SoundDiary – Anamnesis – A Letter in a Bottle 

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(73:34, CD, Digital, Eigenpressung/Just for Kicks, 2019)
Ein Konzeptalbum in fünf Akten, so bezeichnet das Wiener Prog-Quartett
SoundDiary sein aktuelles Werk “Anamnesis – A Letter in a Bottle”. Nach “in_verse” und “A Book In My Hand” aus den Jahren 2010 und 2014, folgt nun eine fiktive Lebensgeschichte, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten des Lebens, aber letztendlich auch mit dem Tod auseinandersetzt. Kein leichtes Thema, allerdings bestens für eine anspruchsvolle Progscheibe geeignet.

Ursprünglich als österreichische Coverband noch unter dem Bandnamen Momentarium u.a. mit Titeln von Radiohead, Pink Flod und Muse aktiv, folgte nach der Umbenennung zu SoundDiary auch ein Wandel in der musikalischen Darstellung. Die Songs von SoundDiary erhielten ab diesem Zeitpunkt einen stärker progressiv ausgerichteten Touch. Komplexere und variantenreichere Songstrukturen á la Porcupine Tree oder Dream Theater (der seichteren Art) stehen seitdem im Focus der Wiener. Allein diese Kurzbeschreibung lässt einiges erwarten.

Das Album enthält dreißig separate Kompositionen, die zumeist nahtlos ineinander übergehen. Als einzig gefühlte Trennlinie fungieren die bereits erwähnten fünf Akte. Bei der hohen Anzahl kürzerer Songs, überrascht es nicht, dass für Monotonie kein Platz ist. Häufige Tempo- und Rhythmuswechsel, ergänzt durch akustische aber auch annähernd metallastige Parts, geben den Ton an. Apropos Ton sei erwähnt, dass neben weiblichen und männlichen Vocals auf “Anamnesis – A Letter in a Bottle” auch dem Nachwuchs mit einem kurzen Gesangspart Raum gegeben wird. Das Album sollte unbedingt lückenlos angehört werden, da wie gesagt die meisten Tracks nahtlos ineinander verschmelzen und durch das progressive Songwriting und die komplexen Arrangements Hörern durchaus ein wenig abverlangt wird. Ein wiederholtes Beschäftigen mit diesem Album ist auf jeden Fall empfehlenswert, um einen intensiveren Zugang zu erhalten. Die im ersten Moment vielleicht noch als unnötig empfundenen Längen verlieren nach mehrmaligen Hördurchgängen an Präsenz und die Vielfalt der musikalischen Ideen gewinnen an Bedeutung.

SoundDiary gelingt es mit Ihrem neuesten Werk “Anamnesis – A Letter in a Bottle” die österreichische Prog-Szene um einen weiteren hörenswerten Farbtupfer zu bereichern. Interessante Kompositionen und eine qualitativ sehr ordentliche Umsetzung sollte auch außerhalb des Alpenlandes Gehör finden.
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 11, KR 11, HR 11)

Line-up SoundDiary:
Hannes Pichlmann: Vocals, Guitars
Stefan Pichlmann: Keyboards, Sampling
Merlin Hochmeier: Bass
Clemens Langbauer: Drums, Percussion

Special Guests:
Hannes Pichlmann as the Protagonist, the Prompter, Will Buckley & Johnny (Act I-V)
Madeleine Prochaska as Melody (Act II, III, V) & Hope Buckley (Act IV)
Madli Oras as “deceased Melody” (Act II)
Norbert K. Hund as the Radio Announcer (Act IV)
Lilli Mariam Pichlmann as Page (Act IV)

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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