Wang Wen – Invisible City

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(54:39, CD, Vinyl, Digital, Pelagic Records/Cargo, 2018)
Ungewöhnliches aus dem Reich der Mitte. Beziehungsweise aus dem mehr oder weniger trostlosen Norden Chinas. Von hier kommt nämlich mit Wang Wen eine Band, die sich wirklich dem Postrock verschrieben hat. Was ja keine stylistische Eigenart ist, mit der sich chinesische Musiker typischerweise auszeichnen.

Bekannt wurde die Band in unseren Breiten durch ihr letztes Werk “Sweet Home, Go!”, welches als Erstes offiziell in Deutschland veröffentlicht wurde. Wobei “Invisible City” nun schon das zehnte Album des Sextetts um Gitarrist Xie Yugang, das im nächsten Jahr sein zwanzigjähriges Jubiläum feiert, ist. Der klangliche Unterschied zum letzten, doch sehr sparsamen und überaus harschen Oeuvre mag der Tatsache geschuldet sein, dass das Album in den Sigur Rós-Studios Island aufgenommen wurde. Hier jubilieren die Sounds in bisher nicht gekannten Höhen, wurden die Arrangements – inklusive dominanter Keyboard- und Gebläseflächen – eben nicht nur dezent aufgepimpt und schwingt in allem eine fast schon heilige Erhabenheit, die eine homöopathische Neuorientierung verspricht, ohne das bisher Geleistete in den Schatten stellen zu wollen.

Dabei passieren die eindrucksvollsten Sinneseindrücke in der ersten Hälfte des Albums, mit Tracks wie ‘Stone Scissors‘’, ‘Mail From The River’ sowie ‘Lost In Train Station’, wobei Letzteres ob seiner vorbeiziehenden Weite den geeigneten Soundtrack für ein Roadmovie durch Chinas Norden abgeben würde. Auf der zweiten Hälfte der “Invisible City” beschränken sich Wang Wen auf postrockende Sinnsuche in Low-Tempo, was die vorher euphorische Stimmung ein wenig dämpft und nach unten zieht.
Bewertung: 13/15 Punkten (CA 13, KR 12)

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Über den Autor

Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

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Wang Wen – Invisible City

von Carsten Agthe Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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