TDW – The Antithetic Affiliation

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(43:38, 41:16, 2 CDs, Layered Reality Productions, 2017)
Letztes Jahr teaserte TDW, die Band um Mastermind Tom De Wit, mit der EP  „Aphrodisia“ ihr nun veröffentlichtes Album „The Antithetic Affiliation“ an. Die EP überzeugte zwar nur bedingt, aber sie machte schon aufgrund der guten Produktion neugierig auf mehr. TDW versprachen ein äußerst komplexes Werk und zumindest von der Lauflänge stimmt dies.

„The Antithetic Affiliation“ verteilt sich auf zwei CDs, „The Idealist“ und „The Cynic“ genannt. TDW gehen es äußerst symphonisch und ausufernd an, im Opener ‚The More We Remember“ wird alles aufgefahren, was das Genre Progresse Metal so hergibt. Getragenere Parts wechseln sich mit schnelleren Metalpassagen ab, dazwischen immer wieder viele mit Streichern und Bombast unterlegte hymnische Abschnitte. Das Ganze ist mit 22 Minuten Spielzeit leider viel zu lang geraten und strapaziert die Geduld des Hörers. Es fehlen eine große Idee und der Spannungsbogen, der nötig ist um Songs dieses Ausmaßes auf konstant hohem Niveau zu halten.

Besser gelangen da die kürzeren Stücke. Bei ‚Anthem‘ zum Beispiel gibt es gute Hooklines und treibende Rhythmen zu hören, die Spaß bereiten und bei Laune halten. Auch ‚Lovesong‘ überzeugt durch stimmige Instrumierung und ein gutes Geühl für Harmonien. Gerade bei solchen Stücken fehlt es Tom De Wit aber an etwas mehr Ausdruck in der Stimme, zumal er immer etwas überanstrengt wirkt. Das wird dann oft durch viel Background-Vocals und doppelte Gesangsspuren kaschiert, was nur bedingt funktioniert. ‚Monolith‘ beendet „The Idealist“ und geht als interessanteste Stück des ersten Parts durch. Bleibt festzuhalten, dass gerade der Opener als überlanges Stück besser ans Ende der CD gehört hätte.

Teil zwei des Doppelalbums schließt nahtlos an und führt das ‚Monolith‘-Thema fort. Mit ‚Aphrodisia‘ wird es musikalisch deutlich düsterer, was gut zum Thema „The Cynic“ passt. Tempo, Riffs, Gesang – nahezu alles legt einen Zahn zu. Das ruhigere ‚Dirge“ funktioniert analog zum „Lovesong“ als kurzer Ruhepunkt, ehe es mit dem zweiten Longtrack „Lest We Forgot“ zu einem nicht minder epischen und orchestralen Ende geht. Hier ist es ähnlich wie beim Opener: Es zeigen sich Ermüdungserscheinungen, man hat alles so oder ähnlich schon gehört. Natürlich erfindet niemand mehr das Rad neu, aber hier fehlt einfach die eine interessante Zutat, um die Musik von jener anderer Genre-Vertreter abzusetzen.

Trotz einiger Kritik ist „The Antithetic Affiliation“ ein äußerst abwechslungsreiches Album mit hymnischem Progressive Metal geworden. Schade, dass gerade die kürzeren Stücke überzeugen und ausgerechnet sie den Release übers Mittelmaß heben. Als Bonus liegt die Live-DVD „An Acoustic Night At The Chaper – Live At ProgPower Europe 2016“ bei, auf der sich unter anderem Songs des aktuellen Albums im akustischen Gewand finden.
Bewertung: 10/15 Punkten

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Über den Autor

Henrik Kropp

Alles wird gut, solange du progressiv bleibst!

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TDW – The Antithetic Affiliation

von Henrik Kropp Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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