Unitopia – More Than A Dream: The Dream Complete 3 CD Special Edition

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(66:10; 63:21; 69:07, 3 CD, Giant Electric Pea/Just for Kicks, 2017)
Australien steht nicht gerade als Synonym für Progressive Rock, obwohl der Kontinent in der Vergangenheit durchaus einige weltweit erfolgreiche Rockbands wie AC/DC, Midnight Oil, Dead Can Dance und Little River Band hervorgebracht hat. So überraschte Down Under 2005 die eingefleischte Progszene mit Unitopias Erstlingswerk „More Than A Dream“ auf eine sehr erfreuliche Weise. Der unverbrauchte und erfrischende Mix aus den unterschiedlichsten Musikstilen hatte etwas. Da war sich die Musikgemeinde weitestgehend einig – ein Lichtblick mit Einflüssen aus World Music, Klassik, Jazz, Heavy Rock und Groove, auf den nicht nur australische Fans schon lange gewartet hatten. Dazu kommen Melodien, die jederzeit trotz ihrer druckvollen und teils härteren Gangart oftmals zum Mitsummen einladen.

Beeinflußt durch Größen wie Dream Theater, IQ, Transatlantic und möglicherweise auch durch Steven Wilson, bewegen sich die Titel zwischen hektisch nervös bis sehr entspannt eingängig. Dabei sind vor allem die ohrwurmartigen Melodiephrasen charakteristisch für Unitopia. In der Besetzung Mark Trueack (Composer/Lead Vocals), Sean Timms (Composer/ Keyboards/ Backing Vocals), Matt Williams (Guitars/ Backing Vocals) sowie komplettiert durch David Hopgood/ Tim Irrgang (Drums/ Percussions), Craig Kelly (Bass) und Daniel Burgess (Sax/ Clarinet/ Flute/ Piccolo/ Didgeridoo) wurde das erste Album eingespielt. Später folgten noch drei weitere hörenswerte Studioalben mit „The Garden“ (2008), „Artificial“ (2010) und „Covered Mirror Vol. I – Smooth as silk“ (2012).

Dass sich Unitopia nicht nur als eine exzellente Studioband einen Namen gemacht hat, bewiesen die Musiker eindrucksvoll auf Ihrer erfolgreichen Europa Tour 2010. Bedauerlicherweise und für die Fangemeinde ganz bestimmt überraschend, gab Ende 2013 Sean Timms das Aus des Projekts Unitopia bekannt und das nach gut 17-jähriger Zusammenarbeit. Trueack, Williams, Hopgood und Irrgang gründeten zeitnah ein neues Projekt namens United Progressive Fraternity (UPF). Die stilistische Nähe zu Unitopia ist dabei nicht zu verleugnen. Ähnliche Pfade beschritt anschließend auch Sean Timms mit seiner neuen Band Southern Empire und dem gleichnamigen Debüt-Album. Die 2016 erschienene CD bewegt sich musikalisch ebenfalls im Umfeld der alten Unitopia. So mag es auch nicht verwunderlich sein, wenn sich hartnäckige Gerüchte halten, dass eines Tages beide ehemaligen Köpfe der Band wieder gemeinsam etwas aufziehen wollen. Vorerst heißt es jedoch abwarten und sich an dem vorliegenden und neu aufgelegten Deluxe-Album zu erfreuen.

Das farbenfrohe Cover, sowie das 24 seitige Booklet wurde wie gewohnt durch den renommierten Künstler Ed Unitsky gestaltet und lädt zum Schauen und Hören ein. Für das Remastering und die Zusammenstellung zeichnen sich Sean Timms und Matt Williams verantwortlich. Während CD 1 die remasterte Version und zwei Bonus Tracks beinhaltet, bieten CD 2 und 3 eine Vielzahl von Remixen und unveröffentlichter Aufnahmen. So kommen immerhin weitere 2 ½ Stunden Extras zustande. Sicherlich weist nicht jeder Titel die konstant hohe Qualität des Studioalbums auf, doch die Gefahr von Eintönigkeit ist zu keinem Zeitpunkt gegeben.

Ob es tatsächlich einer Neuauflage, gleich als 3-fach Deluxe Edition bedarf, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für Fans, die nicht genug von Unitopia bekommen können und auf Vollständigkeit bedacht sind, ist es eine gute Gelegenheit, die Sammlung um einige bisher unveröffentlichte Stücke zu erweitern. Insgesamt lohnt sich das Paket nicht nur für Hardcore Freunde der Australier.
Bewertung: 13/15 Punkten (GH 9, JM 10, HR 13, KR 9, KS 8)

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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