom Innocent

von Dieter Hoffmann Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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