Desert Smoke – Karakum

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(36:37, Vinyl/CD/Digital, Raging Planet, 2019)
“Karakum” (nicht zu verwechseln mit Karakorum) ist der Name der Wüste in Turkmenistan. In den Turk-Sprachen heißt das übersetzt “schwarzer Sand”. Inmitten dieser Einöde befindet sich der Krater von Derweze – eine Öffnung in der Erde, in der ununterbrochen Erdgas verbrennt und die auch das Tor zu Hölle sein könnte. Eben jenem landschaftlichen Phänomen haben Desert Smoke auch den zweiten Track ihres zweiten Albums “Karakum” gewidmet.

Entgegen der naheliegenden Annahme, die Bandname und Albumtitel suggerieren können, handelt es sich hier nicht um klassischen Desert Rock. Desert Smoke bedienen sich zwar bei tief gestimmten Instrumenten und einer Menge Fuzz-Effekten, präsentieren auf “Karakum” jedoch ein massives Brett aus Psychedelic und Space Rock. Das Quartett aus der portugiesischen Hauptstadt selbst verwendet den durchaus passenden Begriff “Heavy Psychedelic Stoner Rock”.

Eingeleitet wird “Karakum” mit dem Imperativ ‘Smoke One’. Aber auch ohne den Gebrauch von psychedelischen oder entspannenden Substanzen lassen sich die fünf Tracks sehr gut  genießen.
Maßgebend für den musikalischen Stil sind die beiden Gitarren, die fuzzy, betörend und verspielt umeinander tänzeln, während ein breitschultriges Blues-Rock-Fundament aus Schlagzeug und Bass sie von einer Klimax zur nächsten begleitet. Dabei ist es nicht nur der Titel des dritten Tracks, der erkennen lässt, dass es sich bei den vier Instrumentalkünstlern um eine Jam Band handelt.

Wer bei Space Jams wie КОМВУИАТ ЯОВОТЯОИ, Psychic Lemon, Sonic Trip Project, oder The Spacelords voller Freude mitschwebt, wird auch mit “Karakum” von Desert Smoke im Plattenschrank viel Spaß haben. Die rauen Klänge der fuzzy Stoner Gitarren geben dem Psychedelic Space Rock von Desert Smoke eine unikate Note. Mit “Karakum” ist der Band ein grundsolides und eigenständiges Werk gelungen, das Lust auf lange Jam Sessions macht.
Bewertung: 12/15 Punkten (RG 12, KR 12)

Besetzung:
André Pedroso Rocha (Gitarre)
Cláudio Aurélio (Schlagzeug)
João Nogueira (Bass)
João Romão (Gitarre)

Tracklist:
Smoke One 00:40
Darvaz 07:31
Solar Jam 12:07
Mystic Lunar Ship 06:28
Gate of Karakum 09:51

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Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

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Desert Smoke – Karakum

von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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