Marius Tilly – Words From The Wilderness

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Marius Tilly Words From The Wilderness(39:17, CD, MiG, 2018)
Keine zwei Jahre nach dem starken Vorgängeralbum Nebula Rising und vielen Auftritten in der Republik meldet sich Marius Tilly zurück. Mit „Words From The Wilderness“, das Anfang 2018 veröffentlicht wird, präsentiert der Bochumer Sänger und Gitarrist gleichzeitig die neue Bandbesetzung des Trios: Hans Jacob „Hanser“ Schüler löst Maximilan Wastl an den Drums ab. Benjamin Oppermann am Bass gehört dagegen zum guten alten Eisen.

Gemäß beiliegendem Flyer wirkt das neue Werk von Tilly und Co. mutiger, tiefgründiger und auch eine Spur ernster als das Vorgängeralbum, und damit einhergehend wendet sich Marius Tilly zum ersten Mal textlich gesellschaftskritischen Themen zu. Eins vorweg: Nach vielen Durchläufen bekommt der Rezensent einen anderen Eindruck vom neuen Album des ehemaligen Bluesrockers.

Los geht’s mit ‚The World’s End‘, einem durchaus kritischen Opener, der vom Ende der Welt erzählt. Nach ruhigem Auftakt nimmt der Track Fahrt auf, da Hanser Schüler ein durchaus hohes Tempo anschlägt und dem etwas sperrigen Song zu viel Drive verhilft. Gemächlicher und vom Songaufbau einfacher geht’s in der Folge weiter. So präsentieren sich ‚Back on Track‘, ‚Sold Out‘, ‚Mr Kites Memorial‘, ‚Hercules‘ und insbesondere ‚Bank Robber‘ beispielsweise als formidable Stampfer, die laut gehört werden möchten.

Nein, progressiv ist hier zugegeben nichts. Absolut nichts. Gleichwohl gilt: die Songs machen Spaß. Und den hatte das Trio vermutlich auch beim Einspielen der Songs im Studio. Marius Tilly und co. präsentieren sich auf „Words From The Wilderness“ in bester Spiellaune, verleihen dem Album damit aber eine eher lebensfrohe, fröhliche Note. Nichts deutet auf ein gesteigerte Tiefgründigkeit beziehungsweise Ernsthaftigkeit hin.

In den ruhigeren Liedern wie ‚Are You Ready To Go‘ und ‚Traveling Boy‘ gönnt sich die Stimme Tillys, der oft eher laut rüber kommt, etwas Schonung. Es sind die balladesken Tracks, bei denen der sympathische Bochumer stets den Eindruck erweckt, er sei ein Cowboy, der seine Songs in oder vor einem Saloon darbietet.

Insgesamt gefällt „Words From The Wilderness“ durchaus. Dem Album hätte allerdings etwas mehr Abwechslungsreichtum gut gestanden. Hier sei an das psychedelische ‚Orion‘ vom Vorgängeralbum erinnert. Ohne einen Kontrapunkt wie diesen wirkt das neue Album von Marius Tilly etwas zu sehr aus einem Guss.
Bewertung: 11/15 Punkten

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Über den Autor

Höre eigentlich alles, was mit großartigen Melodien aufwarten kann, habe mich in den letzten Jahren nach und nach jedoch eher den Richtungen Alternative und Prog zugewandt, bin aber auch sehr offen für die leisen Töne.

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Marius Tilly – Words From The Wilderness

von Andrew Ilms Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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