minusmen – Rosemary

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(45:36, CD, Gorillamusic, 2017)
Ende März erscheint das fünfte Album des Kölner Trios minusmen. Fünf Alben in zwanzig Jahren Bandgeschichte sind recht überschaubar, „Rosemary“ zeigt indes, dass bei den drei Minusmännern keine Langeweile eingetreten ist.

So präsentieren uns Jimi Gomorra an Gesang, Bass und Synthesizer, LDillon an der Gitarre und Luigi Libido am Schlagzeug wieder Noise-Rock vom Feinsten. Eingespielt wurde das Ganze live im Herbst 2016 in Köln. Das ins Auge stechende Artwork stammt von Janna Oz vom Kölner Tatoostudio Santa Sangre. Zur Musik:

 

‚Down‘ beginnt mit einem spannenden ruhigen Riff, über das die anderen beiden langsam einsteigen. Gomorra setzt mit dem Gesang ein und wir bekommen eine Rocknummer mit bedrohlichen Zwischentönen vom Bass zu hören. Ab der Mitte gibt es eine Steigerung, die in einem tollen melodischen Post-Punk Part endet. ‚Into The Fall‘ geht rockiger und treibender weiter und Gomorra singt härter und aggressiver. Der folgende Titeltrack ist gleichzeitig der längste Song der Scheibe, er beginnt mit einem bedrohlichen Riff, über dem die Band sich in schwermütiger Weise austobt.

 

‚Fade In Fade Out‘ besticht durch psychedelische, verzerrte Sounds, ‚Oh No! Turrets!‘ rockt in etwas mehr als zwei Minuten alles zu Brei. Der zweitlängste Track ‚The Truth No Longer Needs You‘ ist komplett instrumental gehalten. Er zeigt, was die Jungs mit nur drei Instrumenten vollbringen können. ‚Albert Einsteen‘ ist wieder mit Gesang und geht ab, ‚Titanius‘ instrumental und voller Kraft und toller Melodien. Und der Closer „August Girls“ ist einfach nur cool und walzt alles nieder.

Noise-Rock zum Trotz ist alles melodisch und nicht allzu schwere Kost. Im Gegenteil, im Bandsound finden sich verschiedene Genre-Einflüsse, die ein rundes Ganzes ergeben. Hervorzuheben ist, was die drei Musiker teilweise aus ihren Instrumenten herausholen und damit kreieren. Ein rundum wirklich gelungenes Album! Da ist es fast schade, dass es nicht mehr Output der Band gibt und  sie bisher keinen nennenswerten Erfolg hatte. Vielleicht ändert sich das mit „Rosemary“, wir drücken die Daumen!
Bewertung: 12/15 Punkten (KR 10, PR 12)

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Über den Autor

Philipp Roettgers

“Journalism is a low trade and a habit worse than heroin, a strange seedy world of misfits and drunkards and failures.” - Hunter S. Thompson. “Art is long and life is short, and success is very far off.” - J. Conrad

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minusmen – Rosemary

von Philipp Roettgers Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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