Focus – The Family Album

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(44:21, 44:25, 2 CD, Cherry Red Records, 2017)
Nun veröffentlichen die niederländischen Symphonic Progger um Mastermind Thijs van Leer auch ein “Familien Album”. Unveröffentlichtes, Alternatives sowie Soloaufnahmen der aktuellen Bandbesetzung sind auf den 20 Tracks zu vernehmen. Und aktuelles Line-up heißt, dass man neben Bobby Jacobs auch den neuen Bassisten Udo Pannekeet zum ersten Mal mal bei Focus hört. Basser Bobby Jacobs hatte Focus nach 15 Jahren verlassen.

Was wird auf der Doppel-CD musikalisch geboten? Insgesamt gibt es zehn Focus-Kompositionen, wobei eine alternative und zwei unveröffentlichte Stücke vom letzten Album Focus “X” zu finden sind. Es gibt einen Ausblick auf das künftige Album “XI” mit zwei Grobfassungen, die verändert auf der nächsten Veröffentlichung landen werden, sowie ein ausgemustertes Stück für “XI”, das nun lediglich auf “The Family Album” zu hören ist. Des Weiteren hört man drei Focus Kompositionen, die in den sogenannten Mosh Sessions zwischen den Alben “X” und “XI” entstanden sind. Hierbei ist die eruptive Bluesnummer “Fine Without You” mit Gastsänger Jo De Roeck zu erwähnen, die eine hörenswerte Alternative zum sonstigen Focus-Klangkosmos bietet.

Ebenfalls außergewöhnlich und interessant sind zwei instrumentale Kompositionen unter dem Projektnamen Swung. Hierbei handelt es sich um die drei Focusmitglieder der letzten Jahre ohne ihren kreativen Kopf Thjis van Leer. Die drei Jungs jammten einfach mal los und glitten in das Jazz-Rock Genre ab, bevor der Meister das Studio betrat.

Und zu einem klassischen Familienalbum gehören natürlich die Sololeistungen der Bandmitglieder, sodass man jeweils zwei Stücke auf Flöte, Schlagzeug, Bass (mit Udo Pannekeet) und akustischer Gitarre vernimmt. Oftmals besitzen diese Darbietungen keine große Nachhaltigkeit, wobei allerdings das gefühlvolle und virtuose Gitarrenspiel von Menno Gootjes einen in den Bann zieht.

Focus 2017 aus dem Digipak – von links: Menno Gootjes, Pierre van der Linden, Thjis van Leer, Udo Pannekeet

Grundsätzlich überzeugen die “Familienalben” nicht durch kompositorische Homogenität und man vermutet richtig, dass es einen guten Grund gibt, warum einige alternative Versionen bisher nicht veröffentlich wurden. Trotzdem gibt es einiges Reizvolles zu entdecken, das eher vom wahren Focus-Fan gewürdigt wird.

Gelungen ist die fantasievolle Covergestaltung von Roger Dean in einem aufklappbaren Digipak mit einem ansprechend gestalteten 12-seitigen Booklet mit reichlich Informationen, zwei Bandfotos sowie graphischer Gestaltung der Seiten durch Roger Dean.
Bewertung: 9/15 Punkten (WE 9, JM 9, KR 9)

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Über den Autor

Musikmaniak seit den frühen 70ern zwischen Artrock, Jazzrock und Hardrock/Rock. Große Faszination für die Melange aus Klassik/Jazz und Rock. ........................Erstes Konzert: Grobschnitt............................WAS GAR NICHT GEHT: Rio/Avantgarde und Metal............................................LIEBLINGSKÜNSTLER: Pink Floyd, Beatles/Paul McCartney, Steven Wilson, Rolling Stones, Return To Forever, Procol Harum, Leonard Bernstein, ELP/Triumvirat, Deep Purple, Yes/Rick Wakeman und Led Zeppelin.

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Focus – The Family Album

von Wolfram Ehrhardt Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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