Fernando Perdomo – Out To Sea 2

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(52:18, CD, Forward Motion/Cherry Red/Rough Trade, 2019)
Nach dem eher unglücklichen Ausflug in die Yes-Historie, sowie seinem zweischneidigen Pop-/Rock-Soloalbum “Zebra Crossing” besinnt sich Multi-Instrumentalist, Songwriter und Produzent Fernando Perdomo, derzeitiger Gitarrist und Bassist der Dave Kerzner Band, wieder auf seine progressiven Wurzeln. Wie unschwer zu erraten, ist “Out To Sea 2” logischerweise die Fortsetzung des im letzten Jahr erschienenen “Out To Sea“.

Wie schon der Vorgänger überzeugt dieser rein instrumentale Ausflug mit seiner recht eigenständigen, sehr druckvollen und variablen Interpretation aus sinfonischem Progressive Rock und einer gehörigen Portion Retro-Flair. Das hängt auch sicherlich damit zusammen, dass der Mann der Saiten schlagkräftige, wenn auch weniger bekannte Gastmusiker wie z.B. Joe Deninzon (Violine), Jamison Smeltz (Saxophon) oder Schlagzeuger Eddie Zyne (R.I.P.! U.a. The 70’s Hall and Oates Band, Todd Rundgren; die Schlussred.) um sich geschart hat und ebenso anderen Instrumenten (vor allem jede Menge analoge Tasten, u.a. Mellotron) Raum zur instrumentalen Ausgestaltung lässt.

Standen beim ersten Album der Tribute-Gedanke an andere Bands wie z.B. Yes, Focus, Nektar oder Curved Air im Vordergrund, so setzt auch der Nachfolger komplett auf die Siebziger. Man sollte sich keineswegs durch die Anzahl der Titel – insgesamt 15 an der Zahl plus zwei Bonustracks und meist zwischen drei bis vier Minuten lang – irritieren lassen, denn vieles greift doch kompositorisch ineinander und klingt wie komplett aus der Zeit gefallen. Die Idee ist es hier, den Geist und die Inspiration der klassischen 70er Jahre Alben fortzuführen und dies kann ebenfalls auf diesem Album als überaus gelungen bezeichnet werden. Da passt es ebenfalls ins Bild, dass wiederum Paul Whitehead (u.a. zuständig für die Cover der klassischen Genesis Alben “Trespass”, “Nursery Cryme” und “Foxtrot”) das Artwork beisteuerte.

Was “Out To Sea 2” jede Menge Sympathiepunkte einbringt: Perdomo bevorzugt bei seinem Gitarrenspiel eine sehr melodische, fast schon schwebende und elegische Spielweise, die mehr auf Harmonie und Wohlklang, denn auf Technik setzt. Somit wird die Musik einerseits von viel Gefühl, relaxter Atmosphäre bestimmt, andererseits kommen auch ordentlicher Rockpunch und wohl dosierte Virtuosität hinzu. Doch ist es vor allem die ergreifende, verspielte Schönheit, die dieses Album als roter Faden durchzieht.

Bewertung: 11/15 Punkten (KR 10, KS 11)

Fernando Perdomo (Foto: Cyndi Trissel)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Fernando Perdomo – Out To Sea 2

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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